Die Versammlung der Höckerschwäne an der Äußeren Kötztinger Straße in Furth im Wald

Von Alexander Frimberger · 3. Februar 2025 um 05:00

Ein ungewöhnliches Bild zeigt sich in der Äußeren Kötztinger Straße. Von Furth im Wald kommend hat sich links auf einem Feld eine sehr große Gruppe Höckerschwäne versammelt.Warum das so ist, weiß Markus Schmidberger, vom LBV-Zentrums in Nößwartling.

Die Schwäne sind übrigens nicht die einzige Gruppe, die sich an dieser Stelle gerne versammelt.

Auch Störche oder Reiher in größerer Zahl wurden dort schon gesehen.

Vorsicht während Brutzeit

Das mag am Nährgehalt der Felder liegen, sagt Geschäftsstellenleiter Schmidberger vom Landesbund für Umwelt und Vogelschutz in Nößwartling (LBV). Er berichtet von einer ganz erstaunlichen Eigenschaft: Schwäne können während des Fressens feststellen, wie gehaltvoll das ist, was sie zu sich nehmen.

Wichtig, weil sie einen sehr hohen Energiebedarf haben. In der warmen Jahreszeit ernähren sie sich unter anderem von Wasserpflanzen und den daran befindlichen Kleintieren. Außerhalb von Seen fressen sie, wie gerade jetzt, Gräser und Getreidepflanzen. Laut Schmidberger bevorzugen sie dabei intensiv genutzte Flächen. Im Gegensatz zu extensiv genutzten Wiesen haben die Pflanzen mehr Power.

Schwäne gelten als treue Seelen, schließen meist eine Partnerschaft für das Leben und bleiben dann unter sich. Um so erstaunlicher, dass sie jetzt in einer so großen Gruppe von rund 60 gezählten Tieren auftreten. Das, so Schmidberger, hat auch ganz praktische Gründe. In der Gruppe kann jeder auf jeden aufpassen, so minimiert man die Gefahr, von Fressfeinden überfallen zu werden. Das funktioniert aber nur jetzt: „In Zeiten, in denen sie nicht brüten, können sich Höckerschwäne friedlich zusammenschließen.“

Wenn sie ab März beginnen zu brüten, sind sie demnach sehr territorial und nur im Familienverband unterwegs. Das kann für Artgenossen, aber auch für andere Tiere, die dem Gelege zu nahe kommen, sehr ungemütlich werden. Sogar Menschen gegenüber können die männlichen Tiere aggressiv werden. Sie breiten dann ihre Flügel aus und greifen wild fauchend an. Häufig sind Schwäne auch Einzelgänger.

Derzeit mischen sich unter die große Versammlung auch Schwäne mit braun/weißem Fell. „Das sind die Jungtiere, geboren im vergangenen Jahr“, weiß der LBV-Fachmann. Schwäne bleiben auch im Winter vor Ort, solange keine dichte Schneedecke liegt und die Gewässer nicht zufrieren. Wenn das dann beispielsweise in unserer Region im Regental doch der Fall ist, zieht es die Tiere Richtung Donautal mit seinen offenen Wiesen. Wie weit wandert ein Schwan wenn er dazu gezwungen ist? So genau kann man das wohl nicht sagen. Aber Schmidberger erzählt, dass beim LBV-Zentrum einer gelandet ist, der in Budweis beringt wurde.

Den Dünger gibt‘s kostenlos

Schmidberger weiß, dass die Verbände wegen Verbiss oder großen Mengen Kot nicht gern gesehen sind. Aber letztlich wachse Abgefressenes nach, und der Kot könne auch als Dünger gesehen werden.