Verein KultWerkStadt will mit U18-Wahl aufklären: Politische Bildung kontra Populismus

Der Verein KultWerkStadt Furth im Wald steht unter anderem auch für politische Bildung junger Menschen. Den Anspruch untermauert man jetzt mit einer außerschulischen Aktion, bei der alle unter 18 Jahren mitmachen können.
Wie würden Jugendliche unter 18 Jahre wählen, wenn sie in knapp einem Monat bei der anstehenden Bundestagswahl ihr Kreuzchen machen dürften?
Bundesweite Aktion
Und warum ist das überhaupt von Nutzen, wenn die Stimmen keine Auswirkung auf den Ausgang der Bundestagswahl am 23. Februar haben?
„Es gibt in Deutschland relativ wenig Jungwähler“, sagt Elisabeth Nürnberger, Vorsitzende des Vereins und ergänzt: „Die Mehrheit der Wahlberechtigten ist 50 Jahre und älter.“ Dementsprechend dünn gesät seien in den Parteiprogrammen die Themen, die für eine junge Zielgruppe interessant sind. Blickt man auf die offizielle Internetseite der bundesweiten Aktion U18-Wahl, hat das zwei korrespondierende Auswirkungen.
Zum einen lässt das Interesse der Jugend an der Politik nach. Das hat zur Folge, dass man seitens der Politik denkt, Minderjährige würden sich grundsätzlich nicht für Politik interessieren. Also haben Aktionen wie diese eine positiven Aspekt für beide Seiten. „Die U18-Wahl ist ein durchaus wichtiger Anhaltspunkt für die Parteien und wird dementsprechend von der Politik wahrgenommen“, sagt Nürnberger.
Die KultWerkStadt beteiligt sich an der bundesweiten Aktion, die unter anderem vom Familienministerium und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird.
Am Samstag, 8. Februar, 13.30 Uhr bis 16 Uhr, lädt der Verein daher zur U18-Wahl ins Alte Rathaus ein. Alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren dürfen ohne Anmeldung vorbeikommen und ihre Stimme abgeben. Nürnberger möchte sich in diesem Zusammenhang auch im Namen ihres Teams bei der Stadt Furth im Wald bedanken, die ein Original-Wahllokal unter anderem mit Wahlkabinen zur Verfügung gestellt hat.
Die möglichst detailgetreue Darstellung der Wahlsituation findet Nürnberger wichtig. Sie erinnert sich an ihren ersten Gang zur Urne: „Ich war auch ganz aufgeregt, was mich erwartet, als ich das erste Mal zur Wahl gegangen bin.“ Neben dem nachempfundenen Wahllokal wird es auch Informationstafeln und die Möglichkeit geben, den Wahl-O-Mat auszuprobieren. Damit kann anhand ausgeklügelter Fragen ermittelt werden, welche Partei in ihrem Programm die meisten Übereinstimmungen mit den eigenen Wünschen hat. „Vielleicht schaut ja auch der Wahlleiter der Stadt vorbei und beantwortet den Kids ihre Fragen“, hofft Nürnberger.
Am Veranstaltungstag findet mit einem Exit Game „Deine Stimme“ eine weitere Aktion statt. Dafür muss man sich allerdings im Vorfeld per E-Mail anmelden (laura@kultwerkstadt.de). Das Spiel soll für populistische und antidemokratische Strömungen in der Gesellschaft sensibilisieren und spielerisch das eigene Urteilsvermögen schulen. „Es geht darum, dass sich junge Menschen mit Demokratie, ihren Interessen und dem Wahlkampf auseinandersetzen.“ Wie bei anderen Escape Games soll man möglichst schnell einer Situation entkommen und dafür verschiedene Aufgaben und Rätsel lösen. Nürnberger betont, dass die Veranstaltung politisch neutral ohne Parteienwerbung über die Bühne geht.
Schulen machen auch mit
Zusätzlich zur Aktion am 8. Februar hat der Verein noch die Schulen der Drachenstadt angeschrieben. 300 Stimmen werden wohl zusätzlich in der Wahlurne landen. Damit könnte eine Grenze überschritten werden, ab der das Wahlergebnis veröffentlicht werden darf. Dann hätte man einen genauen Überblick, wie die Jugend bei uns wählt.