Wo das Örtliche eine Lücke hat: Rodinger hat Nummer der Polizei gesucht und nicht gefunden

Von Christoph Klöckner · 26. Januar 2025 um 19:00

Wenn dein Freund und Helfer gebraucht wird, ist er auch da. Es sei denn, man findet ihn nicht. So ist es Dominik Lösl ergangen, als er jetzt die Polizeiinspektion Roding anrufen wollte. Er hat gesucht – aber nichts gefunden. Was ist da passiert?

Dominik Lösl wohnt in Roding am Oberen Markt – und das schon über 30, gar 35 Jahre. Mitten in der Altstadt. Und in den vergangenen Jahren hat er einige vierbeinige Nachbarn dazubekommen, erzählt er. Inzwischen würden dort in der Stadtmitte am Oberen Markt um ihn herum zwölf oder 13 Hunde in den Wohnungen leben. Was die machen, wenn Herrchen und Frauchen tagsüber in der Arbeit sind, frage er sich manchmal.

Suche ohne Erfolg

Und er hat da wenig Fantasie: „Die gehen ja nicht aufs Katzenklo, oder?“ Jedenfalls war es jetzt die Tage oder auch Nächte so, dass die Vierbeiner Laut gaben. Und zwar so sehr, dass es Dominik Lösl als Belästigung empfand und Abhilfe suchte. Was tun? Er wollte bei der Polizeiinspektion Roding anrufen und um Hilfe bitten, um die Ruhestörung durch das Hundegebell zu beenden. Dafür suchte er im aktuellen Telefonbuch nach der Nummer der Inspektion an der Falkensteiner Straße, um die Kläffer und ihre Besitzer mit Hilfe der Polizei zur Ruhe zu bringen. Doch trotz einiger Suche fand er am Ende – nichts.

Wo ist sie hin, die Nummer?

Nur die Notrufnummer 110 stand unter Roding – dort, wo Polizei im blauen Balken als besondere Einrichtung hervorgehoben ist. Doch die Nummer der Polizeiinspektion fehlt im aktuellen Telefonbuch für 2024/2025. Lösl schaute zweimal hin, denn glauben wollte und konnte er das nicht. Denn eigentlich müsste sie doch drin sein, im Örtlichen; für solche eher kleineren Probleme, wie er sie gerade hatte. „Wenn ich dafür die Notrufnummer wähle und einen echten Notfall blockiere, bekomme ich womöglich noch Ärger“, meint er.

Und er fragt sich auch, wie solche Nummern aus dem Telefonbuch verschwinden können. Denn eigentlich passiere das nur, wenn man dem Eintrag aktiv widerspreche, meint er. So laufe das doch normalerweise. Da schwinge für ihn daher die Frage mit, ob sich die Rodinger Polizei hier absichtlich habe löschen lassen und warum.

Untermauert hat er er diese Frage mit einer weiteren Suche – nach einem alten Telefonbuch. Er hat noch eines von 2016/2017 für Roding und Umgebung gefunden und darin nach dem Eintrag Polizei gesucht. Hier ist er fündig geworden. Erreichbar ist darin die Polizeiinspektion an der Falkensteiner Straße unter der Nummer (0 94 61) 94 21-0, die unter der Notrufnummer steht. Somit bleibt die Frage offen, warum diese Nummer im aktuellen Buch rausgeflogen ist.

Beantworten kann sie auch die Polizei in Roding nicht. Der stellvertretende Leiter der PI, Wolfgang Straka, ist selbst überrascht, dass die Nummer nicht mehr im öffentlichen Telefonbuch steht und hat keine Erklärung dafür. Es sei das erste Mal, dass er überhaupt davon höre, dass dies so ist – keinem anderen Bürger und auch der Polizei selbst sei das bislang aufgefallen. Deshalb will sich nun auch laut Straka die Polizei auf die Suche machen, wohin die Nummer verschwunden ist und auch nach dem warum. Was er ausschließe, sei, dass sich die PI Roding bewusst gegen die Veröffentlichung und damit für die Herausnahme entschieden habe. „Das haben wir sicher nicht gemacht“, sagt er. Er nimmt Lösl jedoch auch die Angst, hier mit der Notrufnummer Falsches zu tun, auch wenn Ruhestörung durch Hundegebell eher eine Ordnungsamtsgeschichte sei. „Wenn er die Nummer wählt, dann kommt er in der Einsatzzentrale raus. Die geben ihm die PI-Nummer auch“, so Straka.

Aufklärung zu finden, wer nun dafür verantwortlich ist, dass hier die PI-Nummer fehlt, ist schwierig. Der Verlag selbst, der das Örtliche druckt, sieht sich nicht in der Verantwortung. Man bekomme die Daten für den Druck von den Providern – sei also nur für die Erstellung des Örtlichen zuständig, nicht für das, was reinkomme oder eben nicht. „Wo da der falsche Haken gesetzt worden ist, können wir nicht sagen“, so die Verlagsmitarbeiterin in der Servicestelle. Bleiben also Telekom, Vodafone und Co., die demnach die Datensätze zum Druck weiterreichen. Die Telekom als eine derer, die sich auf Nachfrage melden, meint, sie sei nicht zuständig. Wer es war, bleibt also fraglich. Im übrigen: Im „Örtlichen“ (dasoertliche.de) des Internets ist die PI Roding zu finden.

Dominik Lösl hat auch in alten Telefonbüchern, wie etwa dem von 2016/2017, nach der Rodinger Inspektionsnummer gesucht. Dort ist er auch fündig geworden.