Offener Ganztag ist ab Herbst geplant: Pyrbaum stellt das Konzept zur Kinderbetreuung vor

Von Heike Regnet · 3. Februar 2025 um 05:00

Der offene Ganztag soll mit Fertigstellung der Schule zum Schuljahr 2025/26 in Pyrbaum angeboten werden. Bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport stellten Bürgermeister Michael Langner und Geschäftsführer Richard Forster das Konzept vor.

Die neuen Räume bieten im offenen Ganztag bis zu 180 Kindern Platz. Grundsätzlich sei das Betreuungsangebot kostenfrei, Zusatzangebote könnten kostenpflichtig werden. Bezahlt werden müsse das Mittagessen, das aktuell 4,15 Euro pro Essen kostet. Die Langgruppe werde bis 16 Uhr, die Kurzgruppe bis 14 Uhr laufen.

Wer den offenen Ganztag nutzen will, müsse mindestens für zwei Tage pro Woche buchen. Wie jetzt die Mittagsbetreuung werde der offene Ganztag in Kooperation mit dem Markt Pyrbaum und dem aktuellen Team laufen. Vereine, Verbände und andere können das Betreuungsangebot zum Beispiel durch musikalische oder sportliche Angebote bereichern. Interesse habe bereits die Schützengilde Pyrbaum bekundet.

Staat fördert offenen Ganztag

Sach- und Personalkosten sowie Schülerbeförderung finanziere der Schulaufwandsträger. Die staatliche Förderung liege zwischen 145 000 Euro und 185 000 Euro je nach Gruppenzahl, die Ausgaben bei rund 260 000 Euro für Personal, rund 15 000 Euro Reinigungskosten und rund 10 000 Euro für Betreuungsaufwand in den Ferien plus laufende Betriebs- und Unterhaltskosten.

Beim nächsten Elternabend soll der offene Ganztag vorgestellt werden. Konrektorin Susanne Tischner dankte dem Markt Pyrbaum für die Übernahme der Trägerschaft. Man werde den Eltern kommunizieren, dass die Buchung des offenen Ganztags verpflichtend sei. Die Mittagsbetreuung würden einige als „Wunschkonzert“ betrachten. Einstimmig wurde das Konzept beschlossen.

Zum „Helferkreis Pyrbaum“ und der Situation der Flüchtlinge im Gemeindebereich berichtete Integrationsbeauftragte Claudia Wagner. Aktuell leben in der Gemeinde 92 gemeldete ukrainische Mitbürger, 23 Geflüchtete aus Syrien und zwei aus Afghanistan, darunter 16 Kinder bis zehn Jahre. Der Großteil (68 Personen) wohnt in Seligenporten im Klosterhof 9, wo es allerdings immer wieder Probleme gegeben habe, so Wagner.

Ein herzliches Dankeschön sagte Wagner für die eingegangenen Spenden. Dringend nötig sei ein weiterer Lagerraum für Möbel, die oft zwischengelagert werden müssen. Schwierig sei nach wie vor die Wohnungssuche, ebenso sei es schwer, Sprachkurse für Geflüchtete zu bekommen.

Integrationsbeauftragte in Pyrbaum: „Bleiben Sie menschlich“

In den vergangenen zwei Jahren habe sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit viele tolle Menschen kennengelernt, viele gute, aber auch manch traurige Erfahrungen gemacht. Ihr Dank galt dem Team, das sie stets unterstütze. „Bleiben Sie menschlich, bei allem was Sie tun“, appellierte Wagner.

Positives berichteten Claudia Kipferler und Claudia Rother bei der Sitzung über die Bücherei. 2024 engagierten sich 22 ehrenamtliche Mitarbeiter 2636 Stunden. Die Bücherei hatte 257 Stunden geöffnet. Über 7200 Medien stehen bereit. Größter Anteil der 10 985 Entleihungen (2023 waren es 9154) fiel mit 57 Prozent auf Kinderbücher, gefolgt von 25 Prozent Jugendbücher und Romane.

Bücherei Pyrbaum will weitere Tonies anschaffen

„Der Renner sind Tonies.“ Hier sollen noch mehr angeschafft werden. 2024 fanden Lesungen, Sommerfest und Teilnahme am Ferienprogramm statt. Heuer soll der Medienbestand weiterentwickelt und die Zahl der Entleihungen auf 12 000 erhöht werden. Einstimmig beschloss der Ausschuss, den Jahreszuschuss von 2500 auf 5000 Euro zu erhöhen.

Probleme gibt es am Schlittenhügel in Seligenporten. Bisher wurden Feiern, die dort stattfinden, vom OGV gesteuert. Dieser will die Verantwortung abgeben, da auch Bürger aus anderen Gemeinden den Platz für Feiern nutzen, die teils ausgeartet seien.

Bernd Glas regte an, im Friedhof Seligenporten eine Urnenwand aufzustellen. Verschiedene Konzepte sollen erstellt werden. Günther Fischer fragte, was die Sporthalle künftig für Vereine kosten werde. Dies sei noch offen, so Forster. „Die Mietbeträge werden aber sicher ansteigen.“