In Pyrbaum soll der Bürgerbus schon bald Fahrt aufnehmen – Details wurden festgezurrt

Groß war der Diskussionsbedarf bei der dreistündigen Sitzung des Pyrbaumer Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstag in der Bräustuben. Vor allem zum Projekt Bürgerbus gab es viele Fragen. Starten soll er. Doch wie und wo genau er fahren soll, musste noch geklärt werden.
Bereits in der Oktobersitzung des Marktrates hatte Bürgermeister Michael Langner die Idee eines Bürgerbusses zur Stärkung der Mobilität der Pyrbaumer Bürger nach dem Vorbild der Gemeinde Schwanstetten auf den Tisch gebracht. Das Gremium übertrug das Thema auf den Sozialausschuss.
Nun waren auch Pyrbaums Seniorenbeauftragte Karin Larsen-Lion und Ehrenamtsvertreter Wolfgang Heinritz aus Schwanstetten vor Ort, um das Projekt vorzustellen. Seit acht Jahren gibt es den Bürgerbus in Schwanstetten. Heinritz ist einer der 14 ehrenamtlichen Fahrer, die sich selbst organisieren. Für den Bürger ist der Bürgerbus kostenfrei, die Gemeinde zahlt rund 17 000 Euro im Jahr. Angeboten werden Fahrten von Haus zu Haus innerhalb der Gemeinde.
Bürgerbus in Schwanstetten ein Modell für Pyrbaum?
Hier wurde ein Neun-Sitzer-Bus geleast, für den kein Personenbeförderungsschein nötig ist. Fahrten werden Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag von 14 bis 17 Uhr angeboten, nicht an Wochenenden und Feiertagen. Etwa 80 Prozent der Nutzer in Schwanstetten seien Senioren, informierte Heinritz. Der Bus sei mit einer Einstiegshilfe ausgestattet. An Wochenenden nutzten Vereine den Bus. Der Aufwand für die Verwaltung sei überschaubar, da sich die Fahrer selbst organisieren. Alle vier Wochen werde der Bus vom Bauhof gereinigt.
Fahrer, Ausstattung, Finanzierung – Viele Fragen zum Bürgerbus
Bernd Glas wünschte für Pyrbaum eine behindertengerechte Ausstattung des Fahrzeugs. Langner verwies darauf, dass das Angebot für die breite Bevölkerung sein soll. Karin Larsen-Lion informierte über die rechtliche Lage. Die Fahrer seien über die bayerische Ehrenamtsversicherung abgesichert solange sie sich selbst organisieren.
Aktuell müsse die Nachbarschaftshilfe Pyrbaum viele Fahrten schultern. Ein Bürgerbus brächte eine deutliche Entlastung. „Das Ganze steht und fällt mit den Freiwilligen“, brachte es Bernd Glas auf den Punkt. Drei Fahrer hätten bereits Interesse signalisiert, sagte Larsen-Lion. Zudem verwies sie auf die Institution Lichtblick, die schon anderen Gemeinden einen Bus geschenkt habe. Allerdings dürfe dieser nur für Fahrten von Senioren genutzt werden.
Hierauf ging Langner kaum ein, denn Ziel für Pyrbaum sei eine breite Nutzung – auch für Vereine am Wochenende.
Wie weit fährt der Bürgerbus von Pyrbaum aus?
Unterschiedlicher Meinung waren die Räte bei der Reichweite. Glas gab zu Bedenken, dass bei Fahrten nach Neumarkt der ÖPNV untergraben werde. Langner wollte zumindest Postbauer-Heng anfahren, Roland Lehmeier zudem Allersberg. Larsen-Lion riet dazu, langsam zu starten und das Projekt wachsen zu lassen.
Langner ließ über die einzelnen Punkte abstimmen. Einstimmig wurde beschlossen, einen Bus – Angebote sollen nun eingeholt werden – für zwei Jahre durch die Gemeinde zu leasen und Fahrten von Haus zu Haus anzubieten. Mit sechs zu fünf Stimmen wurde der Nutzung durch Vereine am Wochenende zugestimmt, gegen eine Stimme der Radius auf die Gemeinde Pyrbaum mit Postbauer-Heng und Allersberg, gegen zwei Stimmen ein Fahrzeug mit Einstiegshilfe festgelegt. Nur ein Marktrat war für die Anschaffung eines behindertengerechten Fahrzeugs.