Arbeitsagentur Regensburg: Weiterbildung und Zuzug von Fachkräften im Fokus

Von Gerd Otto · 31. Januar 2025 um 17:41

Die Region sei mit Blick auf die Branchen und Unternehmensstrukturen breit aufgestellt, „und dies ist angesichts der vielfältigen Herausforderungen gut so“, sagte der Regensburger Arbeitsagentur-Chef Fred Gaida bei der Jahrespressekonferenz am Freitag. Er zeigte sich durchaus optimistisch, obwohl der neueste Arbeitsmarktbericht bayernweit gerade 328 749 Arbeitslose ausgewiesen hat und der deutsche Wert nur knapp unter der Drei-Millionen-Grenze blieb.

Als Schwerpunktthemen für das Jahr 2025 und folgende hob Gaida aus Sicht der Arbeitsmarktberatung insbesondere die Notwendigkeit hervor, in die Beschäftigungssicherung sowie in die Fort- und Weiterbildung zu investieren, aber auch in die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland. Schließlich scheiden selbst bei der Arbeitsagentur in den kommenden zehn Jahren fast 20 Prozent der Beschäftigten aus, „also ist auch bei uns eine effektive Personalrekrutierung erforderlich“.

Arbeitslosenbestand in den letzten zwei Jahrzehnten halbiert

Mit Blick auf die langfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der Region Regensburg, Kelheim und Neumarkt verwies Gaida darauf, dass sich die Zahl der Arbeitslosen in den letzten zwei Jahrzehnten zwar fast halbiert habe, die Arbeitslosenquote von 7,1 im Dezember 2005 auf 3,2 gesunken sei – die Dynamik bei den Zu- und Abgängen jedoch inzwischen deutlich langsamer verlaufe. Die Bewegungsstruktur des regionalen Arbeitsmarktes sei zum einen als Folge des Corona-Lockdowns im März 2020 und ab dem Jahre 2022 aufgrund der Kriegsflüchtenden aus der Ukraine beeinträchtigt worden, sowie zuletzt auch konjunkturbedingt.

Aktuell, also im Januar 2025, waren im Bezirk Regensburg exakt 13 745 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent entspricht und gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung um über 1500 Arbeitslose bedeutet. Allein im Monat Dezember kamen von den 4130 neu gemeldeten Arbeitslosen 2532 Personen direkt aus der Erwerbstätigkeit. Während derzeit rund 50 Prozent der Arbeitslosen dem „Helferbereich“ zugeordnet werden, also dem Personenkreis ohne beruflichen Abschluss, zählen bei den von den Unternehmen gemeldeten Arbeitsstellen nur 19 Prozent zu diesem Bereich. Umso wichtiger erscheint Fred Gaida angesichts der vielfältigen Herausforderungen zwischen Transformation, politischer Unsicherheit und Konjunkturschwäche die Rolle der Zeitarbeit als eines in schwierigen Zeiten besonders flexiblen Instruments. „Zum Glück nur eine Richtung, nämlich die nach oben“ nimmt weiterhin die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein, wobei Gaida mit Nachdruck darauf verweist, dass fast 80 Prozent der Steigerung zum Vorjahr durch Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bewirkt worden sind: „Ohne Zuwanderung wäre dieser Beschäftigungsaufwuchs kaum möglich.“ Auch wenn sich dieser Trend heuer etwas abschwächen dürfte, erwartet Gaida in seinem Agenturbezirk für 2025 „keinen Einbruch“. Der Landkreis Neumarkt nimmt mit einer Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent die Poleposition ein, gefolgt von den Landkreisen Regensburg (3,2 Prozent) und Kelheim (3,9) sowie der Stadt Regensburg mit einer Quote von 4,9 Prozent.

Arbeitsmarkt in der mittleren Oberpfalz: Kreis Cham weiter robust

Den Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Dezember 2024 und um 7,4 Prozent im Vorjahresvergleich auf 10 708 Arbeitslose führt der Chef der Agentur für Arbeit Schwandorf, Siegfried Bäumler, vorwiegend auf saisonale Effekte zurück, „auch wenn die Auswirkungen struktureller Veränderungen sowie konjunktureller Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt angekommen sind“. Dennoch stünden die Chancen für Fachkräfte nach wie vor gut, rasch wieder eine Stelle zu finden.

Obwohl er noch nicht von einer allgemeinen Verschlechterung in seinem von Amberg über Schwandorf bis Bad Kötzting reichenden Agenturbezirk sprechen möchte, so spiegele sich die allgemeine Verunsicherung auch in der mittleren Oberpfalz wider: „Lediglich der Landkreis Cham zeigt sich unverändert robust.“