Ein Leben für Handwerk und Menschen: Willmeringer Bauunternehmer Michael Dankerl tot

Von David Salimi · 30. Januar 2025 um 19:00

Der Bauunternehmer Michael Dankerl ist tot. Am Dienstag ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Gründer und langjährige Geschäftsführer des Familienunternehmens Michael Dankerl Bau aus Zifling in der Gemeinde Willmering (Landkreis Cham) hinterlässt eine beeindruckende Lebensleistung, die weit über die Grenzen des Landkreises Cham hinaus wirkt.

Michael Dankerl bleibt nicht nur als erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch als Mensch in Erinnerung, der Werte vermittelte, die weit über das Geschäftliche hinausgingen. Das beweisen die Erinnerungen seiner Tochter und Nachfolgerin im Unternehmen. „Mein Vater war einer der herzlichsten, liebevollsten Menschen, die ich je kennen- gelernt habe. Er war immer für mich da, hat mir zugehört, mich unterstützt und mir sein Vertrauen geschenkt“, erinnert sich Viktoria Dankerl, die seit 2013 das Unternehmen in der dritten Generation leitet. Zudem habe er den schwierigen Spagat zwischen seiner Rolle als Unternehmer auf der einen und Familienoberhaupt auf der anderen Seite geschafft. Oft habe er dabei seine eigenen Bedürfnisse und zurückgestellt.

War „immer auf Augenhöhe mit seinen Mitarbeitern“

Michael Dankerl hatte das Unternehmen Mitte der 1950er Jahre von seinem Vater übernommen und seitdem mit unermüdlichem Einsatz in die Zukunft gelenkt. Er war es, der das Familienunternehmen nach der Kriegszeit von Grund auf neu aufbaute – „von Null angefangen“, wie Viktoria Dankerl erklärt. „Kein Auto, kein Bus, keine Maschinen“, erinnert sie sich an die bescheidenen Anfänge. „Ich weiß aus Erzählungen, dass er besonders stolz war, als er sich seinen ersten Lastwagen leisten konnte.“

Trotz all des Erfolgs blieb er stets bodenständig: „Egal was war, er blieb immer auf Augenhöhe mit seinen Mitarbeitern. Seine Tür stand immer für alle offen“, so seine Tochter. Michael Dankerl wusste, dass sein Erfolg ohne sein Team nicht möglich gewesen wäre. Dass er dies alles ohne seine Mitarbeiter nicht geschafft und ihnen sehr viel zu verdanken hätte, habe er stets betont. „Viele Mitarbeiter haben mir gesagt, dass sie nicht nur einen Chef, sondern auch einen Freund verloren haben“, fügt Viktoria Dankerl hinzu.

Als Firmenchef war es Michael Dankerl immer wichtig, nicht nur innerhalb des Unternehmens Verantwortung zu übernehmen, sondern auch als sozialer Mitgestalter in der Region. Ein besonderes Anliegen war ihm die Ausbildung von Nachwuchskräften im Bauhandwerk. Jahrzehntelang engagierte er sich ehrenamtlich für die Ausbildung, unter anderem als Obermeister der Bauinnung Cham und durch die Etablierung von Projekten, wie den Baubegegnungstagen. „Dabei gelang es ihm auf einzigartige Weise, junge Menschen für das Bauhandwerk zu motivieren und für eine Karriere in der Branche zu begeistern“, erinnert sich etwa Chams Landrat Franz Löffler.

Landrat Löffler: Ein „außergewöhnlich tüchtiger Bauunternehmer“

Für ihn sei der Verstorbene ein „außergewöhnlich tüchtiger Bauunternehmer“ gewesen. Gemeinsam sei es gelungen, die Qualität und den Wert der Ausbildung in der Region zu stärken. Auch die Weiterentwicklung des Baukompetenzzentrums Furth im Wald der Berufsschule Cham tragen seine Handschrift. „Persönlich, aber auch im Namen des Landkreis, bin ich Michael Dankerl außerordentlich dankbar für dieses Lebenswerk, das sich nachhaltig positiv auf die Zukunft unserer Region auswirkt“, so Löffler.

Bei weitem war es jedoch nicht nur seine Arbeit als Unternehmer und Mentor, die Michael Dankerl ausgezeichnet hat. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Fairness gehörten zu den Prinzipien, die er nie aus den Augen verlor. „Sein Wort hat immer gezählt, und er stand immer zu seinen Entscheidungen und Zusagen. Jeder der meinen Vater kannte, weiß das“, betont Viktoria Dankerl. „Er wusste, dass er nur durch sein Team stark werden konnte, und genau deshalb war der respektvolle Umgang mit jedem seiner Mitarbeiter für ihn so wichtig.“

Für seine engagierte Arbeit wurde Michael Dankerl mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den „Goldenen Meisterbrief“ und der „Goldenen Verdienstmedaille des Bayerischen Baugewerbes“.

Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche markante Bauwerke, die noch heute das Chamer Stadtbild und die Region prägen. Zu den bekanntesten Projekten zählen unter anderem der Neubau des Landratsamts Cham, die Sanierung der Klosterkirche Cham und der Neubau des Regentalcenters. Aber auch in seiner Heimatgemeinde Willmering tragen zentrale Bauten Dankerls Handschrift, etwa die Schul- und Rathauserweiterung, der Neubau von Kindergarten, Mehrzweckgebäude und Kirche Sankt Johannes. Große Freude bereitete ihm der erst vor kurzem fertiggestellte Lagerneubau in Zifling, mit dem sich die Firma Dankerl zukunftsweisend aufgestellt hat.

„Besonders stolz war er darüber, dass er 2013 die Nachfolge gut regeln konnte, indem ich das Unternehmen in seinem Namen weiterführte“, erinnert sich Viktoria Dankerl. Ihr persönlich sei ihr Vater stets ein inspirierendes Vorbild gewesen, das gezeigt habe, dass man mit Fleiß, Ehrlichkeit und Leidenschaft Großes erreichen könne, ohne seine Werte zu verlieren: „ein fairer und geschätzter Chef, den seine Mitarbeiter respektiert haben, weil er sie respektiert hat“, fügt sie hinzu.

Große Spuren hinterlassen

So wird Michael Dankerl als ein ehrlicher und verlässlicher Mensch in Erinnerung bleiben. „Sein Erfolg war das Ergebnis von harter Arbeit und klugen Entscheidungen“, fasst Viktoria Dankerl das Schaffen ihres Vaters zusammen.

Michael Dankerl hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Doch sein Lebenswerk wird in den Bauwerken und der Region weiterleben – ebenso wie in den vielen Menschen, die er auf seinem Lebensweg geprägt hat.