Hemau zurrt Plan für Naherholungsgebiet fest: Heuer soll es losgehen

Von Daniel Pfeifer · 29. Januar 2025 um 19:00

Das geplante Naherholungsgebiet in Hemau (Landkreis Regensburg), macht einen weiteren großen Schritt nach vorn: Am Dienstagabend fällte der Stadtrat zwölf Beschlüsse, die die politische Grundlage für das 2,6 Hektar große Areal darstellen. Auch der Haushalt 2025 wurde beschlossen – nicht ohne Streit.

Ein großes Thema in diesem Jahr ist das geplante Naherholungsgebiet. „Die Satzung ist gefasst, der Bebauungsplan ist soweit festgezurrt. Damit ist das Verfahren jetzt abgeschlossen“, fasste Stadt-Geschäftsführer Franz Hofmeister zusammen.

„Wir haben hier Großes geschafft“, sagte Bürgermeister Herbert Tischhöfer. Behörden und Anlieger wurden beteiligt, Stellen wie das Wasserwirtschaftsamt oder das Forstamt haben ihre Stellungnahmen abgegeben und auf Formalien wie das Sturzflutrisikomanagement oder die Kennzeichnung giftiger Pflanzen hingewiesen. Nachdem all dies berücksichtigt wurde, steht nun die nächste Phase des Projekts an.

So geht das Projekt in Hemau weiter

In drei Bauabschnitte ist das Vorhaben eingeteilt. Im ersten Abschnitt, im östlichen Teil des Areals, sollen noch in diesem Jahr die Bagger rollen, erklärt Anne Wendl vom Büro Landimpuls, das das gesamte Projekt begleitet. Dieser erste Abschnitt umfasst vor allem den Spielplatz. „Ziel wäre, im Herbst zu beginnen“, sagt Wendl. Dann sollen Erdarbeiten starten. Bis der Spielplatz genutzt werden kann, dauert es aber noch. Jetzt steht erst einmal eine Ausschreibung für Firmen an, die dann ihre eigenen Ideen für die Geräte einbringen können. Bevor sich ein Gremium für einen Entwurf entscheidet, soll es auch noch eine Bürgerinformation geben. Und dann müssen die Geräte natürlich auch noch hergestellt werden.

Eine Grundidee für den Spielplatz entwirft nun vorab das Büro Landimpuls. Diese basiert auf Gesprächen der Planer mit Kindergärten, dem Jugendtreff, der Mutter-Kind-Gruppe, den Stadtrats-Fraktionen sowie dem Blindeninstitut. Ein wichtiger Aspekt: „Man will auch einen Spielbereich haben, der für Menschen mit Einschränkungen geeignet ist“, sagt Wendl. Für den Baubeginn des Naherholungsgebiets sind heuer bereits die ersten 650 000 Euro im Haushalt eingeplant.

Dieser Haushalt war auch das zweite große Thema der Stadtratssitzung am Dienstag. Denn nachdem der Hemauer Rekordetat 2025 schon im November in aller Ausführlichkeit im Finanzausschuss behandelt wurde (wir berichteten), war es nun am Stadtrat, dem Zahlenwerk zuzustimmen.

Wie schon im November stellte Geschäftsleiter Franz Hofmeister den 500 Seiten langen Epos mit insgesamt 1900 Haushaltsstellen vor. Dank gewaltiger Sanierungs- und Baumaßnahmen ist ein Rekordinvestitionsvolumen zu erwarten. Verändert haben sich im Vergleich zum Entwurf von vor zwei Monaten nur Einzelposten, mit 31,9 Millionen Euro bleibt das Gesamtvolumen des Haushalts 2025 massiv. Was sich leicht reduziert, sind die erwarteten Kredite, die Hemau aufnehmen werden muss. Waren es im November-Entwurf noch 1,7 Millionen Euro, sind jetzt „nur“ noch 1,2 Millionen zu erwarten. Auch in den kommenden Jahren werden weniger Kredite erwartet, berichtete Hofmeister. „Zusammengefasst: Die Einnahmen bleiben stabil – werden aber mindestens zur Hälfte gefressen von der Kreisumlage.“

Freie Wähler und SPD gegen Haushalt

Genau diese Kreisumlage sorgte auch am Dienstag erneut für Streit im Stadtrat. Petra Lutz (SPD), Christine Lammert (Freie Wähler) und Peter Ostenrieder (Grüne/parteilos) kritisierten, dass im Haushalt die erwartete Erhöhung der Umlage ignoriert wird. Schon in der Sitzung im November forderte die Opposition, diese finanzielle Mehrbelastung in den Haushalt mit einzuberechnen. Doch wie schon im November blieb die CSU-Mehrheit dabei, sie weiterhin auszuklammern.

Und so wurde der Haushalt beim finalen Votum nicht einstimmig verabschiedet: Zwölf Ja-Stimmen standen acht Nein-Stimmen entgegen. „Die Freien Wähler können leider dem sonst beeindruckenden Haushalt nicht Zustimmung erteilen“, sagte Lammert. „Danke an Herrn Hofmeister für sein gründliches Werk, doch die SPD kann so nicht zustimmen“, sagte Petra Lutz.

Kurzparkzone erweitert

Bislang konnten Langzeitparker sich mit ihren Autos nach Belieben auf den Parkplatz in der Postgasse am Oberen Stadtplatz stellen. Dem schiebt die Stadt nun einen Riegel vor. Bei der Sitzung des Stadtrats am Dienstagabend beschloss das Gremium auf Initiative des Stadtrats Thomas Semmler (CSU) hin, den Parkplatz zur Kurzparkzone zu machen.

Damit sollen nun ähnliche Regeln gelten wie am Stadtplatz: Von Montag bis Freitag zwischen 7 und 17 Uhr ist eine Höchstparkdauer von drei Stunden erlaubt.

Dies sei gerechtfertigt, „weil der Parkplatz ja für Besucher des Ärztehauses durchaus interessant ist“, sagte auch Stadtrat Florian Meyer (CSU). Drei Stunden sollten für den Arztbesuch ausreichen, darauf einigte sich das Gremium schlussendlich und votierte einstimmig für den Vorschlag. Überwachen soll die Einhaltung der Parkregeln der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz.