Rauschgift-Deals von der Entzugsklinik aus: Mann (33) aus Regensburg vor Gericht

Von André Baumgarten · 27. Januar 2025 um 19:00

Der eine steht wegen 30 Gramm, der andere wegen rund zwölf Kilo Drogen in Regensburg vor Gericht. Aufgeflogen sind beide, weil der Jüngere seine Auflagen nicht einhielt. Beim Zugriff wurden die Ermittler auf einem Handy fündig.

Aus dem Drogenentzug soll ein 33-Jähriger mit Drogen gehandelt haben. Ermittler griffen am Maifeiertag zu, weil sich der Regensburger der Krisenintervention der Therapeuten entzog und gesucht wurde. Ins Netz ging der Kripo so auch ein drei Jahre älterer Mann, der mit ihm angeklagt ist. Der saß ohne Führerschein am Steuer eines BMW, im Gepäck 30 Gramm Crystal Meth und Heroin. Das Gericht hat einen Deal angeboten.

Der weitaus größte Teil der Anklage gegen den Jüngeren beruht auf Chatnachrichten vom Handy des Mannes, das Drogenfahnder einst sichergestellt hatten. Allerdings nur, weil der 33-Jährige zur Fahndung ausgeschrieben war, da er seine Auflagen wohl nicht erfüllt hatte. Denn er war vom Gericht zu einer Entzugstherapie verdonnert worden, auch wegen Drogen. Die Reststrafe des früheren Urteils war zur Bewährung ausgesetzt worden – doch der Mann wurde rückfällig, weshalb diese widerrufen wurde. Wie tief der 33-Jährige im Milieu steckte, brachte erst eine Handyauswertung zutage.

Bislang herrscht großes Schweigen vor Gericht

Laut der Anklage geht es um rund zwölf Kilogramm Rauschgift, davon allein 8,5 Kilo Meth, um Marihuana, Amphetamin und Heroin. Damit soll der 33-Jährige gehandelt und mehr als 350.000 Euro umgesetzt haben. Und das in nur gut 13 Monaten. Was die Anklageschrift zudem offenbart: Gegen zwei weitere Männer wurde oder wird ermittelt. Von ihnen soll der Angeklagte kiloweise eingekauft haben, einmal sogar mit einem davon eng zusammengearbeitet haben. Doch dazu erklärten sich weder seine Anwälte, die Strafverteidiger Michael Haizmann und Sebastian Scharmer, noch er selbst vor Gericht. Selbiges tat der Mitangeklagte.

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Zum Überlegen gab die siebte Strafkammer des Regensburger Landgerichts den Männern einiges mit auf den Weg: Nach dem längeren Rechtsgespräch gab es nämlich ein Angebot der Richter – nicht über achteinhalb Jahre für den mutmaßlichen Großdealer und maximal drei Jahre für den 36-Jährigen. Voraussetzung: Sie müssen die Vorwürfe mit kleineren Anpassungen gestehen. Das machte Vorsitzender Richter Dr. Guth deutlich. Die Strafhöhe orientiere sich auch an den erheblichen Vorstrafen beider Männer. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte Entgegenkommen signalisiert, was den Wegfall einiger Vorwürfe betraf.

Geständnisse würden Prozess beschleunigen

Beim Älteren geht es im Vergleich zum Hauptangeklagten lediglich um einen Fall von gemeinschaftlichem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln mit gerade 30 Gramm. Dem 33-Jährigen dagegen liegen 16 Fälle und das 400-fache der Menge zur Last. Sollten die Männer alles gestehen, könnte der Prozess schnell enden. Das Gericht würde die Geständnisse prüfen und zeitnah urteilen. Zu entscheiden wäre auch, ob der 36-Jährige in Therapie muss, wie er es sich wünscht, was Anwalt Tilman Michler hervorhob.