Sprayer auf der Steinernen Brücke: Mann spricht von heftigen Drohungen – Hotel will Mitarbeiter befragen

Von Heike Haala · 27. Januar 2025 um 15:00

Im Fall der schwarz besprühten Geländersteine auf der Steinernen Brücke haben sich inzwischen mehrere Zeugen bei der Polizei gemeldet, die den unbekannten Täter in flagranti beobachtet haben. Die Ermittler schließen ein politisches Motiv nicht mehr aus.

Was ist passiert? Vor zwei Wochen, als die AfD-Landtagsfraktion im Sorat-Hotel in Klausur ging, waren orangefarbene Botschaften, die sich gegen die tagende Partei richteten, auf drei Platten im Geländer der Steinernen Brücke aufgetaucht. Nach einer Woche entdeckte die Polizei dann, dass die Steinplatten komplett mit schwarzer Farbe übersprüht worden waren. Die Stadt bezifferte den Schaden auf 2000 Euro und kündigte an, dass es eine Spezialfirma brauche, um den Granit zu säubern. Auch auf dieser Farbschicht klebte zwischenzeitlich noch einmal eine neue Botschaft: Streifen, die an Absperrbänder erinnern, verwiesen auf die Initiative für ein AfD-Verbot.

Jetzt ist klar: Die Tat wurde beobachtet. Ein Mann (Name der Redaktion bekannt), der sich als Augenzeuge der Tat bezeichnet, spricht von aggressiven Drohungen bei seinem Einschreiten. Die seien so heftig gewesen, dass er anonym bleiben wolle.

Gewalt und Aggressivität

Er berichtet, dass er in der Nacht auf den 18. Januar zwischen 1 und 2 Uhr zusammen mit einem Begleiter einen Unbekannten auf der Steinernen Brücke beobachtet habe. Diese Person soll die Geländersteine schwarz besprüht haben. „Geht’s noch?“, habe da eine weitere Passantin den Unbekannten gefragt. „Dann haben auch wir uns eingemischt“, erinnert sich der Mann. Er habe verhindern wollen, dass der Unbekannte die Brücke beschädigt. Der Angesprochene habe laut den Schilderungen des Mannes noch die Anti-AfD-Schriftzüge unter der schwarzen Farbe erwähnt und verdeutlicht, dass etwas gegen diese unternommen werden müsse. „Ich habe noch gesagt, dass er mit der Schmiererei genau den gleichen Mist macht. Er ist aber schnell laut und gewaltbereit geworden“, erinnert sich der Mann. Etwa habe der Unbekannte damit gedroht, ihn von der Brücke zu schmeißen und ihm ein Messer in den Hals zu rammen. Die Situation habe etwa fünf Minuten gedauert, bevor sich der Unbekannte entfernte, schildert der Mann.

In der Folge sei noch eine Gruppe von Menschen auf die Brücke gekommen , die sich als Mitarbeiter des Sorat-Hotels ausgegeben haben sollen. Diese sollen zu dem Mann gesagt haben, dass der Unbekannte schon einmal bei ihnen in der Bar gewesen sei.

Der Mann habe sich in der Sache an die Polizei gewandt und erwähnte auch ein Gespräch mit den Ermittlern, zu dem es am Montag kommen sollte. Thomas Hasler von der Regensburger Polizeiinspektion Nord gibt Auskunft, dass sich am Wochenende mehrere Zeugen bei den Polizeidienststellen in Regensburg mit Hinweisen zu dem Vorfall auf der Steinernen Brücke gemeldet haben. „Im Rahmen der Befragungen wurde bekannt, dass es darüber hinaus zu Bedrohungen seitens des noch unbekannten Täters gegenüber den Zeugen gekommen sein soll“, erklärt er. Dies führte dazu, dass die Kriminalpolizei die Bearbeitung des Falls übernahm − insbesondere, weil ein politisch motiviertes Agieren nicht ausgeschlossen werden könne.

War Sprayer Bargast?

Sorat-Chef Nicolas Meißner sagt, weder ein Aufeinandertreffen seiner Mitarbeiter mit dem Mann noch deren Identifikation des unbekannten Sprayers als Gast der Hotelbar in jener Nacht bestätigen zu können. „Wir haben von dieser Darstellung bislang keine Kenntnis. Wir werden hierzu eine Mitarbeiterbefragung durchführen und die Ermittlungsbehörden dann informieren“, kündigt Meißner an.

Hinweise

Die Polizeiinspektion Nord bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Diese können unter der Telefonnummer (09 41) 5 06 22 21 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle gemeldet werden.

Darum geht es: Da muss eine Spezialfirma ran. Foto: Haala