Vogelpark Abensberg: Der Winterschlaf ist bald vorbei

Zu Besuch bei Daisy, Konrad und Coco: Am 31. Januar öffnet der Vogelpark in Abensberg wieder für seine Besucher.
Wenn am 31. Januar der Vogelpark wieder öffnet, dann können die Gäste auch Daisy und Konrad einen Besuch abstatten. Das 37-jährige Shetlandpony und der 40-jährige Eselhengst gehören zu den ältesten Tieren im Vogelpark. Nicole Hoffmeister sind sie längst ans Herz gewachsen, genauso wie die anderen rund 300 Tiere. Für sie geht die erste Wintersaison als Pächterin zu Ende. Bald sperrt der Vogelpark wieder für die Gäste auf.
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Vor knapp einem Jahr hatte Hoffmeister den Vogelpark als Pächterin von den Guttenbergers, die den Park nach wie vor besitzen, übernommen. Davor hatte sie hier schon mehrere Jahre als Tierpflegerin gearbeitet. Tiere begleiten sie schon ein ganzes Leben lang. Der Quereinstieg in die Tierpflege war für sie also nur logische Konsequenz.
Dann einen Tierpark zu führen, ist freilich wieder eine ganz andere Geschichte. Auch zuvor schon war sie mit Organisatorischem betraut, jetzt ist sie „Mädchen für alles“, kümmert sich um die Dienstpläne der 15 Mitarbeiter, sitzt auch schon mal im Kassenhäuschen und hat die Finanzierung stets im Blick. Und ihre Schwester, „meine rechte Hand“, managt die Gastronomie, die zum Park gehört.
Viel Organisatorisches
In der besuchsfreien Zeit, jetzt im Winter, hatte Hoffmeister ein bisschen mehr Zeit für Organisatorisches, und auch für Planungen für das neue Jahr. Der Vogelpark wird nach und nach auf Vordermann gebracht. So wurden beispielsweise die alten Volieren, in denen die Steppenadler untergebracht waren, abgerissen. Gerade entsteht eine neue Voliere.
Auch, ob man neue Tiere in den Vogelpark holt und wenn ja, welche, muss sie im Blick behalten. Im vergangenen Jahr zogen Stachelschweine ein, mittlerweile sind es vier Stück. „Das hat ein wenig gedauert, bis sie nicht mehr so scheu waren und sich auch zeigten“, so Hoffmeister. Die neueste „Errungenschaft“ ist ein Bienenvolk, um das sich ein Imker in der Nähe kümmert.
In ihrem Herzen freilich bleibt Hoffmeister Tierpflegerin und sorgt mit ihrem Team dafür, dass die Tiere alles haben, was sie brauchen. Jetzt im Winter bekommen die Tiere teilweise mehr Futter, und auch mehr Heu wird eingestreut, weil sie in der Kälte auch mehr Energie verbrauchen. „Da geht die eine oder andere Schubkarre mehr raus“, sagt Hoffmeister. Manche Tiere bekommen außerdem zusätzlich Obst. Das alles wird protokolliert, denn nicht jedes Tier verträgt jedes Obst. In der vergangenen Saison sind mehrere Tiere verendet, weil sie von Gästen mit Brotresten gefüttert worden waren. Ein Tier verendete an einer Plastiktüte. Schon ein Keks, den ein Kind verliert, könne zur Gefahr werden, so Hoffmeister. Und auch ein Apfel, so harmlos er erscheinen mag, kann einem Tier schaden. Deshalb ist strengstes Futterverbot – ausgenommen von den Tüten, die man mit ausgewähltem Futter für die jeweilige Tierart kaufen kann und das der Tierarzt abgesegnet hat.
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Abends, nach getaner Arbeit, dreht Hoffmeister selbst gern noch einmal eine Runde, schaut, ob es den Tieren gut geht. Und in den Sommermonaten kann das schon mal spät sein: „Da sind es eher zwölf Stunden plus täglich“, sagt Hoffmeister, „aber ich empfinde das nicht als Arbeit“, vielmehr sei der Park eine Leidenschaft.
Tiere vom Tierschutz
Jetzt, in den Wintermonaten hat sie auch während des Tages Zeit für eine Runde durch den Park. Dabei kommt ihr Schwan Billy entgegen, vorsichtshalber macht er eine kleine Drohgebärde. „Den habe ich vom Tierschutz“, so Hoffmeister. Immer wieder nimmt sie Tiere auf, die andernorts aus schlechter Haltung befreit wurden. Ein paar Meter weiter schubsen Hängebauchschweine mit ihrem Rüssel ein Stück Semmel hin und her und verzehren es dann genüsslich.
Die Esel lugen neugierig über den Zaun und zerreißen mit ihrem Schrei die winterliche Stille. Ganz in der der Nähe stehen Zwergshetlandponys, die sich über die Reste eines Weihnachtsbaums freuen dürfen. „Da sind ätherische Öle drinnen, das kriegen sie hin und wieder zum Fressen“, so Hoffmeister. Ein Albino-Parmakänguru plustert sich in seinem Gehege mit seinem Fell auf. Daneben rennen Gänse und Enten schnatternd in Richtung Teich. „Wir achten immer darauf, dass der nicht ganz zugefroren ist. Dann haben sie einen Rückzugsort, falls der Fuchs käme“, so Hoffmeister, „aber bisher hatten wir damit keine Probleme“.
Den Enten und den Gänsen mag die Kälte nichts ausmachen, und auch nicht den Ouessantschafen, die Hoffmeister in den Park mitgebracht hat und die gegenüber des Teichs ein neues Zuhause gefunden haben.
Bei manch anderen Vögeln mag das schon anders aussehen. So werden die Volieren beispielsweise beim Weißhaubenkakadu oder auch beim Ara Chico beheizt. „Der wurde von einer älteren Frau abgeholt“, erzählt Hoffmeister, die sei nicht mit dem Tier zurechtgekommen, das gerne spielt und beschäftigt werden muss.
Ab Ende Januar geht es los:
Saison beginnt: Der Park ist ab 31. Januar freitags, samstags und sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, die Gastronomie von 11 bis 16 Uhr. Ab März ist auch unter der Woche geöffnet.
Adresse: Welschenbach 4
93326 Abensberg, Telefon:
(0 94 43) 7110. Mehr Infos auf www.vogelpark-abensberg.de
Führungen: Es werden Führungen und auch Geburtstagspakete angeboten.




