Kelheimerin erfüllt sich mit Neubeginn im Abensberger Vogelpark einen Traum

Von Charlotte Römer · 12. März 2024 um 15:00

An den Winter erinnert eigentlich nur der Name eines Vogels – der der Schneeeule. Im Vogel- und Tierpark im Welschenbacher Wald zieht das Frühjahr ein. Eine neue Saison hat begonnen. Ein Neubeginn ist es auch für Nicole Hoffmeister: Die Kelheimerin ist die neue Pächterin des Tierparks. Die Umstellung ist für sie und die Tiere aber nicht groß, die 33-Jährige arbeitet dort schon seit ein paar Jahren.

Hoffmeister hatte vorher in einer Bäckerei gearbeitet und fing einen neuen Job im Kiosk des Vogelparks an. Dort packte sie die Begeisterung für den Park. „Schnell wurde das immer mehr. Ich hab mich dann vom Kiosk zur Tierpflegerin und zur Tierpflegeleitung hochgearbeitet“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Hoffmeister hat dann immer mehr Aufgaben in und um den Tierpark übernommen. „Dann hat der Inhaber Max Guttenberger mich gefragt, ob ich den Park als Pächterin übernehmen will.“ Gesagt, getan.

Eigene Schafe mitgebracht

„Ich war schon immer ein Fan von Zoos, auch heute gehe ich gerne in Tierparks“, sagt sie. Und jetzt betreibt sie ihren eigenen kleinen Tierpark. „Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten, mir macht das so viel Spaß. Für mich ist jetzt ein Traum in Erfüllung gegangen", sagt die 33-Jährige. Tierlieb sei sie schon immer gewesen, sagt sie. Sie hat zwei Hunde und Schafe, die mittlerweile auch im Tierpark leben.

Die Schafe passen da gut dazu, denn im Vogelpark gibt es längst nicht nur Vögel wie Schneeeulen, Adler und Pfauen, sondern auch immer mehr andere Tiere. Von Exoten wie zwei Streifenhörnchen, Kängurus und Stachelschweinen bis zu heimischen Tieren wie Schafen, Esel und Kaninchen ist alles dabei.

Manche von ihnen haben auch die eine oder andere Besonderheit. So wie das Lama Tammy. Es kam ohne Oberkiefer auf die Welt. „Einige Menschen finden das komisch und manchmal sagen Leute auch, dass das Tierquälerei wäre“, sagt Nicole Hoffmeister. Sie ist da ganz anderer Meinung: „Tammy ist mittlerweile 19 Jahre alt und hat sogar gesunden Nachwuchs bekommen.“ Das Lama zieht oft Blicke auf sich. „Für Kinder ist es gut, zu sehen, dass Behinderungen auch bei Tieren vorkommen“, sagt Hoffmeister, „wir erklären dann, dass das wie bei den Menschen ist."

Eine Ziege mit Down-Syndrom

Aufmerksame Besucher können im Park auch ein Albino-Känguru und eine Ziege mit Down-Syndrom beobachten. „Hier wird jeder angenommen, wie er ist“, sagt Hoffmeister. 250 bis 260 Tiere gibt es im Park, schätzt sie. Gerade kamen wieder ein paar dazu.

Die Zwergziegen haben vor ein paar Tagen Nachwuchs bekommen. Noch haben die Zicklein ungefähr die Größe einer Katze, sie wachsen aber schnell. Im Park dürfen sich die Ziegen frei bewegen. Auch einige der drei Wochen alten Zicklein fetzen auf den Wegen munter drauf los.

Aber auch so ist der Park ständig am Wachsen. Gerade werden im hinteren Teil des Parks neue Volieren, unter anderem für die Australischen Steppenadler gebaut. In den vergangenen Jahren hat sich viel getan, auch die anderen Gehege wurden erneuert, haben neue Zäune bekommen. Zudem gibt es wieder ein Gasthaus und einen Spielplatz für Kinder

Die zehn Mitarbeiter im Park haben immer viel zu tun. „Wenn man einmal alles gemacht hat, kann man wieder von vorne anfangen“, sagt Hoffmeister. Sie ist jeden Tag um die zehn Stunden im Einsatz.

Strenges Fütterverbot

Diese Saison betreibt Hoffmeister auch das Lokal vor Ort, die „Woidwirtschaft“ selbst, ihre Schwester wird ihr dabei helfen. Somit sind die Besucher auch kulinarisch versorgt, denn im Park selbst herrscht Essverbot.

Der Grund dafür ist, dass in den vergangene Jahren mehrere Tiere verendet sind, weil Besucher sie mit nicht geeignetem Futter gefüttert haben. „Das ist ein Problem, das wir leider immer wieder haben“, sagt Hofmeister.

Mit dem Essverbot will sie verhindern, dass die Tiere mit mitgebrachten Keksen oder ähnlichem gefüttert werden. Es gibt aber vor Ort die Möglichkeit artgerechtes Futter zu kaufen, mitgebrachtes Futter ist ein absolutes Tabu.

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Das Känguru setzt sich schon mal in Position für die Smartphone-Kameras der Besucher.
Ein Pfau ist ob seiner Farbenpracht immer ein Hingucker, vor allem wenn er ein Rad schlägt.