Neunburgs Händler wollen Einkaufssonntag retten: Neues Konzept für Wintershopping liegt vor

Auch heuer will Neunburg mit mehreren Jahrmärkten Besucher in die Stadt locken. Fest geplant sind der Ostermarkt am 6. April und der Kirchweihmarkt am 19. Oktober. Zu beiden Terminen wird es einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Daneben könnte auch wieder eine Art Wintermarkt stattfinden. Dazu liegt seit kurzem ein Vorschlag auf dem Tisch.
Neunburgs Stadtrat hatte im Juni 2024 mit der Änderung der städtischen Marktsatzung den Wintermarkt im November eigentlich gestrichen. Es sei immer schwerer geworden, Händler für dieses Event nach Neunburg zu holen, so die damalige Begründung der Stadtverantwortlichen.
Der Wegfall des Wintermarktes sorgte aber unter Neunburgs Einzelhändlern für einige Kritik: Denn ohne Jahrmarkt gab es auch keinen verkaufsoffenen Sonntag. Diese Sonderöffnung ist aus Sicht der Händler aber für das Weihnachtsgeschäft wichtig.
Bürgermeister Martin Birner (CSU) hatte aber deutlich gemacht, dass ein weiteres Event in der Vorweihnachtszeit von den Händlern selbst auf die Beine gestellt werden müsste. Dazu hatten sich Stadt und Geschäftsleute wiederholt ausgetauscht.
Termin eine Woche vorgezogen
Am vergangenen Dienstag gab es ein weiteres Treffen, bei dem die Eckpunkte eines Konzeptes vorgelegt wurden. Die Veranstaltung könnte demnach am 16. November 2025 stattfinden. Damit rückt sie zeitlich etwas nach vorn: Der Wintermarkt wurde sonst in der Regel am Totensonntag, drei Wochen vor dem Neunburger Burgadvent, veranstaltet.
Neunburgs Händler haben sich mit der Stadt beim Thema Wintershopping angenähert. Das ist gut, findet MZ-Redakteur Jan Lange in seinem Kommentar.
Für die Händler sei der Termin eine Woche vor dem Totensonntag das „perfekte Datum“, berichtete Anna Benz-Reichenauer der MZ. Die 41-Jährige, die seit eineinhalb Jahren wieder in Neunburg lebt und schon zahlreiche Messen organisierte, hat das Konzept erarbeitet und will die digitale Werbung für die Veranstaltung übernehmen. Alternativ wäre auch der 23. November, also der Totensonntag, möglich. Favorit der Neunburger Händler sei allerdings der 16. November, da man dann „nicht mit den Adventsmärkten konkurrieren“ würde. Nach Meinung der Geschäftsleute müsse es „definitiv ein Sonntag“ sein, damit Familien Zeit hätten. Ein Samstag eigne sich nicht. Die Händler haben dabei vor allem den langen Einkaufssamstag beim jüngsten Burgadvent im Blick, der sich, so ihr Fazit, nicht als lukrativ erwiesen habe.
Zahlreiche Namensvorschläge
Für die Veranstaltung hat es laut Benz-Reichenauer zahlreiche Namensvorschläge gegeben – angefangen von Weihnachtlicher Marktzauber über Lichterfest und Winterwunder bis zu Winterwunderland-Markt. Der aktuelle Arbeitstitel lautet nun Neunburger Wintershopping. Bei der Namenssuche sei den Händler wichtig gewesen, dass der Aspekt des Einkaufens mit rüberkomme, so die Marketing-Fachfrau.
Der Stadt war es ihrerseits wichtig, die Veranstaltung nicht als Markt zu bezeichnen, so Bürgermeister Birner. Es müsse schon vom Namen her klar sein, dass es sich nicht um einen Jahrmarkt handelt. Mit einem Marktsonntag würden die Besucher bestimmte Erwartungen verbinden, die am Ende vielleicht nicht erfüllt werden könnten.
Die Stadt soll aber nach dem derzeitigen Konzept nicht ganz außen vor sein. Sie soll vielmehr als Veranstalter auftreten, während die Selbstständigen die Organisation der Fieranten übernehmen. Wie Martin Birner gegenüber der MZ bestätigte, sei die Stadt dazu bereit. Die endgültige Entscheidung obliege aber dem Stadtrat, der „zeitnah über das Konzept entscheiden“ soll, so der Rathauschef. Voraussichtlich wird das Thema in der Sitzung am 13. Februar auf der Tagesordnung stehen.
Bereits eine ganze Reihe Zusagen fürs Wintershopping
Sollte die Mehrheit dem Konzept zustimmen, gebe es aus Sicht des Bürgermeisters „kein Zurück mehr“. Genauso sieht es auch Anna Benz-Reichenauer. Sie ist aber sehr optimistisch, dass die erforderlichen zehn Händler für die Veranstaltung gewonnen werden können. „Das ist Stand heute definitiv machbar“, so die Marketing-Fachfrau. „Es gibt bereits zahlreiche Zusagen sowie Interessenten.“ Dazu gehören unter anderem der Verein der Selbstständigen, die Feuerwehr und die Sportler vom 1. FC Neunburg. Jeder teilnehmende Händler solle sich um mindestens einen Fieranten kümmern.
Das Wintershopping soll auch der Startschuss für das Weihnachtsgewinnspiel sein, erklärte Benz-Reichenauer. Verlost würden ein lukrativer Hauptpreis sowie diverse Gewinne der teilnehmenden Geschäfte.