„Sprechen kann man ja“ – FW-Kandidat Fabian Schmid sorgt mit AfD-Aussage für Kopfschütteln

Martin Scharf, der Schwandorfer Kreischef der Freien Wähler (FW), konnte es nicht fassen. Sein Bundestagsdirektkandidat Fabian Schmid (22) hatte bei der MZ-Podiumsdiskussion am Donnerstag erklärt, dass er sich nach der Wahl Gesprächen mit der AfD – auch bezüglich einer möglichen Koalition – nicht verschließen würde. Diese Aussage hat nun ein Nachspiel.
Am Ende der Diskussionsveranstaltung sollten sich die Direktkandidaten zu ihrer Wunschkoalition nach der Bundestagswahl äußern. Während die Kandidatinnen von CSU, SPD, Grünen und FDP eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschlossen, sorgte Fabian Schmid für ein Ausrufezeichen. Der junge Bodenwöhrer sagte: „Man sollte grundsätzlich mit jedem reden. Ob man dann mit der AfD auch spricht, wird man sehen, wenn es so weit ist.“
Auf Nachfrage des Moderators, ob er Gespräche mit der AfD auf Bundesebene also nicht ausschließe, wiederholte Schmid: „Sprechen kann man ja. Aber ob man dann auf einen gemeinsamen Nenner kommt, ist eine andere Frage.“ Er präferiere eine Koalition „aus der bürgerlichen Mitte“.
Für FW-Kreischef Martin Scharf war der Abend gelaufen
FW-Kreischef und Landtagsabgeordneter Martin Scharf aus Neunburg fehlten die Worte. Deutlich sichtbar für mehrere Zuhörer fasste er sich nach Schmids Aussage mit beiden Händen vors Gesicht. Auch einen Tag später schlugen im Kreisverband noch die Wogen hoch. „Mit der Aussage war der Abend für mich gelaufen“, sagte der Abgeordnete.
Gespräche mit der AfD seien für ihn „ein No-Go“. „Ich will mit dieser Partei nichts zu tun haben. Mit der AfD kann man nicht zusammenarbeiten. Ich will mit denen nicht mal reden“, erklärte Scharf. Der FW-Kreischef kündigte an, nach den Äußerungen Schmids mit diesem das Gespräch zu suchen. „Ich habe noch keine Erklärung für seine Aussage“, so der Abgeordnete.
Vize-Bezirkschef Florian Spiegler: „Das kostet Stimmen“
Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Bezirkschef der Freien Wähler, Florian Spiegler. Auch der Schwandorfer verfolgte am Donnerstag die Diskussion im Verwaltungsgebäude beim Müllkraftwerk. Mit Blick auf Schmids Äußerung sagte Spiegler wörtlich: „Ich weiß nicht, wo er da sein Hirn hatte.“ Eigentlich, so der FW-Vize, sei Schmid „ja auch anti AfD“. Die Positionen dieser Partei stünden in einer Demokratie nicht zur Debatte.
Spiegler machte keinen Hehl daraus, dass die Äußerungen des jungen Bundestagsdirektkandidaten für die Freien Wähler fatal seien. „Diese Aussage wird ihn und die Partei Stimmen kosten.“ Spiegler kündigte an, dass man sich Schmid „nochmals ganz genau anschauen“ werde. „Er muss sich in der Vorstandschaft erklären“, so der Vize-Bezirkschef wörtlich. Er erwarte, dass sich Fabian Schmid klar von seinen Äußerungen bei der Podiumsdiskussion distanziere.
Fabian Schmid steht zu seiner Äußerung bezüglich der AfD
Der Kandidat selbst war am Tag nach der Veranstaltung für die MZ telefonisch erreichbar. „Ich stehe zu dem, was ich am Donnerstag gesagt habe“, bekräftigte er. Weiter sagte er: „Ich finde, dass man in einer Demokratie mit allen sprechen sollte. Man sollte eine Partei nicht von vornherein ausschließen.“
Zugleicht legte Schmid Wert auf die Feststellung, dass „ich der AfD nicht nahe stehe“. Doch sobald man nicht das sage, was die Mehrheit hören wolle, „steht man leider im Fokus“.