Mit dem Zug durchs Nadelöhr: Neue Verbindung zwischen Regensburg und Verona

Das Start-up Helrom hat am Donnerstag eine neue Zugverbindung zwischen dem Regensburger Bayernhafen und Verona in Italien eröffnet. Die Strecke führt über den Brenner.
Marode Brücken – das klingt nach Deutschland. Aber auch im Nachbarland Österreich sind mittlerweile viele der Betonkolosse in die Jahre gekommen. Auf der Brenner-Autobahn – ein Nadelöhr auf dem Weg nach Italien – hat nun eine Sanierung bekommen, die bei so manchem Spediteur für schlaflose Nächte sorgen dürfte. Die bekannte Luegbrücke soll mehrere Jahre lang zur Mega-Baustelle werden. Staus sind vorprogrammiert. Die Logistikbranche sucht bereits seit langem nach Lösungen, wie Waren trotzdem pünktlich ihren Zielort erreichen. Ein Baustein könnte eine neue Zugverbindung sein, die gestern in Regensburg offiziell eröffnet wurde.
Zimmermann: Alpenquerung als „Königsdisziplin“
In Betrieb ist die Verbindung des Frankfurter Start-ups Helrom allerdings schon seit vergangenem Herbst. Mehrmals in der Woche fährt ein Zug des Bahnunternehmens vom Bayernhafen in Regensburg aus über den Brenner nach Verona in Italien.
Helrom helfe dabei, „die vielen, vielen Sattelauflieger, über die wir uns auf der Straße manchmal ärgern, auf die Schiene zu bringen“, sagte Bayernhafen-Geschäftsführer Joachim Zimmermann beim Eröffnungsfestakt am Donnerstag. Das Start-up wage sich mit der neuen Verbindung an die „Königsdisziplin des Kombinierten Verkehrs, die Alpenquerung“.
Dass der Kombinierte Verkehr die Lösung ist, um mehr Güter auf die Schiene zu bringen, ist in der Logistikbranche unumstritten. Dabei werden die Güter mit dem Lkw zu nahegelegenen Terminals gebracht, wo sie auf Züge verladen werden. Das Problem: Nicht immer sind Sattelauflieger dazu geeignet, mit Kränen auf Bahnwagen gehoben zu werden.
Zweite Verbindung von Helrom ab Regensburg
In diese Kerbe schlägt Helrom mit einer eigens entwickelten Technologie: Kräne werden dafür nicht benötigt. Stattdessen haben die Bahnwagen des Unternehmens eine Art Transporttasche, die seitlich ausgeklappt werden kann. Darauf wird der Lkw-Trailer dann geschoben und gemeinsam mit der Transporttasche wieder eingeklappt.
Die Technik ist am Bayernhafen in Regensburg keine Neue. Erst im April hatte Helrom dort eine Verbindung eröffnet. Ein Zug fährt seitdem jeden Morgen exklusiv für den Autobauer Audi nach Ungarn. Es sei großartig, dass man nun so schnell eine zweite Verbindung von Regensburg aus starten konnte, freute sich Helrom-Geschäftsführer Roman Noack am Donnerstag.
Bernreiter: Transportbranche ist enorm wichtig
Er erklärte, dass man den Anspruch habe, den Spediteuren den Wechsel von der Straße auf die Schiene so einfach wie möglich zu machen. Bislang werde die neue Verbindung nach Verona auch gut angenommen. „Wir tun alles, dass das auch so bleibt“, sagte Noack.
Um die Logistikfirmen zu überzeugen, setzt Helrom auf Pünktlichkeit und das Versprechen, keine Fahrten zu stornieren. „Spediteure suchen Verlässlichkeit“, betonte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter beim Festakt. Die Transportbranche sei enorm wichtig für Bayern. „Ohne Logistik funktioniert die Wirtschaft nicht“, so der CSU-Politiker.