Seit acht Jahren wird bei Neustadt eine Trasse für einen neuen Radweg gesucht – Bisher vergeblich

Von Jochen Dannenberg · 24. Januar 2025 um 19:00

Seit Jahren soll ein neuer Radweg an der Donau zwischen Eining und Staubing entstehen. Bisher wurde keine Lösung gefunden, weil es immer wieder Einwände gab. Jetzt soll ein Büro ein Naherholungskonzept erstellen und damit die widerstreitenden Interessen unter einen Hut bringen.

Der Stadtrat, so sieht es ein einstimmiger Beschluss in der Sitzung des Gremiums vor, will das Naherholungskonzept unterstützen. Außerdem wollen sich die Stadt Neustadt a.d. Donau und das Wasserwirtschaftsamt Landshut die Kosten in Höhe von 120 000 Euro teilen. Das Projektergebnis und die Berichtsabgabe sollen im Oktober vorliegen.

Damit gleicht der Auftrag an das Büro H&S der Quadratur des Kreises – aus mehreren Gründen. Einerseits wurde bereits mehrere Jahre lang verhandelt, um einen neuen Radweg zwischen Eining und Staubing anzulegen. Andererseits hat sich an den widerstreitenden Interessen nichts grundsätzlich geändert.

Im Kern geht es immer noch darum: Die offizielle Route verläuft derzeit von Eining aus flussabwärts nicht weiter an der Donau entlang, sondern zuerst in Richtung Sandharlanden und dann bei der Ziegelei in Sittling zwischen landwirtschaftlichen Flächen hindurch nach Staubing. Von dort aus verläuft der Radweg wieder in Donaunähe bis nach Kelheim.

Direkt an der Donau

Aber die Donau lockt, seit Ewigkeiten. „Viele Radfahrer verwenden nicht die offizielle Route, sondern nutzen den Wirtschaftsweg des Wasserwirtschaftsamtes, der direkt an der Donau verläuft“, stellte Bürgermeister Thomas Memmel in der jüngsten Sitzung des Stadtrats fest. Dieser ist allerdings nichts als Radweg ausgebaut. Memmel betonte: „Der Weg an der Donau ist nicht in gutem Zustand.“

Das Problem ist nicht nur in der Stadtverwaltung bekannt, wo es immer wieder Beschwerden gibt. Auch in Bürgerversammlungen wird immer wieder nach dem Zustand vermeintlicher Radwege gefragt, die aber meist Wirtschaftswege sind.

Seit vielen Jahren sucht man nach einer Lösung. Konkret wird seit 2017 der Neubau eines Geh- und Radweges zwischen Eining und Staubing geplant. Beteiligt sind neben Neustadt a.d. Donau auch Kelheim, das Staatliche Bauamt Landshut und das Wasserwirtschaftsamt. Vorgesehen war bisher ein 2,2 Kilometer langer Geh- und Radweg von Eining bis zum Beginn des Plattenberges mit einer Breite von 2,50 Metern.

Über den Plattenberg sollte der bestehende Weg auf einer Länge von 600 Metern saniert und ertüchtigt werden. Ein Ingenieurbüro wurde noch beauftragt, doch der Weg existiert bis heute nicht. Umfangreiche Diskussionen hatten Zweifel aufkommen lassen, ob die Trassenführung sinnvoll ist.

Daher wurde 2021, vier Jahre nach der ersten Planung, geprüft, ob man nicht doch den bisherigen Unterhaltungsweges entlang der Donau aufbereiten und nutzen könne. Eine weitere Variante wäre ein Weg zwischen dem jetzt bestehenden Unterhaltungsweg und dem Prallhang aus Plattenkalk gewesen.

Es gab sogar die Hoffnung, dass die Maßnahme über ein Förderprogramm bezuschusst werden könnte. Doch dieses Hoffnung schlug fehl, weshalb die Stadt Neustadt das Projekt finanziell nicht alleine stemmen wollte. Es wären „exorbitante Kosten“ auf die Kommune zugekommen, sagte der Bürgermeister.

Schließlich tauchten weitere Probleme auf. Das Gebiet für den Radweg liegt zum Teil im FFH-Gebiet „Donauauen zwischen Ingolstadt und Weltenburg, weshalb jede Veränderung in diesem Bereich hohe naturschutzrechtliche Forderungen nach sich zieht. 2022 teilte das Wasserwirtschaftsamt auch noch mit, dass die Donau im Bereich zwischen Eining und Staubing renaturiert werden soll.

Runder Tisch gegründet

Im Juni 2022 wurde ein Runder Tisch einberufen, um alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Schon die Zahl der Teilnehmer zeigte, dass es dafür einen sehr großen Tisch brauchte. Vertreter aus 22 Vereinigungen, Behörden und der Landwirtschaft waren dazu eingeladen.

Der Radweg wurde deshalb dann doch nicht fertig. Dafür beauftragte man das Büro H&S, ein „Leistungsbild für die Entwicklung eines Naherholungskonzeptes aus den Ergebnissen des Rundes Tisches“ zu erstellen. Jetzt soll die eigentliche Konzepterstellung ausgeschrieben werden, in dem es um vier verschiedene Trassen geht. „Die zu bewerten, wird nicht einfach werden“, meint denn auch der Bürgermeister, doch genau das ist das Ziel des Projektes: alle Interessen zu berücksichtigen und einen gemeinsamen Weg zu finden.

Eining ist bei Radfahrern beliebt – auch wegen der Fähre. Mit ihr kommt man gemütlich ans andere Donauufer. Foto: Hummel
Eining: Am Fluss führt ein Wirtschaftsweg entlang, den Radler lieben. Foto: Satzl