Klau von teuren Autos in Kelheim: Suche nach weiteren Tätern – und einem BMW X4

Auf sechs hochwertige BMW, die auf einem Auto-Terminal in Kelheim geparkt waren, hatten es mehrere Täter in der Nacht auf den 5. Januar 2025 abgesehen. Drei Tatverdächtige gingen der Polizei am selben Tag ins Netz. Nach weiteren Beteiligten wird gesucht – und nach einem der teuren Fahrzeuge.
Der Raubzug war groß angelegt und sorgfältig ausgekundschaftet. Die mutmaßlichen Täter schlugen auf dem Betriebsgelände von BLG Logistics in Kelheim zu, wo bis zu 33.000 Autos auf Freiflächen oder in Parkregalen gelagert werden können. Das Areal ist umsäumt von Zäunen.
Wie sich die Einbrecher Zugang verschafften, gaben weder die Polizei (aus ermittlungstaktischen Gründen) noch das Unternehmen bekannt. Jedenfalls suchten sich die Täter eine Stelle aus, an der teure BMW standen. Sechs Oberklassewagen – Gesamtwert laut Polizei eine halbe Million Euro – setzten sie in Gang und stellten sie abfahrbereit neben dem Gelände ab. Ein X4 war dann auch weg, als die Polizei auf die Fahrzeuge stieß.
Ein Täter gerät bei Flucht in Straßengraben
Auf das Geschehen aufmerksam wurden die Beamten über eine Verkehrskontrolle. Ein Tatbeteiligter machte sich in jener Nacht (5. Januar) mit einem gestohlenen M4 davon. Gegen 3 Uhr geriet er in eine Kontrolle der Polizei Kelheim, flüchtete mit dem Wagen, kam aber bei Saal a. d. Donau in Richtung Abensberg von der Straße ab. Zu Fuß suchte er das Weite. Den Polizisten fiel auf, dass die Kelheimer Kennzeichnen am Auto nicht für dieses Fahrzeug zugelassen waren. Die Kfz-Schilder waren zuvor im Raum Kelheim von anderen Autos geklaut worden.
Im Zuge der Fahndung nach dem Täter stießen die Beamten auf die vier verbliebenen BMW in der Nähe des BLG-Geländes. In einer konzertierten Aktion mehrerer Kriminal- und Grenzpolizeidienststellen klickten für drei mutmaßliche Täter (40, 43 und 48 Jahre) noch am selben Tag gegen 11 Uhr bei Nabburg die Handschellen.
Ziel und Herkunft der Bande: Polen
„Die drei Tatverdächtigen befinden sich nach wie vor in U-Haft“, erklärt Pressesprecher Günther Tomaschko vom Polizeipräsidium Niederbayern auf eine aktuelle Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Sie sind in verschiedenen bayerischen Justizvollzugsanstalten untergebracht. Ihnen wird schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. Da alle drei aus Polen stammen, geht die Kripo Landshut davon aus, dass die Autos in dieses Land verschafft werden sollten.
Beim erwähnten BMW X4 (Wert 60.000 Euro) gelang dies. „Hinweise auf den Verbleib des in Polen befindlichen Fahrzeugs gibt es bislang nicht“, sagt Tomaschko. Wie er ergänzt, stünden Gutachten, insbesondere die spurentechnische Untersuchung sowie hinsichtlich etwaiger Schäden an den sichergestellten Fahrzeugen, noch aus. Diese werden auch klären, ob sich der bei Saal verunfallte Täter unter den Festgenommenen befindet.
„Sehr umfangreiche“ Ermittlungen
Tomaschko spricht von „sehr umfangreichen Ermittlungen“, weshalb man auch keine weiteren Details preisgeben können. Die Kripo geht von weiteren Mittätern aus.
Bei den sechs entwendeten BMW handelte es sich um drei X3, einen X4, einen M4 und einen X5 M 60 i. BLG Logistics wollte sich zum Diebstahl auch mit Verweis auf „Verschwiegenheitserklärungen mit den Kunden“ nicht äußern.