Trotz Baukrise: Großprojekte sichern Auslastung beim Neumarkter Unternehmen Klebl

„Erfahren im erfolgreichen Umgang mit wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten“: So hat sich das Neumarkter Unternehmen Klebl bei seiner Betriebsversammlung gezeigt – schließlich bestehe es seit 135 Jahren. Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres belegten diesen Grundsatz: Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz nach Unternehmensangaben erstmals auf mehr als 600 Millionen Euro gestiegen, die Mitarbeiterzahl auf 1450 Beschäftigte.
In seinem Jahresrückblick betonte Geschäftsführer Johannes Klebl, dass sich die Firmengruppe trotz des Rückgangs der Baugenehmigungen und der Bauumsätze in Deutschland in einem „von hohen Wettbewerbsdruck geprägten Markt“ behaupte. Dabei würden hohe Leistungsfähigkeit, finanzielle Unabhängigkeit, partnerschaftlicher Umgang mit allen Baubeteiligten und ein guter Name in der Branche mit vielen Stammkunden helfen, gut durch „wirtschaftlich unruhige Zeiten“ zu kommen.
Klebl erweitert Porsche-Werk in Leipzig
Auch 2024 habe es eine freiwillige betriebliche Inflationsausgleichsprämie für die ganze Belegschaft gegeben.
Durch mehrere Großprojekte im Wirtschaftsbau sei die Auslastung in den kommenden Monaten gesichert. Aktuell werde deutschlandweit erneut für viele Stammkunden gebaut. Dazu gehörten mehrere Logistikzentren für große Einzelhandelsunternehmen mit zum Teil mehr als 60.000 Quadratmeter Fläche. Der Bau der Werkserweiterung von Porsche im Werk Leipzig sei weit fortgeschritten und im Zeitplan.
Dazu kämen Projekte für Neukunden wie der Bau einer neuen Konzernzentrale in Offenbach mit Produktions- und Verwaltungsgebäuden. Mit dem Bauvorhaben für Chefs Culinar in Pilsach freue man sich über ein Großprojekt im Landkreis Neumarkt. Klebl setze hier als Generalunternehmer verstärkt auf regionale Nachunternehmerfirmen und Wertschöpfung, so der Geschäftsleiter.
Der zur Firmengruppe gehörende Obi-Baumarkt Neumarkt habe sich ebenso positiv entwickelt. Der Bereich Hausbau in der Region Neumarkt behaupte sich in einem rückläufigen Markt im Wohnungsbau.
15 Millionen Euro in das eigene Unternehmen investiert
Außerdem habe die Firmengruppe 2024 erneut mehr als 15 Millionen Euro ins Unternehmen investiert, so Klebl. Die Erweiterung der Verwaltung inklusive der neuen Betriebskantine am Stammsitz in Neumarkt seien fertig und in Betrieb genommen. Neue Ausstattung in den Fertigteilwerken, im Fuhrpark sowie Software , Digitalisierung und Investitionen in Nachhaltigkeit seien weitere Schwerpunkte gewesen. So gebe es an den Firmenstandorten mittlerweile Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als zwei MWp, der Strom werde überwiegend selbst genutzt.
Für den Grundgedanken des Nachhaltigen Bauens habe Klebl seine sechs Betonfertigteilwerke nach dem in der Betonherstellung anerkannten CSC-Zertifikat (Concrete Sustainability Council) zertifizieren lassen, das den nachhaltigen Einsatz von Beton in der Bauindustrie fördere.
OB Markus Ochsenkühn und Landrat Willibald Gailler verwiesen auf die starke wirtschaftliche und finanzielle Positionierung von Stadt und Landkreis Neumarkt – dies sei unter anderem der Verdienst starker regionaler Betriebe und der daraus resultierenden Steuereinnahmen.
Betriebsratsvorsitzender Christian Lang erläuterte die freiwilligen Leistungen, die 2024 rund 1,7 Millionen Euro betrugen und kostenlose medizinische Untersuchungen, bei denen der Fokus besonders auf dem Hautschutz liege. Die stellvertretende Regionalleiterin der IG Bau Bayern, Heike Stoffels, wies auf die anstehende Tarifverhandlung für das Baunebengewerbe bei der Steine- und Erden-Industrie hin.
Außerdem wurden zahlreiche Mitarbeitende für 50, 40 und 25 Jahre Betriebszugehörigkeit und sowie Mitarbeiter, welche in den Ruhestand verabschiedet wurden, geehrt. Besonders wurde Horst Zech hervorgehoben: Der Spezialfacharbeiter und Fertigteilmonteur wurde für 50 Jahre Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet.

