Unternehmen aus Augsburg stellte im Nittenauer Bauausschuss Pläne für Projekt in Industriegebiet vor

Von Cornelia Lorenz · 22. Januar 2025 um 15:00

Erneut ist bei der Stadt Nittenau ein Bauantrag für das Industrie- und Gewerbegebiet Hirschenbleschen eingegangen: Ein junges Unternehmen aus Augsburg will hier eine Batteriespeicheranlage bauen – was der Stadt jährlich Gewerbesteuereinnahmen im sechsstelligen Bereich einbringen könnte. Die Mitglieder des Bauausschusses gaben für das Projekt grünes Licht.

Konkret steht hinter dem Vorhaben die FBS Systems aus Augsburg, die nach eigenen Angaben seit drei Jahren in der Branche aktiv ist. Man verfüge aber dennoch bereits über viel Expertise in dem Bereich, setze bereits in Tittling und Untersteinach vergleichbare Projekte um und habe außerdem „viele andere in der Pipeline“, wie Projektentwickler Tim Gruhler den Stadträten bei der Sitzung am Dienstagabend erläuterte.

Dem Bauantrag zufolge soll auf einem 1500 Quadratmeter großen Areal am Haidäckerweg eine Batteriespeicher-Anlage entstehen, die im Endzustand aus drei Einheiten bestehen wird und eine Anschlussleistung von rund 13,2 Megawatt erreichen soll. Man habe bereits Kontakt mit dem Bayernwerk aufgenommen und sich eine Anschlussleistung von 8,8 Megawatt verbindlich reservieren können, sagte Gruhler. Darüber hinaus plane man langfristig einen Folgeantrag ans Bayernwerk über weitere 4,4 Megawatt.

Akkus gelten als langlebig

In Sachen Technik setzt die FBS Systems auf Lithium-Eisenphosphatspeicher. Diese seien besonders langlebig und sicher, sagte Gruhler. Die Akkus können sich seinen Worten zufolge innerhalb von zwei Stunden komplett aufladen. Man werde in Zeitfenstern mit günstigen Preisen Strom kaufen. Das sei zum Beispiel mittags bei Sonnenschein der Fall, wenn die Produktion aus Solaranlagen besonders hoch sei. Verkaufen könne man ihn dann in einem teureren Zeitfenster, zum Beispiel abends. Via Mittelspannungsleitung werde der gespeicherte Strom wieder ins Netz eingespeist. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) erkundigte sich, mit welchen Gewerbesteuereinnahmen die Stadt künftig rechnen könne. Gruhler erklärte, er könne von einer sechsstelligen Summe pro Jahr ausgehen.

Christoph König (Grüne) wollte wissen, ob das Areal der Anlage denn auch in irgendeiner Form bepflanzt werde und ob man mit Bäumen plane oder nur niedrigen Sträuchern. Gruhler sicherte der Stadt Gesprächsbereitschaft zu. Gunther Stangl (FW) fragte außerdem nach, ob das Gelände an seinen Außengrenzen eingegrünt werde, was Gruhler ebenfalls bestätigte. Am Ende waren alle Ausschussmitglieder dafür, dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Der Bauantrag von FBS Systems ist nicht der erste dieser Art für das Gewerbegebiet Hirschenbleschen: Erst im September 2024 hatte ein ebenfalls junges Unternehmen aus dem Allgäu, die green flexibility GmbH aus Kempten, Pläne für eine Batteriespeicheranlage mit 19 Megawatt Leistung auf einem 1400 Quadratmeter großen Areal ebenfalls am Haidäckerweg vorgestellt.

Baldiger Baubeginn geplant

Dort will das Unternehmen zehn Batteriecontainer und fünf Wechselrichter aufstellen, und zwar auf einem gepachteten Grundstück. Man werde 60 Millionen Euro in das Vorhaben investieren, hatte die green flexibility GmbH angekündigt. Via Mittelspannungskabel werde man den Strom beim nächsten Umspannwerk einspeisen. Man hoffe auf einen Baubeginn Anfang 2025, die Stadt könne sich auf eine jährliche Gewerbesteuerzahlung im „niedrigen sechsstelligen Bereich“ einstellen, hieß es bei der Sitzung im September. Auch diesem Vorhaben hatte der Bauausschuss zugestimmt.

Antrag für Stall

Bauantrag: Seine Zustimmung erteilte der Bauausschuss auch einem Vorhaben in Oberhof: Hier will ein Landwirt den bestehenden Bio-Masthähnchenstall erweitern, und zwar um 1639 Quadratmeter.

Entscheidung: Die Räte kamen zu dem Schluss, dass es sich um ein privilegiertes Bauvorhaben handle, und erteilten das Einvernehmen.