Prüfung der Maximiliansbrücke in Kelheim: Taucher verzweifelt gesucht

Seit dem Juni-Hochwasser 2024 harrt die Maximiliansbrücke in Kelheim, die damals gesperrt wurde, einer Sonderprüfung. Die Untersuchung der Pfeiler unter Wasser scheiterte zuletzt an fehlenden Tauchern – offenkundig herrscht ein richtiger Konkurrenzkampf um solche Spezialisten.
Am Höhepunkt des Hochwassers wurde die Maximiliansbrücke am Mittwoch, 5. Juni 2024, um 3.45 Uhr dicht gemacht. Bis 23 Uhr durften weder Fahrzeuge noch Fußgänger die wichtige Verkehrsader in Kelheim passieren. Grund war ein Pegelstand der Donau ab 7,50 Meter, bei dem eine behördlich angeordnete Sperre greift. Eine Gefährdung des Bauwerks bestand nicht.
Die Flut zieht automatisch eine Sonderprüfung der Brücke nach sich, erklärte das Staatliche Bauamt Landshut kurz danach. „Bis dato sind keine Auffälligkeiten oberhalb der Brücke aufgetreten“, hieß es wenig später aus der Behörde.
Check von Ausspülungen und Steinschüttungen
Was allerdings bis heute fehlt, ist eine Untersuchung der Brückenpfeiler. „Sie werden im Hinblick auf Ausspülungen untersucht. Auch wird die vorhandene Steinschüttung und auch jeder Pfeiler selbst unter dem Wasserspiegel geprüft“, erläuterte ein Fachmann der Behörde. Der Taucher-Einsatz verzögerte sich jedoch. Zunächst benötigte das beauftragte Ingenieurbüro eine verkehrsrechtliche Anordnung für die Donau, dann war das Wasser viele Wochen zu trüb für eine ordnungsgemäße Kontrolle.
Auf Anfrage der Mediengruppe Bayern nennt das Staatliche Bauamt nun einen weiteren Grund für die Verzögerung. „Aufgrund der raren Anzahl an Unternehmen, die Brückenprüfungen mittels Tauchern durchführen, ist es uns bislang leider nicht geglückt, die Taucher an der Maximiliansbrücke einzusetzen“, so Baudirektor Stefan Leitner. Er spricht von einem „deutschlandweiten Wettbewerb mit anderen staatlichen Institutionen nach wiederkehrenden Hochwasserereignissen“.
Tauchgang steht bevor
Bald soll es aber soweit sein. „Uns wurde nach Rücksprache mit dem beauftragten Ingenieurbüro zugesichert, dass die Taucher Anfang 2025, aller Voraussicht nach noch im Januar zum Einsatz kommen“, sagt Leitner. Für statische Bedenken oder andere Auswirkungen der Flut lägen keine Indizien vor, hatte eine Kollege vom Bauamt schon erklärt.
Auch bei künftigen Hochwassergeschehen wird die Brücke – wie 2024 und 1999 – ab einem Pegel von 7,50 Meter gesperrt. Dabei handelt es sich um einen „definierten Warnwert“. Die Sperre erfolgt vorsorglich in Abstimmung von Wasserwirtschaftsamt und Staatlichem Bauamt.