Flut-Sperre der Maximiliansbrücke: Polizei muss uneinsichtige Autofahrer und Passanten abweisen

Das Hochwasser im Landkreis Kelheim erreichte am Mittwoch einen neuen Höhepunkt. Die Donau stieg so stark, dass aus Sicherheitsgründen die Maximiliansbrücke in Kelheim gesperrt werden musste. Die Polizei überwachte die Sperre – die uneinsichtige Verkehrsteilnehmer ignorierten.
Die aktuelle Hochwasser-Lage im Landkreis Kelheim an Abens und Donau lesen Sie hier in unserem Newsblog.
Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger staunten Mittwochfrüh: Die Maximiliansbrücke in Kelheim, die eine wichtige Verbindung zwischen Altstadt und Donaupark/Affecking schlägt, war um 3.45 Uhr dicht gemacht worden. Die örtliche Einsatzleitung im Landkreis setzte eine Empfehlung des Wasserwirtschaftsamts Landshut um. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, die wir auch beim Pfingsthochwasser 1999 ergriffen haben“, sagte deren Leiter Patrik Giebel gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Bei einem Hochwasserscheitel von 7,50 Meter greife dieser „Automatismus“ (Giebel) aus den Erfahrungen von 1999. Einsturzgefährdet sei die Brücke ausdrücklich nicht, betonten er und Kreisbrandrat Nikolaus Höfler. „In der Summe geht es um die Statik“, so Giebel. Man wolle eine zusätzliche Belastung durch den Verkehr abhalten, ergänzte Höfler. Die Donau bei Kelheim erreichte am Mittwoch eine Spitze von 7,56 Meter. „Wir haben damit das zweitgrößte Hochwasser seit 1999“, so der Kreisbrandrat.
Feuerwehrkräfte von Polizei abgelöst
Die gesperrte Brücke sicherte zunächst die Feuerwehr ab. Gegen 8.30 Uhr übernahm die Polizei Kelheim, „weil sich Verkehrsteilnehmer teils uneinsichtig verhielten“, so Polizeihauptkommissar Gerald Halbritter, der am Vormittag mit seiner Kollegin PHK Ricarda Civerny an der Absperrung beim Donaupark stand. „Selbst wenn die Maßnahme vielleicht übervorsichtig ist, sie dient dem Schutz der Bevölkerung.“
Auch die beiden Polizeibeamten mussten Passanten, Radlern oder Autofahrern immer wieder verdeutlichen, dass die Überquerung nicht passierbar sei. „Jede Minute sind es ein, zwei Menschen“, so Halbritter. Einzelne Autos fuhren dicht an Absperrpylonen heran. „Manche muss man strenger ansprechen“, sagte Halbritter. Touristen fragten, ob sie nicht von der Brücke herunter ein Foto vom Hochwasser machen könnten. „Selbst ein Rettungsfahrzeug darf nur in Schrittgeschwindigkeit drüber fahren“, erklärte Höfler, der aktuell auch örtlicher Einsatzleiter für den Landkreis ist, gegenüber unserer Zeitung.
Dauer der Sperre ist noch offen
Wie lange die Sperre andauern soll, war tagsüber noch nicht abschätzbar. „Wir haben die Spitze des Hochwassers zwar erreicht, aber die hohe Scheitelwelle dürfte sich noch eine Zeitlang halten“, so Höfler. Die Sperre weiterer Brücken ist nicht vorgesehen, so das Landratsamt. Für die Polizisten an der Sperre gab es Labung von der Feuerwehr. „Darf’s ein Kaffee oder Wasser sein?“, fragte ein vorbei radelnder Feuerwehrmann.
Die anhaltend hohen Pegelstände drücken weiterhin auch auf die Deiche. Am Damm in Hienheim wurden immer wieder Austrittsstellen entdeckt. „Dank der Überwachung durch Einsatzkräfte, Drohnen und Wärmebildkameras können wir frühzeitig mit Gegenmaßnahmen reagieren“, erklärte Höfler. Auch in Oberndorf wurde ein Leck geschlossen.
