Havana feiert zehnjähriges Bestehen – Zweites Standbein sichert das Überleben der Bar

Eine dunkle, moderne Einrichtung, schwarze Tische und Sitzgelegenheiten, auf einem Fernseher läuft MTV. Matthias Liebl ist stolz auf seine Bar. Aus gutem Grund: Seit zehn Jahren ist die Cocktailbar Havana ein fester Bestandteil der Chamer Gastro-Szene.
Im März 2015 hat Liebl die Bar zum ersten Mal aufgesperrt. Seit er 16 ist, arbeitet er in der Gastro-Branche. Das zehnjährige Bestehen soll dieses Jahr am 14. und 15. März gefeiert werden. Sowohl am Freitag als auch am Samstag wird er dann im Havana verbilligte Getränke verkaufen, Käppis und Schlüsselbänder mit dem Logo der Bar verteilen und auch eine Verlosung wird es geben.
Das Jahrzehnt war nicht ohne Höhen und Tiefen für den gelernten Groß- und Außenhandelskaufmann. Vor allem die Weggehzeiten hätten sich verändert. Früher sei man öfter weggegangen, erzählt Liebl: „Heutzutage ist es schwierig, eine Cocktailbar in Cham unter der Woche offen zu haben.“ Deshalb hat die Bar nur noch freitags und samstags geöffnet. Viel wichtiger sei es, Sensationen und Partys bieten zu können, sagt er.
Also geht Liebl mit der Zeit und stellt verschiedene Events auf die Beine: Halloween Partys, Flamingo Partys, Abende mit Live-Bands oder Rosenmontag-Partys. „Wir haben schon sehr viele Veranstaltungen gemacht“, sagt er. Die sind aber jedes Mal mit Kosten verbunden, also auch nur begrenzt oft möglich. Trotzdem sei die Bar zurzeit gut besucht.
Probleme im Sommerloch
„Im Sommer ist es schwierig, mit den Festen, die seit fünf, acht Jahren aus dem Boden gestampft werden“, sagt Liebl. Mit diesen zu konkurrieren, sei hart. „Ich könnte die Getränke verschenken und es würde trotzdem keiner kommen“, sagt er. Laut Liebl laufen Wirte auf dem Land und in der Stadt durch diese Feste Gefahr auszusterben: „Die Gebühren und die Miete müssen im Sommer auch weiter bezahlt werden.“
Deswegen macht das Havana seit letztem Jahr im Sommer eine sechs- bis achtwöchige Pause. Als zweites Standbein bewirtet das Havana jetzt auch außerhalb: „Wenn die Gäste nicht zu uns kommen, müssen wir zu den Gästen.“ Deshalb hat sich Liebl während der Corona-Pandemie einen Truck zugelegt und fährt mit diesem durch den Landkreis. Das Havana kann gebucht werden und schenkt unter anderem bei Hochzeiten und Eröffnungen aus. Auch bei einigen Volksfesten war Liebl mit seinem Team dabei, wie beim Rodinger Volksfest, bei Veranstaltungen der Rodinger Flussbühne oder beim Christkindlmarkt in Cham. Ganz anders als der Sommer ist der Winter für das Havana. Die beste Zeit für den Barbetrieb, das ist im November und Dezember, weiß der 45-jährige Liebl: „Vor allem die vielen Weihnachtsfeiern machen da einen Unterschied.“
Ständiger Begleiter
Der Cuba Libre hat einen besonderen Stellenwert im Havana. Die Cocktailbar ist nach der bekannten Rummarke Havana Club benannt: „Wir haben früher total gerne Cuba Libre getrunken und er schmeckt auch fast jedem. Man weiß einfach, was drin ist.“ Neben verschiedensten Variationen des Longdrinks mit Sprite oder Wildberry feiert das Havana auch manchmal Cuba-Libre-Nächte.
Liebl hat auch nach rund 30 Jahren im Beruf nicht genug vom Gastronomieleben: „Ich bin dafür zuständig, dass die Leute einen schönen Abend haben. Das ist echt cool.“ Wichtig sei, dass man das Ganze auch lebt. „Ich bin stolz, dass ich schon so lange in der Gastro tätig bin. Aber natürlich braucht man auch eine Familie, die dahintersteht und es versteht, wenn man am Wochenende oder den Weihnachtsfeiertagen nicht daheim ist.“
