Glatteis-Chaos auf der A3 bei Regensburg fordert Todesopfer – So lief der Großeinsatz der Retter

Ein Mann (59) wird bei einer Massenkarambolage auf der A3 bei Regensburg getötet. Die Unfallserie auf der Autobahn legte den Verkehr in Regensburg weitgehend lahm. So lief der Großeinsatz der Retter.
Tödlicher Start in den Morgen: Auf der A3 in Regensburg ist bei einer Serie von Unfällen am Mittwoch ein 59-jähriger Mann getötet worden. Der Verkehr brach nach der Vollsperrung der Autobahn in und um die Stadt fast völlig zusammen. Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste waren im Groß- und Dauereinsatz: Einsatzkräfte sprachen von einer Massenkarambolage, das Polizeipräsidium wollte zunächst die Analyse des Unfallgutachters abwarten. Indizien deuten darauf hin, dass ein Überschlag der Auslöser der fatalen Unfallserie auf der Autobahn war.
Kurz vor 6 Uhr morgens ging der Notruf ein, wonach es bei Regensburg-Ost zu einem Unfall gekommen war. Als erste Einsatzkräfte dort ankamen, stellten sie fest, „dass es etwas Größeres ist und haben die Alarmstufe erhöhen lassen auf das Schlagwort Massenkarambolage“, wie Berufsfeuerwehrsprecher Christoph Tresch sagte. Die Lage, die die Retter vorfanden, war dramatisch: In mehreren Fahrzeugen, die an Folgeunfällen beteiligt waren, seien Personen in Autos eingeschlossen, aber nicht eingeklemmt gewesen. Aktive befreiten sie und unterstützen den Rettungsdienst bei der Sichtung von Verletzten vor Ort.
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Der Fokus lag zunächst auf einem 59-Jährigen, der mit seinem 3er-BMW wohl mit großer Wucht auf einen 40-Tonner aufgefahren war. Das Auto steckte fast bis zum Rücksitz unter dem schweren Auflieger. Für den Mann aus dem Landkreis Schwandorf kam trotz Reanimation jede Hilfe zu spät. Er erlag nur wenig später in einer Klinik seinen Verletzungen. In Summe kam es allein auf der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und Rosenhof zu 13 Unfällen mit 26 beteiligten Fahrzeugen, so Polizeisprecher Michael Zaschka. „Größtenteils waren das aber nur Blechschäden.“ Sieben Menschen seien bei den Unfällen auf der Autobahn verletzt worden.
VW überschlug sich – war es eine fatale Kettenreaktion?
Als Ursache nannte die Polizei witterungsbedingtes Glatteis, das insbesondere auf der A3 zu der Vielzahl von Crashs führte. Ersten Spuren nach könnte womöglich ein VW die folgenschwere Kettenreaktion ausgelöst haben. Drei nachfolgende Lkw- und mehrere Autofahrer mussten wohl abrupt bremsen und ausweichen. Der Mann am Steuer des BMW erkannte dies offenbar zu spät und knallte ins Heck des Sattelschleppers. Bis ein Gutachten des Unfallanalytikers vorliegt, dürften – vorsichtig geschätzt – einige Wochen vergehen. Beauftragt worden war der Sachverständige von der Staatsanwaltschaft.
Zu der Massenkarambolage waren laut Tresch allein von der Feuerwehr rund 150 Kräfte im Einsatz, darunter ehrenamtliche Helfer aus Pentling, Burgweinting, Harting, Obertraubling, Lappersdorf und Nittendorf. Auch Barbing und Neutraubling seien im Zuge weitere Meldungen dann nachalarmiert worden. Die Löschzüge aus Sallern und Wutzlhofen sowie die Feuerwehren in Graß und Oberisling besetzten – zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft – derweil die Wache der Berufsfeuerwehr.
Auto durchbrach Sperre aus der A3 bei Regensburg
Für kurzzeitige Unruhe an der eigentlich großräumig abgesicherten Unfallstelle im Osten Regensburgs sorgte am Mittwochvormittag dann ein Funkspruch: Ein Auto soll die Sperre auf der A3 bei Burgweinting durchbrochen haben. Hektisch brachten sich daher alle Einsatzkräfte vorsorglich in Sicherheit. Doch der weiße Kastenwagen mit auffälliger Beschriftung eines Dienstleisters verließ die Autobahn über die Ausfahrt Regensburg-Nord von alleine. Eine Polizeistreife stellte den Wagen jedoch an der nächsten Kreuzung. Den Fahrzeugführer dürfte dafür eine Anzeige drohen.
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Das Winter- und Eischaos forderte am Mittwoch auch die Integrierte Leitstelle (ILS): Dort sei das immense Einsatzaufkommen nach einer Vielzahl von Glatteisunfällen aber bestens abgewickelt worden, so Tresch zur MZ. Äußerst hilfreich wäre dabei gewesen, dass die erste Alarmierung zufällig zeitgleich mit dem Schichtwechsel bei der ILS einging. So hätten die Nacht- und die Frühschicht direkt Hand in Hand weitergearbeitet. Und weiter: „Wir hatten wirklich das große Glück, dass es drumherum diesmal ruhig geblieben ist“, betonte der Sprecher der Regensburger Berufsfeuerwehr. Es habe am Mittwoch keinerlei Paralleleinsätze für die Regensburger Feuerwehr gegeben. Sämtliche Einsatzkräfte hätten somit auf die Großeinsatzlage auf der A3 fokussiert werden können.
Extraschicht für Winterdienst – A3 war völlig vereist
Der Wetterdienst hatte bereits am Dienstag vor überfrierender Nässe gewarnt, das zweite Mal in zwei Wochen. Diesmal hatte es Regensburg erwischt: Selbst die Retter hatten Probleme, die Unfallstelle bei Glatteis zu erreichen. Das blieb bis zum späten Vormittag so – die Verkehrspolizei forderte daher vor der Freigabe der Fahrtrichtung Nürnberg (die war wegen eines Crashs bei Rosenhof gesperrt) den Winterdienst an, der intensiv streute. Die Strecke nach Passau blieb für die aufwendige Bergung bis 12.15 Uhr gesperrt. Erst danach löste sich das Verkehrschaos auf.
Entspannung ist laut Polizei allerdings noch keine in Sicht: Bei winterlichen Bedingungen sollte man deshalb mehr Zeit als üblich einplanen. Dazu sollte auf Winterreifen und ausreichenden Frostschutz geachtet werden, erklärte Zaschka.


