Nach Vorwürfen wegen AfD-Tagung in Regensburg: Nun äußert sich das Hotel

Die Landtagsfraktion der AfD tagt seit Dienstag im Regensburger Sorat-Hotel auf dem Oberen Wöhrd. Im Zuge dessen gab es auch massive Kritik am Hotel. In einer Stellungnahme äußert sich nun das Unternehmen – und bezeichnet sich als unpolitisch.
„Als Beherbergungsbetrieb, der seit über 30 Jahren in Regensburg fest verankert ist, handeln wir stets im Bewusstsein unserer gesellschaftlichen Verantwortung, aber auch mit Blick auf wirtschaftliche Aspekte“, heißt es eingangs. Die Entscheidung, die AfD zu beherbergen, „erfolgte ausschließlich auf Basis unseres Grundverständnisses als unpolitisches Unternehmen und Beherbergungsbetrieb.“ Das Sorat-Hotel agiere „weltoffen, tolerant und respektvoll gegenüber allen Menschen“. Das gelte unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung.
Man distanziere sich ausdrücklich von jeglichen rassistischen, diskriminierenden oder menschenfeindlichen Haltungen, betont das Hotel. „Solche Werte widersprechen zutiefst unserer Überzeugung und der Philosophie unseres Hauses.“ Ob die AfD verdeckt oder offen gebucht hat, konnte Sorat-Chef Nicolas Meißner auf MZ-Nachfrage nicht beantworten. Die Buchung sei unter einer Hotel-Direktorin eingegangen, die inzwischen das Unternehmen verlassen hat.
Sorat-Hotel zu AfD-Klausur in Regensburg: Verstehen kontroverse Reaktionen
Das Hotel schreibt weiter: „Wir verstehen, dass die Durchführung dieser Veranstaltung kontroverse Reaktionen hervorruft, und bedauern, wenn dies zu Verunsicherungen geführt hat.“ Der Anspruch des Hauses sei es, ein Ort der Gastfreundschaft und des respektvollen Miteinanders zu sein.
Auf die Frage, ob der Ruf des Hauses durch die AfD-Klausur Schaden genommen habe, sagte Meißner: „Ich hoffe nicht.“ Es seien zwar zahlreiche kritische Mails eingegangen. Die seien aber zu 95 Prozent anonym. „Wirkliche Kunden haben sich noch nicht gemeldet.“ Meißner weiter: „Wir sind uns keiner Schuld bewusst.“ Mit der Welle an Kritik habe man nicht gerechnet.
Gerüchte um Alice Weidel bei AfD-Klausur in Regensburg
Am Mittwochvormittag machten Gerüchte die Runde, wonach AfD-Chefin Alice Weidel nach Regensburg kommt. Daraufhin kamen binnen weniger Stunden etwa 70 Demonstranten zusammen. Die Polizei schirmte das Hotel weiträumig ab. Weidel wurde nicht gesichtet. Gegen 15.30 Uhr soll erneut protestiert werden. Die AfD-Klausur geht am Mittwoch zu Ende.