Wärme aus der Bayernoil-Raffinerie soll Neustadt versorgen

Von Jochen Dannenberg · 15. Januar 2025 um 15:00

Bei der ersten Stadtratssitzung im neuen Jahr könnte das Tor zu einem der größten Projekte der letzten Jahrzehnte in Neustadt a.d. Donau geöffnet werden: Bürgermeister Thomas Memmel will einen Zwischenbericht zu den Planungen für das Wärmeprojekt mit der Bayernoil geben. Von dem Bericht hängt viel ab. Der Stadtrat soll anschließend entscheiden, ob man an dem Projekt festhalten wird oder nicht.

Das Vorhaben soll die Kommune umweltfreundlicher werden lassen, indem Abwärme, die bei der Produktion in der Bayernoil-Raffinerie entsteht, nicht einfach an die Umwelt abgegeben, sondern weiter genutzt wird. Die Idee ist nicht neu, zuletzt war es die Energiekrise der vergangenen Jahre, die dazu führte, dass sie wieder auflebte. Voraussichtlich dürfte das Projekt bis zu seiner Realisierung mehrere Jahre brauchen.

Bürgermeister Memmel will wohl auch deshalb keine Zeit verlieren. Die ersten Bauarbeiten sollen bereits 2026 erfolgen, dann ist in der Raffinerie ein Stillstand geplant. Dabei ist bis jetzt vieles unklar. So ist für die Planung beispielsweise wichtig, wo der Anschluss der Wärmeversorgung an ein wie auch immer gestaltetes öffentliches Wärmenetz erfolgen wird. Unklar ist bisher auch, wie ein mögliches Unternehmen aussehen wird, dass das Fernwärmenetz betreiben wird und wer insbesondere die Gesellschafter sein werden. Sicher ist augenblicklich nur, dass der Bürgermeister die Zügel in der Hand behalten will und die Stadtwerke die Mehrheit halten sollen. Das dürfte wiederum im Interesse der Kunden sein, die mit den Stadtwerken einen Ansprechpartner vor Ort bekämen.

Fraglich ist bisher auch, welche Kosten auf die Kommune zukommen. Nach Schätzungen, über die die Mittelbayerische 2023 berichtete, könnte es sich 40 Millionen Euro für das gesamte Projekt handeln. Ob diese Summe, so es denn bei diesem Betrag bliebe, allein auf die Stadt zukäme, ist fraglich. Eine Finanzierung könnte über die Stadtwerke und Kredite erfolgen.

Wie auch immer. Der Bericht der beauftragten Planungsfirma am Montag im Stadtrat wird Aufschluss darüber geben, wie es mit dem Projekt weitergeht. Der Stadtrat muss entscheiden, ob man an dem Projekt festhalten will oder nicht.

Die Sitzung des Stadtrats findet im Neustädter Rathaus statt und beginnt um 19 Uhr. Im öffentlichen Teil der Sitzung geht es auch um die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplanes „Heiligenstadt" im Ortsteil Heiligenstadt sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Bezeichnung “Am Sportplatz" in Schwaig und ein Naherholungskonzept zwischen Eining und Staubing.