Mordprozess gegen Regensburger BKH-Attentäter auf Zielgerade – dennoch verzögert sich Urteil

Von Isolde Stöcker-Gietl, André Baumgarten · 13. Januar 2025 um 16:44

Sechs Prozesstage hatte das Landgericht Weiden für einen 15-Jährigen angesetzt, der sich unter anderem wegen der Ermordung eines siebenjährigen Kindes im Regensburger BKH verantworten muss. Wohl auch weil der Angeklagte schweigt, muss ein umfangreiches Programm absolviert werden. Nun ist ein Gutachter erkrankt. Das hat Folgen.

Im Prozess gegen einen 15-Jährigen, der im Bezirksklinikum Regensburg einen siebenjährigen Jungen getötet sowie einen Lehrer und einen Pfleger schwer verletzt haben soll, verzögert sich wohl die Urteilsverkündung. Laut dem Sprecher des Landgerichtes Weiden, Florian Bauer, lief am Montag noch die Beweisaufnahme – unter anderem war die Befragung eines Gutachters geplant.

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Für diesen Dienstag waren ursprünglich die Plädoyers anberaumt, sofern keine weiteren Anträge seitens der Prozessbeteiligten gestellt werden. Nun ergab sich eine Planänderung. Ein psychiatrischer Sachverständiger konnte noch nicht angehört werden, da er erkrankt ist. Deshalb wurden zusätzliche Prozesstage anberaumt.

Es galt jedoch schon zuvor als unwahrscheinlich, dass am 14. Januar ein Urteil fällt – in dem auch über die Schuldfähigkeit entschieden wird. Spätestens in drei Wochen hätte die Kammer einen Termin für die Verkündung festlegen müssen, sieht die Strafprozessordnung vor. Weitere Verhandlungstermine wurden nun für den 29. Januar und den 3. Februar festgelegt.

15-Jährigen wird Mord und versuchter Mord vorgeworfen

Das Verfahren gegen den Angeklagten Dennis V. läuft seit 18. Dezember unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Wegen der Persönlichkeitsrechte des 15-Jährigen ist die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Deshalb drangen bislang auch keine Informationen zum bisherigen Verlauf nach außen. Die Anklage, geführt von der Generalstaatsanwaltschaft München, wirft ihm Mord und zweifachen versuchten Mord vor. Die Eltern des getöteten Kindes sowie die verletzten Opfer treten als Nebenkläger auf. Bislang, das erfuhr die Mediengruppe Bayern, schweigt Dennis V. vor Gericht.

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Der Schüler, der zum Zeitpunkt der Tat Patient in der Kinder- und Jugendpsychiatrie war, hatte nach einem Besuch bei seinen Eltern zwei Messer auf das Klinikgelände geschmuggelt, mit denen er am 26. Oktober 2023 seinen Amoklauf plante. Vor den Messerangriffen postete er auf Instagram ein Foto von sich mit der Botschaft Revenge – Rache. Bereits zuvor war er im Visier der Ermittler, weil er einen Anschlag auf seine Schule vorbereitet haben soll. Deshalb trägt er als einziger Jugendlicher in Deutschland eine Fußfessel. Dennis V. drohen zehn Jahre Jugendstrafe. Wahrscheinlicher dürfte allerdings die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie sein.

Wie Landgerichtssprecher Florian Bauer am Montagabend mitteilte, sei „mit einem Urteil nach derzeitigen Planungen am 29. Januar nicht zu rechnen“. Das Urteil wird demnach am 3. Februar verkündet.