Teublitzer Bürgermeister Thomas Beer hat noch nicht genug – Auch 2025 stehen viele Projekte an

Trotz geringer Spielräume war es für Bürgermeister Thomas Beer 2024 eine zentrale Aufgabe, die Weichen für die Zukunft der Stadt Teublitz richtig zu stellen. Im Interview mit der MZ blickt Beer nicht nur zurück, er spricht auch über die Projekte, die in den kommenden zwölf Monaten anstehen – und macht kein Geheimnis daraus, dass er auch über 2026 hinaus im Amt bleiben möchte.
Herr Beer, wie stand es 2024 um die Finanzen – und wie sieht es diesbezüglich 2025 aus?
Beer: 2024 war ein finanziell herausforderndes Jahr. Trotz geringer Spielräume und der Aufnahme von rund vier Millionen Euro an Krediten war und ist es aber weiter unsere Hauptaufgabe, die Stadt nachhaltig in die Zukunft zu führen. Wir haben gezielt Förderprogramme genutzt und diese auf ihre Wirksamkeit geprüft – bewusst mit dem Fokus auf Qualität vor Quantität. Zusammen mit dem Stadtrat setzen wir die Mittel so ein, dass sie langfristig einen Mehrwert für alle Bürger in Teublitz schaffen. Auch für die kommenden Jahre bleiben wir fokussiert darauf, die richtigen Weichen zu stellen. Dazu werden wir allerdings auch heuer nochmals Schulden aufnehmen müssen. In den nächsten Jahren ist dann keine Nettoneuverschuldung mehr geplant.
Nach dem Aus der Umgehungsstraße fanden erste Gespräche für den Einstieg in das Verkehrs- und Mobilitätskonzept statt. Wie ist hier der Stand der Dinge?
Beer: Im Januar werden wir gemeinsam mit den Fraktionen im Stadtrat ein Vorauswahlverfahren haben, bei dem wir das Planungsbüro auswählen, dass das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) inklusive dem Verkehrs- und Mobilitätskonzept begleiten wird. Im Februar wird der Stadtrat final entscheiden, wer mit der Entwicklung des Konzepts beauftragt wird. Im Anschluss folgt gemeinsam mit dem ausgewählten Team eine Bestandsaufnahme, bei der erste Ideen und Ansätze für die zukünftige Verkehrsplanung gesammelt werden sollen.
Welche Baumaßnahmen und Planungen stehen im neuen Jahr auf der Agenda?
Beer: 2025 stehen zahlreiche wichtige Projekte an. Unter anderem werden die Erschließung des Baugebiets Brunnäcker II abgeschlossen und die Münchshofener Straße fertiggestellt. Die Planungen für den Hochwasserschutz werden vorangetrieben, und wir starten mit der Schulhauserweiterung sowie dem Neubau der Bücherei. Zudem wird der Waldkindergarten fertiggestellt und der Umbau des Herz-Jesu-Kindergartens angegangen.
Für die Feuerwehr Münchshofen investieren wir in den Neubau des Gerätehauses, während die Feuerwehr Teublitz im Bereich Katastrophenschutz mit zwei neuen Fahrzeugen ausgestattet wird. Außerdem beginnt der Glasfaserausbau, und die Neugestaltung des Stadtparks wird fortgeführt.
Wie ist der heutige Stand zum Gewerbegebiet an der A93?
Beer: Im Februar soll eine eigene Sitzung des Stadtrats einberufen werden, um die Stellungnahmen zur ersten Auslegung des Landschaftsplans abzuwägen. In dieser Sitzung sollen auch die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen Gutachten zum Klimaschutz, zum Verkehr und zur Standortanalyse besprochen werden. Ziel ist es, im Jahr 2025 den Landschaftsplan in den Flächennutzungsplan zu integrieren und die Planungen für die Bebauung abzuschließen.
Ein wichtiger Aspekt in der Stadt sind die Themen Kultur und Gesellschaft. Was ist diesbezüglich 2025 geplant?
Beer: Teublitz ist und bleibt eine Stadt des Ehrenamts, und wir sind sehr stolz auf die vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger in den unterschiedlichsten Vereinen und Bereichen. Um ihren Verdiensten gerecht zu werden, wird auch 2025 wieder ein Ehrenabend stattfinden.
Im Bereich der Jugend- und Seniorenarbeit möchten wir nicht nur die bestehenden Angebote weiterentwickeln, sondern auch unseren Status einer familienfreundlichen Kommune weiter stärken. Eine Idee, die derzeit geprüft wird, ist die Durchführung einer Kulturfahrt, die für alle Generationen offen sein soll.
Zudem möchten wir speziell für Familien attraktive Angebote schaffen, wie etwa einen Erste-Hilfe-Kurs für Eltern, damit diese im Notfall Erste Hilfe am Kleinkind leisten können. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass sich alle Generationen in unserer Stadt weiterhin wohl und gut aufgehoben fühlen.
Was sind die größten städtischen Events im Jahr 2025?
Beer: Es wird wieder zahlreiche spannende Veranstaltungen in Teublitz geben. Ein erstes Highlight ist erneut die Deiblitzer Faschingsgaudi, die zum zweiten Mal stattfindet, teils in Zusammenarbeit mit der Faschingsgesellschaft d’Rummlfelser. Das umfasst den Faschingsball in der Dreifachturnhalle, den Seniorenfasching im Mehrgenerationenhaus, den Rathaussturm der „Narrischen Weiber“ und den Kinderfasching ebenfalls in der Dreifachturnhalle.
Als nächstes großes Event steht Ende Mai das traditionelle Volksfest auf dem Programm, gefolgt vom Mittelalterfest Horto Historico im August. Den Abschluss des Jahres bildet wieder der Weihnachtsmarkt im Stadtpark am zweiten Adventswochenende.
Alles, was wir nun besprochen haben, wirkt wie ein sehr straffes und umfangreiches Programm für das neue Jahr.
Beer: Es lässt sich festhalten, dass Teublitz ein hervorragendes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg ist. Die sachorientierte Arbeit im Stadtrat, zusammen mit kompetenten und engagierten Mitarbeitern in der Verwaltung und allen städtischen Bereichen ermöglicht es uns, viele Projekte zum Wohle der Bürger umzusetzen. Ein Beispiel, das in der aktuellen Bundespolitik leider nicht immer zu finden ist.
Im nächsten Jahr läuft Ihre Amtsperiode als Bürgermeister der Stadt Teublitz ab. Werden Sie für eine weitere Amtszeit kandidieren?
Beer: Meine Motivation, Teublitz als lebens- und liebenswerte Stadt weiterzuentwickeln, ist ungebrochen. Ohne die Beschlüsse der Parteigremien vorwegnehmen zu wollen, kann ich sagen, dass ich mich gerne für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stelle, sofern mir die Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch die Partei erneut ihr Vertrauen schenken.
Als ich 2020 angetreten bin, hatte ich zahlreiche Ideen und Visionen für meine Heimatstadt, die sich teilweise nicht in nur einer Amtszeit verwirklichen lassen, sondern mehr Zeit benötigen. Auch in Bezug auf die im Interview genannten Projekte gibt es noch viel zu tun und umzusetzen. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn ich nochmals die Gelegenheit erhalte, diese Herausforderungen weiterhin anzupacken und die Entwicklung von Teublitz voranzutreiben.