Ins Café des Neutraublinger Seniorenheims kehrt wieder Leben ein

Seit der Corona-Pandemie war es verwaist, nun weht ein frischer Wind im Café im Neutraublinger Seniorenheim. Der neue Betreiber ist kein Unbekannter.
Hakif Krasniqi hat das Lokal am Marktplatz übernommen und am Dienstag eröffnet – ohne großes Brimborium. „Ich möchte langsam starten, alles soll sich einspielen“, sagt der 48-Jährige.
Krasniqi ist in Neutraubling ein bekanntes Gesicht. In den vergangenen Jahren hat er bei seinem Cousin im Ratskeller als Kellner gearbeitet. Nun wagt er den Sprung in die Selbstständigkeit. „Bei Kifi“ steht in großen Buchstaben über dem Eingang des Lokals. Krasniqis Spitzname lieferte die Blaupause. Seine Familie, die gleich in der Nähe wohnt, hilft beim Neustart mit. Dazu gehören Ehefrau Halide (43), die Töchter Elda (14) und Ema (9), Sohn Edmond (18) und Nachzügler Edison (2).
Zur Eröffnung am Dienstag gab es Kaffee, Kuchen, Torten, Croissants und Brezen. Im Laufe des Januars will Krasniqi das Angebot ausweiten und auch warme Speisen anbieten wie Schnitzel oder Currywurst mit Pommes, „vielleicht auch Calamari“. Sandwiches soll es ebenfalls geben. Mehr als zehn verschiedene Gerichte sind nicht geplant. „Ich richte mich nach meinen Gästen und schaue, was gewünscht ist.“
Kein Ruhetag
Täglich von 10 bis 20 Uhr ist geöffnet. Freitags, wenn vor dem Seniorenheim der Wochenmarkts stattfindet, macht Krasniqi schon um acht Uhr auf. Ruhetage sind vorerst nicht geplant. Die Backwaren kommen von der Konditorei Mandl aus Regensburg. Das Angebot variiert. Ein Stück Kuchen kostet 3,50 Euro, die Tasse Kaffee 2,50 Euro
Eigentlich wollte Krasniqi, der ursprünglich aus Kosovo stammt, schon im Oktober öffnen. Weil eine ganze Reihe von Genehmigungen nötig waren, hat sich das Ganze immer wieder verzögert. Gesundheitsamt, Landratsamt, IHK, Stadt Neutraubling: „Ich hatte viele Termine“, erzählt der Betreiber. Kurz vor Silvester habe er dann die endgültige Erlaubnis erhalten.
Krasniqi hat viel Arbeit in die rund 140 Quadratmeter großen Räumlichkeiten gesteckt und insgesamt etwa 14 000 Euro in Möbel, Theke, Kühl- und Küchengeräte, Kaffeemaschinen und Ausstattung investiert. „Der Raum war leer.“ Jetzt stehen dort Stühle und Sitzbänke aus Holz, vor der großen Fensterfront hängen Stoffvorhänge mit silbernen Kordeln und an den Wänden Landschaftsbilder. Die Möblierung ist luftig, sodass auch Besucher in Rollstühlen oder mit Kinderwagen problemlos zwischen den Tischen hindurchpassen. Vom Foyer des Seniorenheims gelangt man direkt ins Lokal, aber auch vom Marktplatz aus gibt es einen Zugang, der im Sommer über die Terrasse führt.
Zu den ersten Besucherinnen am Eröffnungstag gehörte Loni Schützenmeier. Die 88-Jährige wohnt seit vier Jahren im Neutraublinger Seniorenheim. Immer dienstags bekommt sie Besuch von Tochter Ursula und Schwester Renate aus Regensburg. Das Damen-Trio ließ sich Kaffee und Schinken-Käse-Croissant schmecken und freute sich über die neue Anlaufstelle. „Wir werden öfter kommen.“
„Schöner als früher“
Ein paar Tische weiter war auch Johann Herud angetan: „Jetzt sieht es hier schöner aus als früher“, findet der Neutraublinger. Auch der Kaffee habe ihm sehr gut geschmeckt. „Schön, dass hier wieder Leben ist.“ Herud kennt Krasniqi vom Ratskeller und möchte ihn beim Neustart unterstützen. Dass das Lokal wieder in Betrieb ist, hält auch Inge Köglmeier für „eine Bereicherung“. Sie ist Seniorenbeauftragte in Neutraubling und regelmäßig zu Besuch im Heim. „Ich habe das Café sehr vermisst.“ Viele Heimbewohner seien wegen der langen Schließung „traurig“ gewesen und hätten eine Neueröffnung herbeigesehnt. Gerade für Geburtstagsfeiern mit Angehörigen sei ein Lokal wichtig. Köglmeier lobt den Betreiber als „sehr freundlich“. Sie glaubt: „Es wird gut laufen.“
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Das Neutraublinger SeniorenheimHistorie: Das Neutraublinger Seniorenheim ist rund 30 Jahre alt und eines der größten im Landkreis. Es verfügt über insgesamt 102 Einzelzimmer für Bewohner. Diese sind mit jeweils rund 23 Quadratmetern vergleichsweise groß. Grundsteinlegung war 1993, am 1. November 1995 wurde das Haus offiziell eröffnet – damals als Pilotprojekt zum Motto: „Wie sieht Altenpflege im Jahr 2000 aus?“
Renovierung: Im vergangenen Jahr ist die Einrichtung saniert worden. Der Abschluss der Arbeiten an der Fassade soll im Frühjahr folgen. Insgesamt hat der BRK-Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz als Träger rund 1,1 Millionen Euro in die Hand genommen. Im Sommer soll alles fertig sein.
Leitung: Der langjährige Heimleiter Michael Melcher ist Ende September in Ruhestand gegangen. Seither führt Denis Schwenk das Haus am Marktplatz.
