Schwandorfer Winterzauber: Macher ziehen trotz Kritik positives Fazit – Stadtpark bleibt gesetzt

Von Philipp Breu · 8. Januar 2025 um 19:00

Es hat sich ausgezaubert. Fünf Wochen lang lockten 27 Buden samt Eislaufbahn in den Schwandorfer Stadtpark. Am Dreikönigstag wurde der Winterzauber 2024/25 vom Dachelhofener Bläserensemble musikalisch verabschiedet – und ruht nun bis zum nächsten Winter. Zeit also für ein Fazit.

Eiskünstler, Stelzengeher, professionelles Christkind, Auftritte von Musikern und schaurigen Perchten, kulinarische Vielfalt und eine große Lasershow zum Jahreswechsel: Auch heuer haben sich die Macher des Winterzaubers – also Stadt, Arbeitsgemeinschaft (Arge) Weihnachtsmarkt und Stadtmarketing-Verein wieder einige Gedanken gemacht, um möglichst viele Besucher im Stadtpark begrüßen zu können. Die Mühen haben sich offenbar gelohnt.

Winterzauber: Zufriedene Budenbetreiber und zufriedene Besucher

Das zeigt unter anderem auch eine Online-Umfrage, die unsere Zeitung am Dienstag ins Netz gestellt hat. Binnen 24 Stunden haben etwa 1100 Leser abgestimmt. Das Ergebnis: Mehr als 800 von ihnen fanden den Schwandorfer Winterzauber 2024/25 gelungen und kündigten an, auch im nächsten Winter gerne wieder in den Stadtpark gehen zu wollen. Der Rest bezeichnete die Veranstaltung dagegen als Flop (etwa 190 Stimmen) oder gab an, den Winterzauber erst gar nicht besucht zu haben (etwa 140 Stimmen).

Mit ihrem Konzept haben die Veranstalter des Winterzaubers auch diesmal ins Schwarze getroffen. Einzig die neue Eislaufbahn konnte wenig überzeugen. So kommentiert es der stellvertretende Redaktionsleiter Philipp Breu

Auch die Veranstalter waren mit dem Verlauf zufrieden: „Sobald das Wetter gepasst hat, kamen die Leute in Scharen“, freut sich Gerhard Engel von der Arge Schwandorfer Weihnachtsmarkt. Die vielen Budenbetreiber – heuer gab es insgesamt 27 Verkaufsstände – seien mit dem Geschäft ebenfalls zufrieden gewesen. „Es sind auch alle beim nächsten Mal wieder dabei“, sagt Engel.

Bisher keine großen Änderungen bei Neuauflage geplant

Deshalb stehe für ihn schon jetzt fest, dass es auch im Winter 2025 wieder einen Weihnachtsmarkt im Stadtpark geben werde. Hier möchte man am bisherigen Grundkonzept wieder festhalten – und gegebenenfalls noch ein paar neue Ideen einflechten. Die gebe es bereits, verrät Engel. Auf genauere Details will der Mann von der Arge Schwandorfer Weihnachtsmarkt aber noch nicht eingehen. „Das wäre noch zu früh. Bis zu einer Umsetzung muss noch viel besprochen werden.“

Ob in diesem Zug auch die ein oder andere bisherige Entscheidung mit Blick auf eine Neuauflage des Winterzaubers Ende 2025 auf dem Prüfstand steht? Schließlich haben auch die Veranstalter beispielsweise die Diskussionen um die neue Kunststoff-Eislaufbahn oder das Agentur-Christkind mitbekommen. Gerhard Engel verteidigt beides: Seiner Meinung nach hätten sich die Neuerungen nicht negativ auf die Zugkraft des Winterzaubers ausgewirkt.

„Ich habe natürlich keinen Einblick in die genauen Besucherzahlen bei der Eislaufbahn. Aber die Betreiber haben mir auf Nachfrage versichert, dass das Geschäft gut lief“, sagt Engel und plädiert in diesem Zug auch dafür, das professionelle Christkind beizubehalten. Dieses wurde zum zweiten Mal in Folge von einer Agentur engagiert. „Die Kinder waren absolut begeistert“, so Engel. Teilweise sei der Ansturm so groß gewesen, dass das Christkind bei seinen Besuchen spontan länger im Stadtpark geblieben sei. „Warum sollten wir das also ändern?“

Schwandorfs OB ist „großer Fan“ des Winterzaubers

Die Stadt Schwandorf sieht das ähnlich: „Grundsätzlich sind wir als Stadt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Winterzaubers. Wir hatten – bis auf einige Ausnahmen – großes Glück mit dem Wetter, was auch die durchgängig hohen Besucherzahlen widerspiegelt“, sagt die stellvertretende Pressesprecherin Lara Schmaus.

City-Managerin Sonja Zindel stößt ins gleiche Horn: „Ich habe in den vergangenen Wochen oft das Feedback erhalten, dass der Aufbau und die Atmosphäre des Winterzaubers dieses Jahr noch schöner ist als im Vorjahr.“ Und auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) zeigt sich mehr als zufrieden: „Ich bin wirklich ein großer Fan des Schwandorfer Winterzaubers. Es ist ein super Format, das bereits fest im Veranstaltungskalender unserer Stadt etabliert ist.“

Winterzauber soll weiter im Stadtpark bleiben

Der Standort des Winterzaubers im Stadtpark sei laut den Organisatoren ein wichtiger Aspekt, der auch in Zukunft beibehalten werden soll. Zudem sei das Rahmenprogramm auf große Zustimmung gestoßen – von den zahlreichen Show-Highlights über die beiden Silvesterpartys für Groß und Klein bis hin zur Schlittschuhbahn. Letztere soll aller Voraussicht nach auch im nächsten Winter wieder im Stadtpark aufgebaut werden. Ob die Plastikoberfläche beibehalten wird, ist noch unklar.

Ebenfalls in den Sternen steht noch, wann es im kommenden Winter losgeht. „Obwohl die Planungen für die nächste Auflage des Winterzauber bereits im Gange sind, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkrete Aussage über den Zeitraum der Veranstaltung treffen“, heißt es seitens der Stadt. Nach Möglichkeit soll der kommende Winterzauber aber wieder bis zum 6. Januar des kommenden Jahres stattfinden – und damit auch in den Ferien.

Die größte Neuerung betraf diesmal die beliebte Eislaufbahn. Die Verantwortlichen entschieden sich für Kunststoff statt Kunsteis. Einige Schlittschuhfahrer kritisierten das Fahrgefühl. Doch an den Besucherzahlen machte sich das laut Veranstalter nicht bemerkbar.
Der Auftritt des Musikvereins Dachelhofen mit Dirigent Florian Meierhofer (vorne, r.) war ein Programmhöhepunkt. Auch OB Andreas Feller (vorne l.) hörte zu und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen des Winterzaubers ihren Beitrag geleistet haben.
Das Christkind kam, wie auch im Vorjahr, von einer Agentur. Die Entscheidung sorgte für Kritik. Die Kinder störte das nicht.