Fast 33 Kilo Rauschgift im Gepäck – Riesenfund bei Beratzhausen vor Gericht

Von André Baumgarten · 8. Januar 2025 um 19:00

Ein Niederländer wird mit Drogen im Wert von über einer Viertelmillion Euro auf der A3 bei Beratzhausen (Landkreis Regensburg) erwischt – in zwei Reisetaschen auf der Ladefläche seines Autotransporters. Der Prozess in Regensburg muss in die Verlängerung, weil ein Gutachten nötig ist.

Mit 769 Kilometern ist die A3 Deutschlands zweitlängste Autobahn. Ihre Strecke von der niederländischen bis zur österreichischen Grenze macht sie allerdings für das Organisierte Verbrechen hochattraktiv. Immer wieder gelingen Fahndern hier spektakuläre Funde – wie im April bei Beratzhausen. Wegen rund 33 Kilo Drogen, die ein Niederländer da im Gepäck hatte, steht der 51-Jährige nun in Regensburg vor dem Landgericht.

Am helllichten Tag griff die Polizei den Mann am 10. April auf. Er war mit einem Abschleppwagen in Richtung Regensburg unterwegs, auf der Ladefläche einen Audi fest verzurrt. Das könnte die Masche des mutmaßlichen Kuriers gewesen sein, um wenig aufzufallen. Doch an jenem Mittwoch, kurz vor 13.30 Uhr, ging sein Plan wohl nicht auf. Er wurde von den Beamten angehalten und kontrolliert.

Statt hochkomplizierter Verstecke, die speziell verbaut werden und sich oftmals nur mit Codes öffnen lassen, hatten die Drogenfahnder in dem Fall jedoch leichtes Spiel: Im Kofferraum und hinter dem Fahrersitz des Audis auf der Ladefläche lagen Reisetaschen – prall gefüllt mit knapp fünf Kilo MDMA, fast 19,7 Kilo Marihuana und 7,9 Kilo Haschisch. Drogen im Straßenwert von gut einer Viertelmillion Euro. Das Ziel der Fahrt war offenbar eine Adresse in Wien.

Weiterer Prozesstag am Landgericht nötig

Knapp neun Monate später sitzt der 51-Jährige, der den Autotransporter einst steuerte, nun vorm Landgericht. Angeklagt hat ihn die Staatsanwaltschaft wegen der Einfuhr von und des Handeltreibens mit nicht geringen Mengen Drogen. Ihn erwartet dafür eine empfindliche Haftstrafe. Doch statt der ursprünglich geplanten zwei werden wohl drei Prozesstage nötig sein, bis ein Urteil fällt.

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Nach einem längeren Rechtsgespräch, das Strafverteidiger Shervin Ameri angeregt hatte, folgte die siebte Strafkammer seiner Anregung, ein Sachverständigengutachten zur möglichen Drogenabhängigkeit des Mannes erstellen zu lassen. Sein Mandant habe bei den Ermittlern gelogen und einen eigenen Konsum bestritten. Das widerrief der 51-Jährige vor Gericht nun – vielmehr nehme er seit zig Jahren Crystal Meth und Kokain. Sein Mandant sei nur „ein reiner Kurierfahrer“, wie Ameri betonte.

Zeugen durften vorerst nicht aussagen

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah die Tätigkeit des Angeklagten jedoch anders, zumal es Chats geben soll, die den Mann offenbar belasten. Einen Deal mit einem fixen Strafmaß gab es in diesem Fall daher bislang nicht, und auch Zeugen, die längere Zeit vor dem Sitzungssaal warteten, mussten vorerst unverrichteter Dinge wieder gehen. Denn erst am 17. Januar soll die Beweisaufnahme starten, wenn der vom Gericht beauftragte Gutachter anwesend ist.

Das ist der Grund, warum ein dritter Prozesstag nötig sein wird. Wann das Urteil in dem Fall fällt, ist derzeit aber noch offen.