Fokus liegt auf der Wärme: So geht es beim Neustädter Wärmeprojekt mit der Bayernoil weiter

Das gemeinsame Neustädter Wärmeprojekt mit der Bayernoil voranzutreiben ist in den Augen von Bürgermeister Thomas Memmel die wichtigste Aufgabe in den kommenden Monaten. Es gebe noch einige Fragen zu klären, einen möglichen Baubeginn indes hat er schon fest in den Fokus genommen.
Im Januar soll es im Stadtrat den nächsten Zwischenbericht der beauftragten Planungsfirma geben. Danach habe das Gremium zu entscheiden, ob man grundsätzlich an dem Projekt festhalten wolle oder nicht.
In der Nachbarstadt Abensberg, die bei dem Projekt wie berichtet mit im Boot ist, hat es diesen Beschluss vor einigen Wochen bereits gegeben. Man will von einer Wärmeleitung von der Raffinerie her profitieren.
Memmel kann sich auch nicht vorstellen, dass das in Neustadt a. d. Donau anders sein wird. „Wir haben keinen Plan B“, stellt er im Gespräch mit dieser Zeitung fest. Mit ein Grund sei, dass die Stadtwerke bereits ein Wärmenetz in der Stadt betreiben. Und so steht für den Bürgermeister fest, dass auch die Leitung, die womöglich von der Raffinerie in die Stadt führen wird, von den Stadtwerken betrieben wird. Man strebe nicht an, einen externen Dienstleister mit ins Boot zu holen. Memmels Amtskollege in Abensberg kann sich das für den dortigen Abschnitt wie berichtet durchaus vorstellen.
Bürgerbeteiligung möglich
In der Nachbarstadt denken die politisch Verantwortlichen auch darüber nach, ob man die Bürger, etwa in Form einer Genossenschaft, an dem Projekt beteiligt. Memmel ist nicht abgeneigt, so etwas auch in Neustadt a. d. Donau zu ermöglichen. Die Anteilsmehrheit müsse aber bei den Stadtwerken bleiben.
Eine Entscheidung darüber soll in seinen Augen spätestens im September gefallen sein. Anderes muss früher feststehen. So erwartet Memmel in der kommenden Ratssitzung Vorschläge der Planer, an welcher Stelle bei der Raffinerie genau die Wärmeleitung angeschlossen werden soll. Da gebe es durchaus mehrere Möglichkeiten.
Die technische Umsetzung ist also noch nicht festgelegt. Geht es nach Memmel, steht aber der Zeitpunkt dieser Arbeiten schon fest. 2026 gebe es einen längeren geplanten Stillstand bei der Raffinerie. Dann sollen auch die Anschlussarbeiten über die Bühne gehen, da diese nur bei einem heruntergefahrenen Betrieb möglich seien.
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Zusätzliche Kraftwerke für Wintermonate benötigt
Ist die Leitung angeschlossen und liegt sie erst einmal im Boden, ist die Arbeit laut Memmel aber längst nicht getan. Der Bürgermeister geht ins Detail. Mit der Wärme aus der Raffinerie solle die Grundlast abgedeckt werden, die nach seinen Worten rund 80 Prozent der jährlich benötigten Energiemenge umfasst. Darüber hinaus gebe es noch die Zeiten, in denen die sogenannte Spitzenlast bereitgestellt werden müsse.
Das sei vor allem in den Monaten Dezember und Januar der Fall, in denen mehr geheizt werde als im Rest des Jahres. Dafür würde man zusätzliche Kraftwerke benötigen. Bei der Frage des Energieträgers dafür zeigt sich Memmel offen. Denkbar wären sowohl Öl, Gas oder erneuerbare Energien. Die Frage, ob etwa ein Kraftwerk zentral gebaut werde oder jeweils eines für Neustadt a. d. Donau und Abensberg, müsse ebenso noch geklärt werden.
Und dann gibt es noch den nicht auszuschließenden Fall, dass die Raffinerie für eine gewisse Zeit als Wärmequelle ausfällt. Auch dafür braucht es eine Lösung. Jüngst hat Abensbergs Bürgermeister Bernhard Resch klargestellt, dass dies Grundvoraussetzung sei, um endgültig ein gemeinsames Projekt zu starten. Memmel denkt etwa an Wärmepumpen, mit denen man an bestimmten Stellen Wärme ins Leitungssystem bringen könnte.
Kurort spielt eine Rolle
Wenn sie über ein Wärmenetz nachdenken, haben die Verantwortlichen in Neustadt a. d. Donau genau so wie in Abensberg vor allem die Kernstadt im Blick. Neben der Innenstadt spricht Memmel vom Gewerbegebiet Neustadt Süd. Anders als in der Nachbarstadt ist grundsätzlich angedacht, die Leitung von der Raffinerie auch in einen Ortsteil zu führen. In Bad Gögging solle zumindest der Bereich bei den Kuranlagen auf diese Weise versorgt werden. Das macht grundsätzlich Sinn, wird die Leitung nach Abensberg ja wohl nahe des Kurorts vorbeilaufen.
Mit Großabnehmern in den genannten Arealen habe man schon gesprochen, einige wären bereit, sich anschließen zu lassen. Vertraglich fixiert sei laut Bürgermeister aber noch nichts, auch mit der Raffinerie müssten die entsprechenden Verträge erst noch geschlossen werden.
