Es dauert, bis Wärme aus Neustadt in Abensberg ankommt

Von Wolfgang Abeltshauser · 23. Dezember 2024 um 15:00

Vor wenigen Wochen hat sich der Abensberger Stadtrat grundsätzliche dafür ausgesprochen, Abwärme der Bayernoil-Raffinerie zu nutzen, um Abensberger Gebäude zu heizen. Bis es aber soweit ist, müssen noch etliche Fragen geklärt werden.

Bürgermeister Bernhard Resch ist sich im Gespräch mit dieser Zeitung sicher, dieses Thema werde die Kommune in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen. Denn es müssten noch jede Menge Fragen geklärt werden, bis man wisse, ob und bis wann diese Variante der Wärmeversorgung wirklich kommen kann. Laut Gesetz hat Abensberg noch Zeit bis 30. Juni 2028, einen konkreten Plan vorzulegen.

2025 werde man auf alle Fälle ein Fachbüro damit beauftragen, weitere Detailplanungen für ein Wärmenetz in der Altstadt anzugehen. Ein solches solle unabhängig davon kommen, ob die Kooperation mit der Raffinerie zustande kommt oder nicht. Dabei sollen ein Weiteres Mal Gebäude-Eigentümer abgefragt werden, ob sie Interesse an einem Anschluss an ein Wärmenetz haben oder nicht. Letztendlich gehe es auch darum, belastbare Zahlen zu erhalten, wie viel Geld die Kommune in so ein Netz investieren müsse, wenn sie dabei als Bauherr auftritt.

Ob das überhaupt so weit kommt, sei eine weitere Frage, die zu klären ist. So wurde schon bei besagter Ratssitzung darüber gesprochen, ob das Netz im Rahmen eines Genossenschaftsmodells betrieben werden solle. Jüngst erst habe sich Resch über dieses Thema genauer informiert. Möglich wäre aber auch, dass ein gewerblicher Partner der Stadt zur Seite tritt.

Es gibt kaum Alternativen

Im Fokus werde erst einmal die Altstadt stehen, denn dort gebe es kaum Alternativen zu einem Wärmenetz, wenn alte Heizungen erst einmal ausgebaut werden müssen. Anders sehe das im Bereich „An den Sandwellen“ aus, bei dem auch ein Wärmenetz denkbar sei, wie in der jüngsten Stadtratssitzung zu hören war. Grund sind die dort in ausreichender Zahl vorhandenen Großabnehmer, die wiederum Voraussetzung sind, um so ein Netz wirtschaftlich betreiben zu können. Hier sieht der Bürgermeister aber eine ganz andere Situation. Es sei die Frage, ob hier die Kommune als Investor auftreten müsse. Denn Grundstückseigentümer hätten auch andere Möglichkeiten – wie etwa Wärmepumpen.

Wenn es mit der Wärmeleitung von Neustadt her etwas werden soll, sei in den Augen von Resch unabdingbar, eine Lösung für den Notfall zu haben. Für die Situation, dass die Wärme aus der Raffinerie, aus welchem Grund auch immer, einmal für einige Tage nicht kommt. Auch deswegen sei er regelmäßig in Kontakt mit seinem Neustädter Amtskollegen im Austausch, gelöst sei das Problem noch nicht.

Unabhängig davon arbeite man weiter an einer Alternative zur Raffinerie, um die Kommune mit Wärme versorgen zu können. Wie berichtet hatte Abensberg schon vor einigen Jahren den Plan, mittels einer beim ehemaligen Elektrizitätswerk an der Max-Bronold-Straße zu bauenden Heizzentrale ein Wärmenetz zu versorgen.

Pläne zurückgestellt

Als dann gesetzlich vorgeschrieben wurde, einen Wärmeplan zu entwerfen, wurde dieses Projekt erst einmal auf die lange Bank geschoben.

In den Augen des Bürgermeisters kann es durchaus von dort wieder heruntergeholt werden. Er verweist darauf, dass es auch andernorts in der Stadt Grundstücke gäbe, die in der Hand der Kommune seien und auf denen man Heizzentralen errichten könne. Seinerzeit hatte man vor, diese zum teil mittels Holz aus eigenen Wäldern zu befeuern.

Sprechen wolle Resch auf alle Fälle mit den Betreibern existierender Wärmenetze in der Stadt. Unter anderem betreiben die Stadtwerke und ein örtlicher Brauereibesitzer solche Netze. „Was wir nicht machen werden, ist, denen Konkurrenz zu machen“, betont der Bürgermeister. Wenn, dann müsse man eine Lösung für beide Seiten finden. Außerdem gelte es, neue Techniken nicht außer Acht zu lassen. So seien mittlerweile Großwärmepumpen auf dem Markt, die konkret dafür konzipiert wurden, ein Wärmenetz zu versorgen. Auch solche Alternativen dürfe man nicht außer Acht lassen.