Die Chamer Notaufnahme feiert mit Sekt — alkoholfrei, aber schon wieder

Sekt bei Sana – alkoholfrei selbstverständlich. Aber: Schon wieder! Diesmal für die Notaufnahme der Sana Klinik in Cham. Erst im August hatte sich die Belegschaft der Notaufnahme auf den Weg gemacht. Er war kurz und hart und hatte immer einen Begleiter: die Skepsis. Allerdings nur die der Anderen: „Wir haben immer an uns geglaubt und am Ende Recht bekommen“, freut sich Sana-Geschäftsführer Thomas Koch.
„Erweiterte Notfallversorgung“ – so steht es auf dem Siegel, das Geschäftsführer Koch während der kleinen Feierstunde in die Höhe hält. Koch ist stolz: „Wir spielen jetzt qualitätsmäßig in der Bezirksoberliga“, sagt er. Und er zählt auf, was Sana in den letzten Jahren so alles zu feiern hatte: eine neu gebaute Notaufnahme mit zehn Betten, eine Hauptabteilung Neurologie, Herzkatheder rund um die Uhr, gut besetzte Fachabteilungen...
Test auf Herz und Nieren
Am 11. November war der Medizinische Dienst der Krankenkassen in die Notaufnahme gekommen und checkte dort alles auf Herz und Nieren. Der Manager verkündet das Ergebnis: „Erfolgreich, ohne Beanstandungen – eine Eins mit Stern!“ Das, so Koch, ist das Ergebnis harter Arbeit und guter Qualität. „Das ist umso wichtiger, weil die Notaufnahme die Nabelschnur jeder Klinik ist. Da hängt Alles und Jeder dran.“ Dafür hat es auch viel Hilfe von außen gegeben, lobt Koch: von den Krankenkassen, dem Kreistag und dem Rettungsdienst.
„Der unerschütterliche Glaube an unsere Notaufnahme hat uns dieses Siegel gebracht. Es ist kein Selbstzweck, sondern dient der maximalen Versorgung unserer Patienten. Wir wollen das Beste geben und uns weiterentwickeln zu weiteren Meilensteinen und Feierstunden“, verspricht er.
Eine Reihe von Meilensteinen
Von diesen Meilensteinen hat er eine ganze Reihe zu bieten: Der Ausbau der Palliativversorgung mit Parkinsonbehandlung und Geriatrie in Bad Kötzting gehört dazu, aber auch eine verbesserte Versorgung mit Orthopädie und Unfall-Chirurgie bei Berufsunfällen. Auch die Digitalisierung hat Geschäftsführer Koch buchstäblich in seinem Büro vor Augen, wo schon die neuen Laptops liegen. Wenn die elektronische Patientenakte kommt, will die Klinik vorbereitet sein. „Lasst uns den Moment genießen und stolz auf das Erreichte sein“, so Koch.
Landrat Franz Löffler findet es richtig, dass schon wieder gefeiert wird: „Man kann es ja auch nicht oft genug verkünden: Es geht um die bestmögliche Versorgung von Menschen. Und zwar dort, wo es wirklich drauf ankommt.“ Beim Blick zurück kann es der Landrat, der für die Krankenhausversorgung seines Landkreises verantwortlich ist, kaum glauben: „13 Jahre ist es schon wieder hat, da haben wir uns mit Sana verheiratet. Mit Profis, die von dem Geschäft auch wirklich etwas verstehen.“ Doch schon damals habe niemand unterschreiben wollen, wie lange das Konzept der Dreihäusigkeit noch halten würde. Bis heute hat der Landkreis viel richtig gemacht, findet Löffler: „Wären wir nicht in der Lage gewesen, die alten Strukturen aufzugeben zugunsten von mehr Nachhaltigkeit und Qualität, dann hätten wir heute kein Bad Kötzting mit Palliativ- und Geriatrieversorgung, kein Roding mit seinen ambulanten Qualitäten und schon gar nicht eine Klinik Cham, wie sie heute da steht.
Die Erkenntnis vom Zentrum
Dann formuliert der Landkreis eine Erkenntnis, die vielen schwergefallen ist: „Wir haben ein klares Zentrum im Landkreis. Und das ist von großem Vorteil, wenn man sich umsieht und merkt, wie hart sich andere tun, wenn sie eine einigermaßen zentrale Versorgung auf die Beine stellen wollen.‘“ Natürlich sei das schwer gewesen. Und ihm sei klar, dass es von den Rändern oft näher nach Viechtach oder Wörth ist. „Wir sind aber verantwortlich für die Masse der Bürger“, stellt Löffler klar. Und schon sieht der Landrat eine weitere schwierige Debatte heraufziehen. Der Rettungszweckverband soll als Schablone für eine sogenannte „Regionalkonferenz“ herhalten, die künftig eine klinische Versorgung gewährleisten soll. „Da wäre dann Neumarkt mit dabei, mit dem wir praktisch keine Verbindung haben, aber der Nachbarlandkreis Schwandorf nicht“, schildert er die Probleme.
Viel Lob für die Notaufnahme
„Net g‚schimpft is g’lobt gnua“, zitiert der Landrat einen alten Bayerwaldler-Grundsatz . Der gelte für Sana in Cham und seine Notaufnahme nun schon seit längerem nicht mehr. „Es kann nicht jeder Tag optimal laufen, aber es gibt inzwischen auch viel Lob“, sagt Löffler. Nun gelte es aber, am Ball zu bleiben, und mitzuhalten mit den ständigen Veränderungen der Medizin.
Christoph Sellier, Chefarzt der Notaufnahme, beschreibt die harte Zeit seit August 2024. „Beim Startschuss war schon klar, dass es Hausaufgaben geben würde. Die Grundlagen waren ja alle da, aber Vieles wurde nicht ausgewertet. Alles war verfügbar, aber wenig wurde kontrollliert.“ Der Prüfer des Medizinischen Dienstes habe aber erkannt, dass viel passiert sei, um diese offenen Flanken zu schließen. „Wir sind mit einem guten Gefühl in die Prüfung gegangen und wir haben Recht behalten“, freut sich der Chefarzt.
Eine große Aufgabe
Alle seien beteiligt gewesen am Erfolg: die Belegschaft der Notaufnahme, aber auch die andern Fachabteilungen. „Wir sind auf ein offenes Miteinander bei Problemen angewiesen. In einem kleinen Haus wie diesem ist alles viel zu sehr verzahnt“, so Sellier. Es sei eine große Aufgabe, immer am Ball zu bleiben, weil die Sana Klinik Cham eine unverzichtbare Position im Landkreis habe.
