Es bleibt viel Platz für alle Sinne: Stadt Cham spart nicht bei der Kultur

Das neue Kulturprogramm listet 29 Veranstaltungen fürs erste Halbjahr 2025 auf – doch zu bieten hat die Stadt noch viel mehr. Und das soll auch so bleiben, wenn es nach dem Bürgermeister geht. „Bei der Kultur wird nicht gespart!“, betonte er. Mit ihr und den bunten Angeboten für die Menschen sieht er auch eine Chance, der Fruststimmung und den negativen Nachrichten zu begegnen.
Und es ist für Martin Stoiber auch ein „Pfund“ für die Attraktivität der Stadt, was da auf handlichen 38 Seiten zusammengestellt worden ist und am Dienstag im Rathaus präsentiert wurde. Kultur sei ein Faktor dafür, der den Kreis über die Wirtschaft, Freizeitangeboten, Bildung oder auch passender Infrastruktur im Wettbewerb der Städte schließe. Mit ein Höhepunkt wird am 15. Juni der besuch der Sonntagsmaler in der Stadt sein.
Ein Chamer Stadtfest in 2026
Dann findet am verkaufsoffenen Sonntag das Chamer Straßenkunstfestival statt. Dazu werden professionelle Pflastermaler die Straßen Chams in Galerien verwandeln, am Marktplatz spielt die Donikkl-Crew ein Kinder-Mitmach-Konzert und im Rathausfoyer findet eine Kalligrafie-Werkstatt für Kinder statt. Gesucht werden zudem noch Hobbykünstler jeder Art, die sich in den Straßen der Stadt an diesem Tag präsentieren wollen – Interessenten sollen sich im Rathaus melden.
Das Straßenkunstfestival ersetzt das Straßenmusikfestival des vergangenen Jahres, als 60 Bands und Solomusiker die Stadt zur Bühne machten. Im Zweijahresrhythmus solle diese Veranstaltung, die gleich bei der Premiere gut ankam, fortgeführt werden, kündigte Stoiber an. Eventuell werde sie auch 2026 in ein dreitägiges Stadtfest integriert, was geplant werde.
Mit am Tisch bei der Programmvorstellung saßen die Kulturmacher – etwa Cordonhaus-Chefin Anjalie Chaubal, Chams Kulturreferentin Petra Jakobi wie die Kulturchefin des Landkreises Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx. Und auch dabei Stadtarchivar Timo Bullemer, der 80 Jahre Kriegsende in Cham zum Anlass für verschiedene Vorträge nimmt.
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Gemeinsam mit Dr. Markus Gruber wird er mehrfach im Langhaussaal über die Zeitenwende für die Stadt vom 18. bis 23. April 1945, von der Bombardierung bis zum Einmarsch der Amerikaner, referieren. Dr. Gruber habe zum Kriegsende in Cham viel Neues beigetragen, so Bullemer. Unter Lupe nimmt der Stadtarchivar zudem noch die Chamer Nachkriegszeit 1945 bis 1948 in einem Extratermin im Mai.
Die Leiterin der Städtischen Galerie, Anjalie Chaubal, stellte ihre aktuelle Ausstellung zu KI vor und verwies auf zwei begleitende Veranstaltungen. Am kommenden Samstag um 19 Uhr ist daher KI-Jam im Langhaussaal mit Berivan Kaya und Wolfgang Gleixner, kommenden Donnerstag spricht Jaromir Konecny um 19 Uhr im Langhaussaal über KI in der Kunst und bietet dazu KI-Kabarett-Einlagen – beide Termine sind kostenlos, müssen aber über die Plattform okticket gebucht werden.
Um Krieg und Frieden
„Künstler kommen gerne nach Cham“, sagte sie und warb zudem für die Spät-Lese am 29. Juni im Hof des Cordonhauses mit dem Titel „Hören & Sagen“ – auch dafür ist der Eintritt frei. Petra Jakobi verwies auf fünf Rathauskonzerte mit tollen Musikern und vielseitigen Klavier- bis hin zu Beatlesmusik-Klängen. Etwas Besonderes wird am 11. April im Rahmen der Reihe geboten: „Himmel, Hölle, Fegefeuer“ heißt es dann mit Gedanken und Liedern zu Krieg und Frieden mit Heribert Prantl, Monika Drasch und Martin Danes. Vier Litera-Tour-Termine mit Lisa Montag, Ernst Walk und und Andreas Ernst laden außerdem zum Zuhören an ganz besonderen Orten ein.
Renner im Kulturangebot sind auch die Erlebnisstadtführungen, die 2024 alle ausgebucht waren, wie Petra Jakobi berichtete. Eine neue Führung mit dem Titel „Pilger, Presse und Propheten“ geht jetzt 2025 an den Start und diese ist jetzt schon fast ausgebucht. Dazu gibt es ganz viel Figurentheater für die Schulen und noch mehr – also reinschauen ins Programm!
