Weißstorch kann sich nicht von Roding trennen: Der Vogel überwintert im Landkreis Cham

Von Mittelbayerische Zeitung · 8. Januar 2025 um 05:00

Unser Berichterstatter traute seinen Augen nicht, als er nach dem Frühgottesdienst am Fest Heilig Drei König einen Weißstorch in seinem Nest auf dem ehemaligen Landratsamt sah. Er sah in seinem Nest nach dem Rechten. Herbert Biendl, der sich um die Störche kümmert, hat die Störche das ganze Jahr über von seiner Wohnung aus im Blick.

Biendl sagt, dass dieses Jahr drei Jungstörche von dem Storchenpaar großgezogen wurden und früh, so Mitte September, Roding verlassen haben und in Richtung Süden gezogen sind. Störche aus unserer Region nehmen meist die westliche Zugroute über Gibraltar und die Sahara, um in der westafrikanischen Sahelzone den Winter zu verbringen.

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In milden Wintern wie dieses Jahr, mit wenig Schnee und milden Temperaturen, sparen sich die Zugvögel – wie auch der Rodinger Storch – oft den weiten Weg in den Süden und bleiben hier. Überwinternde Störche erfrieren nicht so leicht.

Kälte scheint kein Problem zu sein

Ihnen macht die Kälte kaum etwas aus, da sie Wärme wesentlich besser speichern können als kleine Singvögel. So lange keine geschlossene Schneedecke liegt und kein anhaltender Frost herrscht, findet der Storch auch bei uns genug Nahrung wie Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken und Fische, weiß der Landesbund für Vogelschutz. Erst bei längerer Nahrungsknappheit fliegen die Störche in große Flussauen oder zum Bodensee oder ins Elsass, wo das Klima günstiger ist und wo sie genügend Nahrung finden.

Die Störche kennen die Futterplätze sehr gut und finden daher auch im Winter ausreichend Nahrung. Keinesfalls sollen Störche gefüttert werden und keine Futterstellen angelegt werden, mahnt der Landesbund für Vogelschutz.