KultWerkStadt Furth im Wald sieht sich als Impulsgeber für die Jugendarbeit der Stadt

Von Alexander Frimberger · 3. Januar 2025 um 05:00

Soziales Engagement, politische Bildung fördern, Konzerte und Ferienprogramme, der Verein KultWerkStadt aus Furth im Wald lässt sich in keine Schublade stecken. Wenn doch, überlegt Vereinsvorsitzende Elisabeth Nürnberger, müsste „bunt“ darauf stehen.

Es sprudelt nur so aus Nürnberger heraus, wenn sie über den Verein spricht, der sich in Corona-Zeiten entwickelt hat.

Bei verschiedenen Online-Veranstaltungen trafen mehr und mehr Gleichgesinnte aufeinander. Alle hat interessiert, wie sich die Stadt weiterentwickeln soll.

Aktion zur Bundestagswahl

So fand sich ein engagiertes Team zusammen, das sich drei Werte auf die Vereinsfahne geschrieben: „Offen, grenzenlos und miteinander“. Daran hat sich bis heute nichts geändert, was auch an den einzelnen Aktivitäten zu erkennen ist.

Zur Bundestagswahl im Februar soll es im Alten Rathaussaal eine größerer Veranstaltung zum Thema U18-Wahl geben. Erfahrung hat man vor der Europawahl 2024 gesammelt. „Wir wurden von Karin Stelzer, Leiterin des Europe Direct Büros, angesprochen, ob wir uns mit einer Aktion beteiligen wollen.“ Geworden ist es eine Schnitzeljagd durch die Stadt. Da hat es durchaus Aha-Effekte gegeben, wenn man zum Beispiel am Further Drachen erfährt, dass dieser aus EU-Fördertöpfen mitfinanziert wurde. „Ich finde es super, wenn die Bedeutung des EU-Parlaments an solchen Beispielen erklärt werden kann“, so Nürnberger. Auch eine Wahl zu Übungszwecken wurde durchgeführt. Neben der politischen Bildung gehört soziales Engagement zum Vereinszweck. Die Aktion Further Christkind gibt es seit einigen Jahren. Vergangenes Weihnachten wurden 77 Päckchen an bedürftige Kinder verschenkt. Die Aktion soll auf jeden Fall beibehalten werden. „Ich war total überwältigt unter welchen Bedingungen manche Familie leben und wie wenig Geld vorhanden ist“, sagte Nürnberger. Allein für die große Dankbarkeit habe sich der mit Organisation und Auslieferung der Pakete verbundene Aufwand schon gelohnt.

Auch mit der Veranstaltung von Konzerten hat sich die KultWerkStadt inzwischen einen Namen gemacht: Eine Metal-Nacht und ein Sound-Fusion-Festival hat es 2024 gegeben. Ganz dem Vereinszweck „offen“ geschuldet, gilt dabei: Von Schlager über Karaoke bis zu Heavy Metal ist alles erlaubt. Vielleicht macht das ja die Motivation der ehrenamtlichen Kulturbegeisterten aus: Jeder kann das machen, worauf er Lust hat. „Es ist dann schon lustig, wenn dann jemand an der Kasse bei der Metal-Nacht sitzt, der mit der Musik eigentlich gar nichts anfangen kann.“ Offen für alles eben.

Wie viele Stunden Nürnberger und ihre Mitstreiter investieren, kann sie nicht beziffern. Es gibt intensive Phasen, vieles geht aber auch nebenbei. Manchmal ist es schwierig, die Arbeit in den Alltag einzubinden, deswegen finden die Treffen auch relativ spontan statt. Da werden dann gesellschaftliche Themen angesprochen und diskutiert. Und wenn jemand eine Sache auf den Nägeln brennt, dann überlegt man sich etwas. „Es ist schwierig, alles unter einen Hut zu bringen, aber klar ist, jeder von uns will einen Beitrag für seine Heimat leisten.“

Heuer steht natürlich die Landesgartenschau (LGS) im Mittelpunkt des Interesses. Mit drei oder vier Beiträgen will man sich beteiligen. Unter anderem soll es einen Band-Contest geben. Wie der genau aussehen wird, ist noch nicht klar. Auch eine Umfrage unter Jugendlichen hat man gemacht. Es wurde abgefragt, was sich die junge Generation von der Gartenschau erwartet und welche Ideen sie hat. Die Ergebnisse liegen bei den Verantwortlichen der LGS und werden derzeit ausgewertet.

Von Anfang an hat man sich als Impulsgeber verstanden, mehr für die Jugend zu tun. Inzwischen ist man mit der Entwicklung, die die Stadt in Bezug auf die Jugend gemacht hat, ganz zufrieden.

Das war nicht immer so. Doch Einrichtungen wie die Pumptrack-Anlage haben gut getan. „Es freut uns, dass wir inzwischen als etablierter Verein gesehen werden. Wenn wir etwas brauchen, dann können wir uns jederzeit an die Stadt wenden.“ Das mit der Sichtbarkeit ist indes nicht nur in der Drachenstadt so. Im vergangenen Jahr hat man unter anderem den Jugendpreis 2024 des Landkreises Cham in der Kategorie Einzelpersonen/Gruppen erhalten. „Das war super“, sagt Nürnberger. Landrat Franz Löffler in seiner Laudatio über die Vorstandschaft: „Sie haben sich mit hohem Maße hervorragende Verdienste in der außerschulischen Jugendarbeit im Landkreis erworben.“

Jugendbeirat wäre gefragt

Das Engagement soll auch in Zukunft nicht weniger werden und über alle gesellschaftlichen Themen umfassen.

Auch einen Wunsch hat die Vorsitzende: „Ich persönlich fände es toll, wenn es wieder einen aktiven Jugendbeirat geben würde.“ Nur die Möglichkeit anzubieten, einen zu machen, sei zu wenig. Man müsse da aktiv an die einzelnen Schulen herangehen und den Kindern und Jugendlichen klar machen, was man damit bewirken kann.

An Weihnachten wurden 77 Päckchen an bedürftige Kinder verteilt. Foto: KultWerkStadt