Drei Frauen peppen „alte“ Dirndl auf – beim Golfclub Furth im Wald geht es weiter

Von Mittelbayerische Zeitung · 1. Januar 2025 um 16:04

Furth im Wald, das Jahr im Schnelldurchlauf. Aber diesmal sollen es nicht die großen Ereignisse, wie Bauernaufstand, Firmen-Insolvenzen oder Festspiele sein, sondern weniger spektakuläre Begebenheiten, die es wert sind, ins Gedächtnis gerufen zu werden.

Hochwasser Anfang Januar, Keller und Straßen sind geflutet. Auch der Wildgarten ist unter den Wassermassen verschwunden. Besitzer Uli Stöckerl nimmt es gelassen: „Hochwasser kommt, Hochwasser geht“, sagt er. Die Außenanlagen sind so konzipiert, dass nichts passiert.

Vegane Uhrenarmbänder

Dass die häufiger werdenden extremen Hochwasserereignisse mit dem Klimawandel zu tun haben, ist den allermeisten Menschen klar. Aber Zugverspätungen? So geschehen im Januar, als der Alex 165 Minuten Verspätung hatte.

Grund: Ein umgestürzter Baum war im Grenzbereich bei Dieberg auf den Gleisen liegen geblieben und musste erst beseitigt werden. Eine Pressesprecherin der Bahn sagte dazu: „Witterungsextreme wie Stürme, Starkregen und lange heiße Sommer, werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wetterlagen, die früher noch als extrem und selten galten, kommen heute häufiger vor und könnten ab der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts zur neuen Normalität gehören.“

Beim alljährlichen 24-Stunden-Schwimmen im Further Hallenbad, das heuer am 11. Januar stattfindet, sind auch 2024 die Rekorde gepurzelt. Insgesamt wurden 792,5 Kilometer zurückgelegt, beste Einzelschwimmer waren: Alexander Engert (50 km), Peter Bareuther (40), Julia Stoiber (36,35) und Wolfgang Braun (30 km).

Im Gespräch verrät das Ritterpaar 2023, was der Drachenstich mit ihnen persönlich gemacht hat. „Ich bin nicht mehr so schüchtern“, sagt Rebecca Bauer, und Alexander Pongratz findet, dass er gelassener geworden ist. Beiden merkt man an, dass sie dankbar dafür sind, was sie erleben durften.

„Servus“ sagt im Februar nach 43 Jahren im Dienst, 1. Polizeihauptkommissar Johann Schächtl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Furth im Wald. Seine Pläne für den Unruhezustand: Mit dem Wohnmobil reisen und mit Freunden Motorrad fahren.

Schrecksekunde für die Further Gastronomie, als bekannt wurde, dass der Ratskeller beim Kleber am 1. März schließt. Doch Michael Weber, der zusammen mit Markus Nachreiner als neuer Pächter auftritt, hat ihn wenig später wieder neu eröffnet. Die Meinung der Further Kneipengänger bis heute: „Der Laden ist immer noch genauso cool, wie er früher war.“

Uli Fleischmann, Papa von Ludwig, der zusammen mit Eva Baierl das Ritterpaar 2024 bildete, gibt einen Einblick in sein Unternehmen Fluco. Dort stellt er zusammen mit seinem Sohn hochwertige Uhren-Armbänder her. Nicht nur aus Leder, neuerdings gibt es auch eine vegane Variante aus Bananenblättern.

Im April verrät Gunnar Rachner, neuer Vorsitzender des Golfclubs Furth im Wald, dass der Neuanfang im Verein geglückt ist. Unter den Mitgliedern herrscht Aufbruchstimmung, alle ziehen mit. Sorgenkind ist einzig das Clublokal, für das noch kein neuer Pächter gefunden werden konnte.

Ehre, wem Ehre gebührt: Ende April erhält Werner Perlinger im Rahmen eines Festakts die Bürgermedaille für seine Lebensleistung aus den Händen von Bürgermeister Sandro Bauer. In der Laudatio sagt der: „Die Leidenschaft für die Geschichte unserer Stadt Furth im Wald beeindruckt uns alle tief.“

Nach 14 Jahren schließt Isabel Walzuch ihre Reinigung an der Hoferinsel. Dafür startet Josef Kozic noch einmal durch: Mit 82 Jahren eröffnet er im Juni in der Bahnhofstraße einen Imbiss und erntet nach dem Porträt in unserer Zeitung großes Medieninteresse. Boulevardpresse und Fernsehsender stürzen sich auf den hochbetagten Jungunternehmer.

Dirndl werden aufgepeppt

Maxi Schillitz, Lena Nürnberger und Karin Altmann trauen sich ebenfalls und gründen ein Recycling-Unternehmen. Sie peppen ausgediente Dirndl auf und schenken ihnen mit ihrer Marke „Quadrudl“ein zweites Leben. Accessoires, Lederhosen und mehr werden folgen.

Im Rahmen eines Vortrags zu Vorgängen an der Grenze nach dem 2. Weltkrieg erklärt Fachfrau Vaclava Jandeckova, sie sei auf den Namen Wilhelm Seidl gestoßen, der in Furth gewohnt hat und Regime -Flüchtlingen aus Tschechien half. Mehr konnte sie nicht in Erfahrung bringen. Fred Wutz schon. Der Mitarbeiter des Further Stadtarchivs hat die Familiengeschichte des Mannes zusammengetragen und herausgefunden, dass es noch familiäre Bande nach Waldmünchen gibt.

Im November erhält Max Schmatz, Theatermann und Vater der Waldbühne das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine wertvollen Beiträge zum Wohl der Allgemeinheit.

Christian Scheuer prägt seit 50 Jahren das Bild der Feuerwehr und erklärt, wie sich das Bild und die ehrenamtliche Arbeit gewandelt hat.