Furth im Wald: Von der ganzjährigen Dauerbaustelle zum Schmuckstück

Unkenrufer gab es 2024 in Bezug auf die Landesgartenschau Furth im Wald (LGS) viele. Doch die Macher blieben – zumindest nach außen hin – besonnen und ruhig. Es war ein Jahr, in dem gewaltige Veränderungen am Stadtbild vorgenommen wurden.
„Es wird noch ein langer, beschwerlicher Weg“, sagte Bürgermeister Sandro Bauer zu Beginn des Jahres vor dem Stadtrat und kündigte die heiße Bauphase von April bis Dezember an.
Neue Brücken gebaut
Das war nicht gelogen, denn an allen Ecken und Enden wurden die Straßen und Plätze auf-, Häuser abgerissen.
Am lautesten wurde die Kritik in Bezug auf die Lorenz-Zierl-Straße. Auch wenn von offizieller Seite immer wieder das Gegenteil betont wurde, so hielt sich hartnäckig die Behauptung, die Straße werde nach ihrer Fertigstellung zu schmal sein. Außerdem werde die Einbahnstraßen-Regelung zu Problemen führen.
Nach 15 Monaten Bauzeit war es Mitte Dezember so weit. Die Straße wurde für den Verkehr freigegeben und natürlich gleich mal ein Bus bestellt, der die Probe aufs Exempel machte. Und siehe da: Er konnte trotz parkender Fahrzeuge passieren. Bislang ist es in der auf 30 Stundenkilometer beschränkten Einbahnstraße auch noch zu keinem Verkehrschaos gekommen.
Mit neuen Brücken wurde unter anderem die Verbindung zum ehemaligen Brauerei-Gelände Späth gelegt. Lange Zeit wurde es Lager für Baumaterial und -maschinen genutzt. Inzwischen stehen dort bereits klimaresistente Bäume, die Teil des Projekts Biergarten sein werden, der dort bis zum Start der LGS entstehen soll. Brücken hat auch die Hofer-Insel bekommen. Die Parkanlage wurde 2024 bereits weitgehend fertiggestellt. Der Spielplatz „Rappelkiste“ und weitere Möglichkeiten für Kids, sich auszutoben, sind dort neben einer Toilette und mehr entstanden. Ein weiterer Spielplatz wird auf der Dracheninsel im Gartenschaugelände für leuchtende Kinderaugen sorgen.
Actionpark wird Teil der Landesgartenschau
Das sogenannte Drachenei lädt kleine Abenteurer auf Erkundungstour ein. Ebenfalls für die jüngere Generation: die Pumptrackanlage. Sie wurde innerhalb weniger Wochen am Schulsportplatz neben dem Tagungszentrum ATT gebaut. Der sogenannte Actionpark wird Teil der LGS werden und mit einem Pavillon, zum Beispiel für Yoga und Meditation sowie einem Bewegungsgelände ausgestattet sein. Auch die bereits bestehenden Calisthenics-Geräte werden saniert. Ein Gesicht bekommt inzwischen die Brückenkonstruktion Loop, ein zentrales Element der Landesgartenschau. Die ersten Elemente wurde Anfang Dezember gesetzt.
Auch die rund zweieinhalb Tonnen schwere Bodenplatten wurden bereits angeliefert. Bis März, schätzt LGS-Aufsichtsratsvorsitzender Sandro Bauer, sollen diese Arbeiten fertiggestellt sein.
Arbeiten an Themengärten weit fortgeschritten
Dann wäre da noch die Parkarena, die dort gebaut werden wird, wo einst die Festhalle stand. Für viele kaum vorstellbar, wie sie einmal aussehen soll, wurde das Bild jetzt noch einmal klarer, als Professor Christopher Robeller von der Technischen Hochschule Augsburg (Bereich Architektur) die zukünftige Arena bei einem Termin im Haus Penzkofer Holzbau in Eschlkam, persönlich vorgestellt hat. Erste vorbereitende Baumaßnahmen sind bereits erfolgt.
Weit fortgeschritten sind auch die Arbeiten an den Themengärten. Die Firmen Robl Zeitlandschaften (Furth im Wald), Pohl-Gärten (Cham), Gartenbau Bucher (Chamerau) und Gartenbau Weißmüller (Berg bei Neumarkt) hatten die Ausschreibung gewonnen und sind voll im Zeitplan. Früh im Jahr waren auch schon Bäume im Schattengarten gepflanzt und Installationen platziert worden.
Einige Aussagen hörte man im abgelaufenen Jahr immer wieder: Man wisse, dass es knapp wird. Man sei im Zeitplan. Die anfängliche Skepsis der Bevölkerung ist der Vorfreude gewichen. Blickt man auf das Pensum, das im Jahr 2024 abgearbeitet wurde, möchte man diesen Sätze unterschreiben. Aber es ist noch viel zu tun, ehe am 22. Mai Ministerpräsident Markus Söder die LGS eröffnet.
Gute Zusammenarbeit
Doch Bauer bleibt zuversichtlich: „Wir schaffen das“, sagt er immer wieder. Verantwortlich dafür, auch das betont er bei jedem Termin, seien die vielen vor allem auch regionalen Unternehmen, die am Gelingen arbeiten. Die Zusammenarbeit klappt reibungslos im gegenseitigen Einvernehmen.




