Brigitte Klappenberger spricht über das Jahr für die Senioren in Furth im Wald

Wie war das Jahr 2024 für die Further Senioren? Was erwarten sie vom Gartenschaujahr 2025? Zwei Fragen, die wahrscheinlich niemand besser beantworten kann als Brigitte Klappenberger, Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt.
Nicht etwa die eigenen persönlichen Verhältnisse stehen bei den Ruheständlern der Stadt ganz oben auf der Liste. „Viele machen sich wegen der aktuellen weltpolitischen Lage Gedanken“, sagt die 83-Jährige und ergänzt: „Sie sind um das Wohl ihrer Enkelkinder besorgt.“
Pflegeheime zu teuer
Im persönlichen Bereich ist die Erhöhung der Pflegeheimkosten ein Thema. So mancher könne sich das nicht mehr leisten. „Der Trend ist so, die Leute kommen nur noch in ein Heim, wenn es gar nicht mehr anders geht.“
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Dazu soll es im Frühjahr im Café Mühlberger eine Informationsveranstaltung geben. Nicht die einzige Aktion der ehemaligen Bundeswehrmitarbeiterin im Unruhestand. Regelmäßig trifft man sich für Vorträge und Spielenachmittage im Pädagogischen Bildungszentrum. In der Ausbildungsstätte für zukünftige Erzieher hat man Unterschlupf bekommen. Lange Zeit in einem schönen Raum im Untergeschoss. Doch weil der inzwischen für die Schüler gebraucht wird, ist man in einen Mehrzweckraum im Erdgeschoss umgezogen. Klappenberger will sich nicht beklagen; „Die Lehrkräfte und alle anderen sind furchtbar nett und hilfsbereit.“ Trotzdem ist die aktuelle Situation in den Augen der Seniorenbeiratsvorsitzenden nicht ideal. Es müssen jedes Mal die Stühle aufgestellt und nach den eineinhalbstündigen Treffen weggeräumt werden. Da geht viel gemeinsame Zeit verloren. Auch einen Kleiderständer, so wie sie in vielen gastronomischen Betrieben stehen, würde sich die 83-Jährige wünschen. Vielleicht, wirbt sie, wisse ja jemand was, zum Beispiel eben in einem geschlossenen Lokal. Bei aller Freundlichkeit der Lehrerschaft käme man sich schon immer wie ein – allerdings gerngesehener – Gast vor. Deshalb würden sich die Senioren einen eigenen Raum wünschen. Aber laut Klappenberger ist da seitens der Stadt keine Änderung zu erwarten.
Im Übrigen würde sie sich wünschen, dass zu den Spielenachmittagen mehr Männer kommen, denn der Frauenanteil liegt bei über 90 Prozent. „Es könnte daran liegen, dass die Herren der Schöpfung andere Interessen haben“, meint sie. Es würden ja meistens Brettspiele und nicht Schafkopfkarten ausgepackt. Weiterer Grund: Nicht nur in Furth im Wald ist der Anteil der Witwen gegenüber von Männern, denen die Frau gestorben ist, wesentlich höher. Gar kein Thema war 2024 der Fall der inhaftierten Mitarbeiter einer Further Pflegediensteinrichtung. „Ich persönlich spreche da überhaupt nicht darüber, ist ja ein schwebendes Verfahren.“ Aber es wurde auch in ihrem Umfeld von niemandem thematisiert. Dagegen ist die Vorfreude auf die Landesgartenschau recht groß. Man könne gut sehen, wie die Stadt Schritt für Schritt schöner wird. Doch es gibt aus den Reihen der Senioren auch Kritik an der Planung. Der Weg vom Bahnhof zum eigentlichen Gelände ist weit. Das gelte besonders für behinderte Menschen. In der letzten Sitzung des Seniorenbeirats hat Klappenberger daher vorgeschlagen, sich zu informieren, was Bummelzüge kosten. In diesem Zusammenhang stört sie auch die Toilettensituation. Eine solche brauche es unbedingt am Bahnhof. Die Anlage auf der Hoferinsel sei für ein dringendes Bedürfnis ebenfalls zu weit weg. Auch die Empfehlung man solle halt im Zug selbst noch gehen, kann sie nicht gelten lassen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass in manchen Zügen während der Fahrt alle Toiletten außer Betrieb sind.
Einsamkeit ist immer Thema
Alle Jahre wieder wird mit Weihnachten und Silvester die Einsamkeit ein Thema. Viele ältere Menschen sind alleine und fragen dann schon mal bei Klappenberger nach, ob sie am 24. Dezember nicht vorbeikommen möchte. „Wir haben vor einigen Jahren mal ein öffentliches Weihnachtsessen abgehalten, da kamen aber kaum Leute.“ Viele würden sich genieren zu zeigen, dass sie alleine sind. Doch Klappenberger fordert alle dazu auf, die zahlreichen Angebote, die gemacht werden, auch zu nutzen, Eigeninitiative zu zeigen. „Ich hole die Leute ja sogar von zuhause ab.“
Im Frühjahr wird nach drei Jahren im Amt wieder ein neuer Seniorenbeirat gewählt. Auch wenn sie einige Zeit überlegt hat, einmal möchte sie noch antreten, das achtköpfige Gremium anzuführen. „Solange ich helfen kann, möchte ich das auch tun. Man braucht ja schließlich auch im Alter eine Aufgabe.“ Ihr Engagement liegt auch an der Unterstützung, die sie erfährt. „Der Bürgermeister ist bei jeder Sitzung dabei, hat immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen.“ Das Angebot des Landratsamtes sei ebenfalls beispiellos.
