Bussi und Böller: Tausende feiern Silvester an der Donau – Regensburger von Rakete am Kopf getroffen

Von Philip Hell, Daniel Steffen · 1. Januar 2025 um 19:00

Bunt, laut und überwiegend friedlich begrüßte Regensburg 2025. Für manch einen begann das neue Jahr allerdings in der Notaufnahme.

Pünktlich zum Jahreswechsel zog es zahlreiche Regensburger an das Donauufer. Mit Wunderkerzen und dem obligatorischen Gläschen Sekt stießen sie auf das neue Jahr an. Für Pärchen gab es das obligatorische Neujahrs-Bussi. So manch einer konnte es trotz Verbot nicht lassen und ließ Raketen in die neblige Nacht steigen oder Böller krachen. Insgesamt betrachtet gestaltete sich der Andrang in der Donau-Parallele allerdings übersichtlicher als in vergangenen Jahren, so blieb viel Platz, um dem Feuerwerk zuzusehen.

So schön feierte Regensburg: Die besten Bilder aus der Silvesternacht

Silvester in Regensburg: Notaufnahmen gut beschäftigt

Einsatzkräfte beobachteten das Geschehen dabei aufmerksam – und waren nicht selten gefordert. Schon um kurz nach Mitternacht bahnte sich ein Rettungswagen mit Blaulicht und Sirene seinen Weg durch Keplerstraße. Silvester stellte die Notaufnahmen der Stadt ein weiteres Mal auf eine Probe. „Die Mitarbeitenden des Notfallzentrums der Barmherzigen Brüder Regensburg waren zwar gut eingespannt, jedoch nicht übermäßig gefordert“, sagte Sprecherin Franziska Unglaub am Neujahrsmorgen zur MZ. Die Patientenzahl sei niedriger als in den Jahren zuvor. „Der Großteil der Verletzungen war auf typische Silvesterunfälle zurückzuführen: übermäßiger Alkoholkonsum und der Umgang mit Silvesterfeuerwerk. Im Gesamten waren in dieser Silvesternacht mehr Menschen aufgrund von Alkoholvergiftungen in der Notaufnahme als aufgrund von Feuerwerksverletzungen.“

Im Josefskrankenhaus waren es dagegen etwas mehr Patienten als im Vorjahr, teilte Sprecherin Katja Vogel an Neujahr mit. 35 Menschen kamen in die Notaufnahme, 19 davon nach Mitternacht. Die Gründe, die die Patientinnen und Patienten in die Notaufnahme führten, waren ähnlich wie an den anderen Tagen im Jahr. Verletzungen, die direkt auf die Silvesternacht zurückzuführen sind, gab es kaum. „Eine Person kam in die Zentrale Notaufnahme, da sie eine Rakete an den Kopf bekommen hatte. Glücklicherweise wurde die Person jedoch nicht schwerer verletzt, auch sonst gab es keine schwereren Verletzungen“, so Sprecherin Vogel.

Großbrand in Regensburg: Feuerwehr nicht nur in Kumpfmühl geforderdert

Ein Polizeisprecher zog am Neujahrsmorgen eine erste vorsichtige Bilanz. Die Silvesternacht sei in Regensburg „relativ ruhig“ verlaufen, vom Großbrand in Kumpfmühl abgesehen. Apropos: Auch die Feuerwehr war schwer gefordert. In der Nacht rückten die Einsatzkräfte 21 Mal aus.

Beamte der Polizei wachten ab 22 Uhr auch an der Steinernen Brücke. Das Wahrzeichen war gesperrt. Insgesamt erstreckte sich das Feuerwerk über eine halbe Stunde – die Dunstglocke über der Stadt trübte den Blick allerdings. Pünktlich um Mitternacht stieg auch die Feinstaubbelastung in Regensburg laut Umweltlandesamt sprunghaft an, im Laufe des Neujahrestags pendelte sich der Wert wieder ein.

Party an Silvester in Regensburg: Drinnen wurde weiter gefeiert

Kaum war die letzte Rakete in den Himmel gestiegen, rückte Stadtmitarbeiter an, um die Silvester-Hinterlassenschaften der Feiernden wegzuräumen. Aufgrund eisiger Temperaturen zogen es die allermeisten Regensburger kurz nach Mitternacht vor, im Inneren weiterzufeiern. Kneipen, Clubs und Co. waren bestens gefüllt. Im Irish Harp gab es beispielsweise Live-Musik zu hören. Im Blomberg auch – allerdings von den Besuchern höchstselbst. Die Bar bot nämlich Karaoke an. In der Moccabar in der Brückstraße legte ein DJ auf. Geschäftsführer Maximilian Türk hofft nach langen Beeinträchtigungen durch einen großen Kran auf eine baustellenfreie Zeit vor seiner Haustüre, sagte er der MZ. In der Moccabar feierten auch die BWL-Studenten Alvaro (31), Heidi (26) und Marie (22) den Jahreswechsel. Sie haben einen Wunsch gemeinsam: Dieses Jahr wollen sie ihren Bachelor packen. Na dann: Viel Glück!

Prost: Maximilian Türk und Elisa Güttinger von der „Moccabar“
Feuerwerk: Auch in der Thundorferstraße wurde gezündelt.
Die Polizei sperrte an neuralgischen Stellen den Verkehr – wie hier am Haus der bayerischen Geschichte.