Kaum Änderungen bei der Rötzer Marktplatzgestaltung? Für zwei Hausnummern gilt das nicht

Nur kleine Lichtblicke habe es 2024 für Rötz aus städtebaulicher Sicht gegeben, hatte Bürgermeister Dr. Stefan Spindler vor kurzem in seiner Weihnachtsansprache bedauert. Er bezog sich darauf, dass hinsichtlich der Gestaltung des Marktplatzes ein Kompromiss mit dem Denkmalamt aktuell nicht in Sicht sei.
Was die Belebung des Marktplatzes angeht, hat sich aber innerhalb eines Jahres doch ein bisschen etwas getan. Bei der Weihnachtsansprache hatte der Bürgermeister auch vermelden können, dass für das Gillitzerhaus am Marktplatz 5 eine Baugenehmigung zum Wiederaufbau neuer Wohnungen vom Landratsamt erteilt worden ist. Der Bau schreitet sichtlich voran.
Schon seit einem guten Jahr bezogen sind dagegen die Räume im angrenzenden Marktplatz 7: Im ehemaligen Kaufhaus Reitmeier, das schräg gegenüber in die Räumlichkeiten der ehemaligen Commerzbank in der Böhmerstraße gezogen war, hat Christian Groitl das erste und bislang auch einzige Fitnessstudio der Stadt eröffnet. Die offizielle Einweihung fand im November 2023 statt.
Das Gebäude hatte Stefan Zisler im Sommer 2022 im Zuge eines Lückenschlusses erworben, da er das Mietobjekt in der Hussenstraße 3 bereits zuvor gekauft hatte. Die Zusammenarbeit mit dem Gebäudeeigentümer sei von Anfang an sehr unkompliziert gewesen, so Groitl.
Entscheidung nicht bereut
Die Entscheidung für den Standort Rötz bereut er ganz und gar nicht – den Vergleich mit anderen Standorten der Fit+Kette müsse Rötz nicht scheuen: „Das Fitnessstudio wird hier sehr gut angenommen.“ Mittlerweile sei die 700-Mitglieder-Marke geknackt. Durch den guten Start mit seinem Fitnessstudio in Bad Kötzting, und da die Erfahrung gezeigt habe, dass das Konzept in Städten in der Größenordnung von Rötz funktioniere, habe er schon vor der Entscheidung für den Standort keine Zweifel gehabt.
Es handelt sich beim Fit+ um ein Studio, das dank digitaler Vollstruktur ohne Personal auskomme, wie er vor der Eröffnung erklärt hatte. Obwohl alles digital läuft, sind Groitl und seine Frau Tina, die beide einen Trainerschein besitzen, regelmäßig und nach Bedarf, wenn Mitglieder ein Einweisungstraining wünschen oder Fragen haben, in Rötz. Ein Trainer, der immer vor Ort ist, würde sich dagegen nicht rechnen, dafür sei das Einzugsgebiet zu klein, erklärt Groitl. Das Feedback der Kunden sei seit der Eröffnung positiv gewesen: „Sie sind froh, dass es in Rötz nun ein solches Angebot gibt“, blickt Groitl auf das Jahr zurück.
Dass der Marktplatz durch die Füllung des Leerstands belebt werde, habe man zum Beispiel an der Parkplatzsituation gesehen. Groitl erinnert sich an den Anruf eines Mitarbeiters eines Busunternehmens kurz nach der Eröffnung des Fitnessstudios. Von dort sei der Hinweis gekommen, dass der Bustransport bei der Haltestelle schwierig geworden sei, seitdem so viele Leute in der Nähe des Fitnessstudios parken würden. Man habe die Kunden darauf hingewiesen und das Problem unproblematisch lösen können, so Groitl.
Damals habe auch noch der Bauzaun vor dem Thamer-Gebäude gestanden, das habe die Lage ebenfalls beeinflusst. Apropos Thamer: Beim prägnantesten Gebäude auf dem Rötzer Marktplatz müsse um die Jahreswende damit gerechnet werden, dass der Besitzer die Brandschutzmängel behoben haben werde und das Gebäude als Sammelunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden könne, hatte der Bürgermeister in der Weihnachtsansprache zum Thema gesagt. Bis dato gab es hierzu von offizieller Seite keine neuen Informationen.
Vor einem guten halben Jahr wurde ein weiterer Leerstand in der Innenstadt beseitigt, ebenfalls am Marktplatz 7: Das Bestattungsunternehmen Birner aus Neunburg vorm Wald errichtete dort eine Zweigstelle, im Mai fand die offizielle Einweihung statt.
„Sehr froh, dass wir diesen Schritt nach Rötz getan haben“
Karl Maximilian Wilhelm hat vor sechs Jahren den Betrieb Birner Bestattungen übernommen, führt ihn gemeinsam mit seiner Frau Jennifer, und er hat mittlerweile fünf Filialen, neben Neunburg vorm Wald und Rötz auch in Schwandorf, Beratzhausen und Schorndorf.
Ebenso wie Groitl ist Wilhelm, gefragt nach seinen Erfahrungen im Jahresrückblick, „sehr froh, dass wir diesen Schritt nach Rötz getan haben.“ Denn es sei genau das Richtige, für die Leute vor Ort und damit besser erreichbar zu sein.
„Die Lage am Marktplatz ist für uns ideal“, so Wilhelm, auch die Räumlichkeiten seien gut gestaltet worden und würden ein optimales Umfeld für Vorsorgende ebenso wie Trauernde bieten. „Die Offenheit und gleichzeitig eine Intimität sind vorhanden.“
Man sei sehr gut aufgenommen und angenommen worden in der Stadt – „dafür bedanken wir uns auch bei den Rötzern“. Es habe sich mehr als bewährt, dass die Filiale auch persönlich besetzt und erreichbar sei zu den ausgeschriebenen Zeiten.
„Lücke geschlossen“
„Ich denke, dass es auch eine gute Weiterentwicklung für Rötz ist, dass wir eine Filiale vor Ort haben, weil der Baustein Notfallvorsorge und -planung immer wichtiger in der heutigen Zeit wird und wir diese Lücke schließen konnten, die vorher im Raum stand“, so Wilhelm.
Tag der offenen Tür im Fitnessstudio
Termin: Am Sonntag, 19. Januar, ist im Fit+ in Rötz ein Tag der offenen Tür geplant. Für das neue Jahr seien auch weitere Investitionen in das Fitnessstudio geplant, sagt Betreiber Christian Groitl.
Feedback: Dazu wolle er auch das Feedback der Kunden mit berücksichtigen.

