Malteser Cham rüsten sich für die Spenden-Talfahrt: Wunschbaumaktion brachte gewünschten Puffer

Der Spendenraum im Gebäude der Kreisgeschäftsstelle der Malteser Cham ist kurz vor Weihnachten gut gefüllt. Man hat den Eindruck, dass die christliche Hilfsorganisation in der Weihnachtszeit zu viele Lebensmittelspenden bekommen hat. Doch der Eindruck täuscht.
Auf dem Tisch im Spendenraum der Malteser in Cham liegen haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Kaffee, Reis und Salz. Und auch die Tüten und Kartons vor, hinter, neben und unter dem Tisch sehen nicht nach leeren Verpackungen aus.
Man hat den Eindruck, dass die christliche Hilfsorganisation in der Weihnachtszeit zu viele Lebensmittelspenden bekommen hat. Doch der Eindruck täuscht. „Unsere letzte Ausgabe des Jahres war am 18. Dezember. Das was noch hinten ist, nehmen wir als Puffer in das nächste Jahr“, sagt die Geschäftsführerin Martina Vogl.
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Diese Reserve zu haben, ist wichtig. Im Januar und Februar gebe es nämlich fast jedes Jahr eine Flaute, was die Spenden angeht. Vor allem von den Supermärkten komme dann weniger. „In den ersten beiden Januarwochen bekommen wir nochmal recht viel“, sagt Vogl. Dann spenden Supermärkte unter anderem übriggebliebene Weihnachtsartikel. Danach beginnt die Flaute.
Einkäufe gehen zurück
Warum das so ist, erklärt sich Martina Vogl folgendermaßen: „Ich glaube, dass die Leute am Anfang des Jahres einfach nicht mehr so viel einkaufen, wie im Dezember und dass die Discounter dann nicht mehr so viel bestellen.“ Dadurch bleibt auch nicht mehr so viel für die Tafel oder für Malteser übrig.
Bis sich das Spendenaufkommen im März wieder normalisiert, greifen die Bedürftigen, die auf die lokalen Hilfsorganisationen angewiesen sind, also auch auf die aufgebauten Reserven zurück. „Dass wir die 85 Familien in Furth im Wald und die 75 Familien in Waldmünchen wöchentlich versorgen können, brauchen den Puffer“, sagt Vogl.
Dass es überhaupt möglich ist, die Reserve aufzubauen, liegt unter anderem daran, dass die Chamer sich rege an der Wunschbäumchen-Aktion in der Vorweihnachtszeit beteiligt haben. Ende November stellten Malteser und die Chamer Tafel zwei Weihnachtsbäume auf dem Chamer Kirchplatz auf. An den Bäumen hingen insgesamt 300 Wunschzettel. 150 von der Chamer Tafel und 150 von Malteser. Auf den Wunschzetteln standen Sachen, die die beiden Hilfsorganisationen benötigen.
Auf einem Zettel der Malteser waren beispielsweise gemahlener Kaffee, haltbare Milch, Suppenbeutel und Konserven aufgelistet. Wer sich einen Zettel nahm, wurde gebeten, den Wunsch zu erfüllen und ein kleines Spendenpaket beim Malteser Hilfsdienst oder bei der Tafel abzugeben. Die Wunschbäumchen standen bereits das dritte Jahr in Folge auf dem Chamer Christkindlmarkt.
Erstes Jahr stach heraus
„Das erste Jahr haben wir ganz viele Pakete bekommen, letztes Jahr waren es nicht so viele, weil da das Wetter am Weihnachtsmarkt nicht so mitgespielt hat und heuer ist es wieder mehr“, sagt Martina Vogl. Die Geschäftsführerin ist zufrieden damit, wie die Aktion gelaufen ist. Sie tippt, dass es etwa 70 Pakete waren, die Spender abgegeben hatten. Die Spendenbereitschaft sei generationenübergreifend groß gewesen. „Es waren junge Mütter, Eltern mit Kindern, Senioren und Vereine da“, sagt Martina Vogl. Auch Kinder seien bereit, etwas von den eigenen Weihnachtssüßigkeiten zu spenden, vor allem, wenn die Eltern bereits sozial eingestellt sind.
Die Spenden gehen an die registrierten Besucher der Lebensmittelausgaben in Furth im Wald und in Waldmünchen. Das sind weit über 100 Familien und 350 Einzelpersonen aus dem Landkreis Cham. Dazu würden auch einige bedürftige Kinder zählen.
Ob es die Wunschbäumchen-Aktion im nächsten Jahr wieder gibt, weiß Martina Vogl noch nicht. Eine Weihnachtsaktion werde es aber auch 2025 wieder geben. Das garantiert Vogl.
Was wann gespendet werden kann
Bedarf: Spenden von Privatpersonen sind zu jeder Jahreszeit gerne gesehen. Ende Januar und im Februar ist der Bedarf besonders groß. „Ab und zu liegt etwas recht lang in der Speisekammer und man braucht oder mag es eigentlich nicht“, sagt Martina Vogl, Geschäftsführerin von Malteser in Cham. Solange die Lebensmittel, beispielsweise Konserven, Nudeln, Reis, Soßenpulver, Süßigkeiten oder gemahlener Kaffee noch in den original verschlossenen Verpackungen sind, kann man sie bei Malteser in Cham (Altenstadter Straße 13), Furth im Wald (Kreuzkirchstraße 14) oder Waldmünchen (Bahnhofstraße 28), sowie bei der Chamer Tafel (Rindermarkt 8) vorbeibringen.
Öffnungszeiten: Auch in den Weihnachtsferien ist es möglich, beim Hilfsdienst Malteser in Cham Lebensmittel zu spenden. „An allen Werktagen ist bei uns jemand da, der die Spenden entgegennehmen kann“, sagt Martina Vogl.
