„Wir sind ja nicht auf dem Abstellgleis“: Immer donnerstags lädt der Seniorenbeirat zu Kaffee und Kuchen

Rückblick: Seit knapp einem Jahr gibt es den Generationentreff im ehemaligen Bahnhofskiosk in Abensberg. Auch für 2025 hat sich der Seniorenbeirat wieder ein abwechslungsreiches Programm überlegt. Aber nicht alles ist ein Selbstläufer.
Die Züge kommen an und fahren weg. Wer aus dem Fenster schaut, sieht: Hier spielt sich das Leben ab. Das ist das, was Albert Steber am ehemaligen Bahnhofskiosk, der dem Generationentreff als Heimat dient, so gut gefällt. „Die Symbolik passt“, sagt der Vorsitzende des Seniorenbeirats, der den Generationentreff vor knapp einem Jahr aus mit der Taufe gehoben hat. Am 18. Januar 2024 öffnete der Generationentreff hier zum ersten Mal seine Türen. Seitdem gibt es hier donnerstags von 14 bis 17 Uhr Kaffee, Tee und Kuchen, einen guten Ratsch oder jede Menge Informationen.
Nach knapp einem Jahr ist es Zeit, ein bisschen Revue passieren zu lassen. Für den Seniorenbeirat ist der Generationentreff auch ein Versuchsfeld. Steber hat gemerkt, es gibt einige Themen, die kamen sehr gut an. Wie man den Fahrkartenautomat der Agilis bedient oder auch der Demenzvortrag waren beispielsweise sehr gut besucht. Die meisten Gäste schauten beim Bildvortrag von Stefan Satzl vorbei. Der Arzt, der in seiner Freizeit als passionierter Fotograf unterwegs ist, hatte unlängst seine Bilder von der Heimat von oben gezeigt. „Da haben wir die Leute fast nicht mehr untergebracht, so viele waren es“, sagt Steber.
Diese Themen laufen gut
Andere Nachmittage, wie etwa Spielenachmittage seien hingegen eher mäßig besucht. „Aber wir wollen das ein bisschen etablieren“, deshalb sind die Spielenachmittage in unregelmäßigen Abständen auch im neuen Programm im kommenden Jahr wieder zu finden. Auch Themen, die sich um praktische Hilfe im Alltag drehten, kämen sehr gut an. So werde zum Beispiel der Nachmittag mit der Schneiderin, die zeigte, wie man kleine Näharbeiten selbst macht, wiederholt. Auch, wie man ein Smartphone bedient, war sehr beliebt und wird deshalb wieder im Programm zu finden sein. „Das hatten wir schon zweimal.“ Im kommenden Jahr werden Schüler der Aventinus-Mittelschule den Senioren das erklären, was sie selbst am Besten können. Das wäre dann eine Veranstaltung, die ganz im Sinne des Generationentreffs wäre, denn dann würden wirklich Jung und Alt zusammen kommen.
Vor Kurzem waren schon einmal die Mittelschüler hier zu Gast, sie hatten die Weihnachtsfeier mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Hier hätte sich Steber durchaus mehr Gäste gewünscht. Er weiß aber auch, dass der Treff langsam wachsen muss, „Ich denke, das ist ein kleiner Kreis, der größer wird. Ich habe die Hoffnung, dass das immer mehr Leute entdecken. “ Er weiß, dass die Gäste gerne in Gruppen, die sich kennen, kommen, gerne zu zweit oder zu dritt. Das Seniorencafé im Pfarrheim zum Beispiel sei immer sehr gut besucht, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Gäste dort kennen. Da gelte es, Schwellenängste abzubauen. In die Quere kommen mit den anderen Angeboten für Senioren, das mag Steber freilich nicht. „Wir sind immer im Austausch miteinander und haben den Generationentreff auch extra nicht auf den Mittwoch gelegt, wo das Café im Pfarrheim stattfindet“, so Steber.
Im kommenden Jahr will Steber auch den Gedanken, die verschiedenen Generationen zu vereinen, erneut aufgreifen, zum Beispiel mit „Geschichten für Omas und Opas mit ihren Enkelkindern“. Er könnte sich gut vorstellen, mit den Kindergärten zusammenzuarbeiten.
Aber auch einige neue Veranstaltungen soll es geben, so etwa das Music-Café mit Livemusik (24. April).
Auch „Bankgeschäfte älterer Menschen im Fadenkreuz von Betrügern“ ist ein neuer Vortrag. „Da könnte ich mir schon vorstellen, dass dann die Bude voll ist“, so Steber. Ein „Versuch“ werde die Veranstaltung „Entspannt ins neue Jahr mit Qi Gong“ sein. Die Idee dazu sei in Anlehnung an einen Demenzvortrag entstanden. „Da hieß es, dass Qi Gong eine gute Möglichkeit sei, um Demenz in Schach zu halten und dazu gibt es in Abensberg ja mittlerweile genügend Angebote“, so Steber.
Ausflüge sind geplant
Auch weitere Ausflüge könnte sich Steber vorstellen. In diesem Jahr fuhr der Seniorenbeirat mit einer kleinen Gruppe nach Regensburg, ins Haus der Bayerischen Geschichte. „Mir ging es darum, mal etwas Anderes auszuprobieren“, so Steber. Öfter mal Museen besuchen oder auch Ausflüge mit dem Fahrrad oder eine Wanderung anbieten – warum nicht?
Für den Treff selbst würde er sich eine Leinwand zum Runterziehen wünschen, um eine Projektionsmöglichkeit zu haben. Ansonsten ist er sehr froh über die Räume und darüber, hier eine Heimat für den Generationentreff gefunden zu haben. Ursprünglich war im Übrigen ein Raum im BRK-Seniorenheim im Gespräch. „Die von außerhalb wollen nicht hier her kommen“, prophezeite ihm damals eine Bewohnerin. Als sich dann die Möglichkeit ergab, den ehemaligen Kiosk zu nutzen, war das eine glückliche Fügung. „Wir sind ja nicht auf dem Abstellgleis“, sagt Steber lächelnd.
Ein Jahr Generationentreff: Das wird gefeiert:
Feier: Am 23. Januar feiert der Generationentreff Einjähriges. Die Bewirtung ist an diesem Tag kostenlos.
Nächste Veranstaltungen: 9. Januar: Entspannt in das neue Jahr mit Qi Gong - ein Schnuppererlebnis mit Max Guttenberger; 16. Januar: Spiele: Kartenspiele, Bingo, Brettspiele und Spiele des Monats; 30. Januar: Schnelle Hilfe im Notfall mit Arzt Heinz Kroiss.
Pause im August: Das Programm bis Ende April steht. Im August will man eine Pause einlegen.
Manche wenige Veranstaltungen bedürfen einer Anmeldung (siehe Schaukasten am Kiosk)

