Eine Familie aus Willmering sammelt nach Schicksalsschlägen Spenden für ihr krankes Baby

Als die Tochter von Rebecca Altmann Ende November letzten Jahres zur Welt kam, schien sich für Familie Altmann aus Willmering (Landkreis Cham) alles zum Guten zu wenden. Doch es kam anders. Sie wurden vom Pech verfolgt.
Um ihr Wunschkind zu bekommen, hätten sie „Verluste erlitten, Operationen ertragen und Unmengen an Kosten getragen“, so Rebecca Altmann. Das Mädchen kam gesund zur Welt. Doch kurz danach begann eine Pechsträhne, die bis heute andauert. Rebecca Altmann erlitt Geburtsverletzungen und war lange Zeit auf Hilfe angewiesen. Mit drei Monaten musste die Tochter stationär behandelt werden, weil sie sich mit einem Virus infiziert hatte.
Kurz darauf wurde die Mutter notoperiert, weil ihr Blinddarm akut entzündet und geplatzt war. Getrennt von Mann und Kind versuchte sie, im Krankenhaus wieder gesund zu werden. Wieder daheim kam es bald zu Komplikationen. Rebecca Altmann musste erneut im Krankenhaus behandelt werden. Einen Monat später wurde Altmann an der Hand operiert.
Im Oktober zog die junge Familie von Straubing nach Willmering, um näher an der Familie ihres Mannes zu wohnen. „Wir haben uns komplett neu orientieren und einleben müssen“, sagt Altmann. „Wir sind herzlichst aufgenommen worden.“
Unheilbare Nierenkrankheit
Im Spätherbst kam dann die Hiobsbotschaft. Die Tochter hat eine seltene chronische Krankheit. Was mit morgendlichen Lidschwellungen begann, stellte sich innerhalb einer Woche als unheilbare Nierenerkrankung mit beginnendem Nierenversagen heraus. Zunächst war die Ursache dafür unklar. Seit einigen Tagen wissen die Eltern: Ihr Kind hat fokal segmentale Glomerulosklerose, kurz FSGS. Die Nierenkrankheit ist extrem selten. Laut der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Forschen für ein gesundes Leben“, sind deutschlandweit nur knapp 2000 Menschen an FSGS erkrankt. Kinder seien sogar wesentlich seltener betroffen.
Bei Erkrankten sind die Filterzellen der Nieren geschädigt. Dadurch vernarben die Nieren. Die Krankheitsursache der Einjährigen ist noch unklar. „Die Ärzte gehen davon aus, dass unsere Tochter wohl eine unerforschte Genmutation an den Nieren hat“, sagt die Mutter. Ihre Tochter wird im Zentrum für Kindernephrologie der München Klinik Schwabing behandelt. Sie muss täglich Blutdruckmedikamente, Medizin zum Ausschwemmen von Ödemen und weitere Medizin zu sich nehmen. „Sie bekommt das noch, solange ihre Nieren selbstständig arbeiten“, sagt Altmann.
Derzeit kommen die Nieren der Tochter mit dem Blutvolumen einer Einjährigen noch auf 25 Prozent Leistung. Das Wachstum wird den Zustand der Nieren laut Altmann verschlechtern, und noch dazu schreitet die Erkrankung voran. „In absehbarer Zeit wird eine Dialyse auf uns zukommen“, sagt Altmann. Weil Anna noch so jung ist, wird die Bauchfelldialyse wohl zu Hause durchgeführt und von den Eltern betreut.
FSGS ist medikamentös nicht heilbar. Ärzte sagen zu den Eltern, dass sie versuchen sollen, jeden Moment mit ihrem Kind zu leben. Früher oder später werde die Tochter eine Nierentransplantation brauchen. „Die Frage ist nur, wann“, sagt Altmann. Dadurch, dass ihr eigenes Kind betroffen ist, ist das Thema Organspende für die Familie Altmann noch präsenter als zuvor.
Appell für den Organspendeausweis
Den Altmanns ist es wichtig, dass die Gesellschaft über Organspendeausweise nachdenkt. Dadurch könnten Leben, wie das der einjährigen Tochter der Altmanns gerettet werden.
Wenn man Rebecca Altmann fragt, was sie sich für das neue Jahr wünschen würde, antwortet sie: „Ich würde mir natürlich wünschen, dass es nur ein Albtraum ist und wir wachen auf und das Kind ist wieder gesund.“
Die Mutter kann nicht, wie geplant, ab Februar wieder arbeiten. Die Familie würde das Geld aber dringend benötigen. Der Umzug und sämtliche andere Rechnungen führen zu zusätzlicher Belastung. Deshalb haben Freunde der Altmanns vor ein paar Wochen eine Spendenaktion gestartet. Die Zukunft und welche Kosten für die Behandlung der Tochter auf die Familie zukommen werden, bleiben ungewiss.
So können Sie spenden
Überweisung: Freunde der Altmanns haben vor ein paar Wochen eine Hilfsaktion gestartet, die noch läuft. Dazu haben sie ein Spendenkonto eingerichtet. Anna und ihre Eltern kann man mit einer Überweisung an das Konto mit der Iban DE49 1203 0000 1201 1439 46 finanziell unterstützen.
Paypal: Auch eine Überweisung per Paypal an das Konto mit der Mailadresse wannkommtdasglueck@gmx.net ist möglich.