Politiker-Besuch in der „schönsten Polizeistation Bayerns“ in Waldmünchen

Von Martin Hladik · 24. Dezember 2024 um 05:00

Es gehört zur guten Tradition der Politiker, den Polizeidienststellen der Region einen Besuch abzustatten und Dank für die Leistungen zu sagen. Dabei kommt auch immer wieder ein Problem zu Tage, auf die die Polizei die Politik oder die Politik die Polizei aufmerksam machen will.

Beim Besuch von Politikern der CSU und der SPD bei der Polizeistation Waldmünchen hat der stellvertretende Leiter, Stefan Iglhaut, den Widerstand gegen Polizisten bei Aktionen im Reichsbürgermilieu angesprochen. So gab es in diesem Jahr eine Festnahme im Bereich der Reichsbürgerszene, bei der ein Polizist verletzt wurde, weil sich der Mann der Festnahme widersetzte. Dabei sei es eigentlich nur um eine Hundert-Euro-Geldstrafe für zu schnelles Fahren gegangen, die ersatzweise in eine Freiheitsstrafe umgewandelt worden wäre, schilderte Iglhaut. Über den Widerstand des Mannes sagte Iglhaut: „Das Verhalten verstehe ich nicht.“ Ein anderer Bürger hätte einfach die hundert Euro bezahlt.

Polizei muss sich schützen

„Das gibt es leider öfter als man denkt“ , sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder bei ihrem Gespräch bei der Polizei Waldmünchen. So führe ein „an sich unproblematischer Einsatz“, so Iglhaut , zu ernsthaften Konsequenzen. Das nächste Mal werde die Polizei bei einem solchen Einsatz taktisch anders vorgehen. Aber das wiederum binde dann auch überregional Kräfte.

Ein weiteres Thema beim SPD-Besuch, bei dem auch Stadträtin Sandra Wittmann, Ortsvorsitzender Stefan Wanninger und Kreisvorsitzende Monika Friedl anwesend waren, war die personelle Ausstattung der Polizei. Hier zeigte sich Iglhaut zufrieden. Man habe derzeit alle Stellen besetzt, und insgesamt sei die Gruppe jünger und mit zwei Frauen auch weiblicher geworden.

Von Schieder auf das Cannabisgesetz angesprochen, machte Iglhaut deutlich, dass das in Waldmünchen eher ein untergeordnetes Problem sei. Die Zahl der Alkoholfahrten mit 30-40 sei deutlich höher.

Es gebe in Waldmünchen insgesamt keine Einsatzschwerpunkte, sagte Iglhaut. Auf Nachfrage betonte er, dass auch die Asylunterkünfte aus polizeilicher Sicht „gar kein Problem darstellten“. Zu der schwierigen Zuwegung zur Beckenhöhle sagte Iglhaut, dass die Polizei schon zwei Mal in der dortigen Asylunterkunft gewesen sei, um reflektierende Jacken zu verteilen. So sollen Unfälle vermieden werden, wenn sich Flüchtlinge auf der in diesem Bereich unbeleuchteten Staatsstraße bewegen. Er hoffe, dass mit dem Bau des Radweges dieses Problem behoben wird.

Beim Besuch der CSU-Delegation mit MdL Gerhard Hopp, MdB Martina Englhardt-Kopf und Bürgermeister Markus Ackermann waren sowohl Iglhaut für die Waldmünchner Polizei, als auch der Chef der Polizeihundeschule in Herzogau, Armin Fütterer, anwesend. Bürgermeister Ackermann sagte, dass Waldmünchen mit drei Polizeieinrichtungen – der Station, der Bundespolizei und der Hundeschule – eine Polizeistadt sei. Er stelle die hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Polizei fest. Erfreulich sei, dass mit dem Richtfest an der Hundeschule im Herbst „klare Fakten“ zur Bedeutung der Hundeschule geschaffen wurden.

Die Bundestagsabgeordnete Englhardt-Kopf machte auf bundespolitische Entscheidungen im Sicherheitsbereich aufmerksam, die ihrer Meinung nach verbessert werden müssen. Die CSU-Politikerin nannte das Cannabisgesetz, die Sicherheit bei Migranten ind die Speicherung von IP-Adressen, um Straftäter überführen zu können. Der stellvertretende Stationsleiter Iglhaut machte deutlich, dass Letzteres tatsächlich im polizeilichen Alltag bei der Täterfeststellung helfen würde. Mindestes jede Woche hätte einer der Polizisten in Waldmünchen mit einem Fall von Internetbetrug zu tun, und oft seien die Täter nicht mehr ermittelbar.

Die Polizeistation Waldmünchen sei nach dem Umbau „die Schönste in Bayern“ , sagte der Landtagsabgeordnete Gerhard Hopp, der mit der Aussage auch auf die gute Ausstattung der Polizei durch Landesmittel hinweisen wollte. Die Sicherheitslage vor Ort und die Aufklärungsquote zeige, dass man „sehr viel richtig“ gemacht habe.

Arbeitsreiches Jahr

Der Chef der Diensthundeschule blickte auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. Nächstes Jahr feiere die Hundeschule in Herzogau ihr 25-jähriges Bestehen. Gleichzeitig soll der Erweiterungsbau im Herbst soweit fertig sein, dass man am 20. September einen Tag der Offenen Tür und einen Festakt zum Jubiläum in den neuen Räumlichkeiten feiern kann.

Einen besonderen Dank richtete Fütterer an die Gewerbetreibenden und die Sicherheitsorganisationen in der Region. Sie stellten immer wieder ihre Räumlichkeit für das Training der Hunde zu Verfügung. So habe man 150 verschiedene Trainingsobjekte. Welchen internationalen Stellenwert die Hundeschule besitzt, machte Fütterer durch die Erwähnung verschiedener Kooperationen deutlich. So tausche man sich regelmäßig mit der Diensthundeschule Pilsen aus, habe eine Einladung nach Slowenien und bilde für die dortige Polizei einen Brandmittelspürhund aus. Kontakt habe man auch nach Bulgarien, das Interesse an der Ausbildung von Banknotenspürhunden habe.

Eine Delegation der SPD mit MdB Marianne Schieder, Stefan Wanninger, Monika Friedl und Sandra Wittmann besuchte die Polizeistation Waldmünchen, vertreten durch Stephan Iglhaut.