Warum es in Waldmünchen gleich drei Winterdienste in einer Straße gibt

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. Dezember 2024 um 19:00

Für Außenstehende ist der Winterdienst in einer Stadt wie Waldmünchen schwer durchschaubar. Denn gleich drei Institutionen kümmern sich darum, dass Autofahrer im Waldmünchner Land auch bei Schnee und Eis sicher unterwegs sein können.

Gerade jetzt kurz vor Weihnachten sollte man ein bisschen demütiger auf den Service blicken, den diese Menschen auch über die Feiertage leisten. Wenn wir uns auf weiße Weihnachten freuen, den der Wetterdienst zumindest für die Höhenlagen möglich erscheinen lässt, bedeutet dies für die Kräfte des Winterdienstes Mehrarbeit. Doch lassen sie uns zunächst klären, wer sich um welche Straßen kümmert.

Die drei Institutionen, die in und rund um Waldmünchen für schnee- und eisfreie Straßen sorgen, sind die Straßenmeisterei, der Kreisbauhof und der städtische Bauhof. Alle drei sind in der gleichen Straße angesiedelt, nämlich wie an einer Perlenschnur in der Lommerstraße, vor und nach der Eisenbahnbrücke. Jede dieser Institutionen kümmert sich um andere Straßen.

Die Straßenmeisterei in Waldmünchen und gehört zur Straßenmeisterei Bad Kötzting, die wiederum zum Staatlichen Bauamt in Regensburg gehört. Diese ist für die Bundes- und Staatsstraßen in der Region zuständig. Für alle Kreisstraßen auf dem Gebiet des Altlandkreises Waldmünchen ist der Kreisbauhof zuständig. Und schließlich ist in der Lommerstraße noch der städtische Bauhof angesiedelt, der alle kommunalen Straßen im Stadtgebiet von Schnee und Eis befreit.

Ein 25-Tonnen- Häufchen

Am Freitag hat der Kreisbauhof, das ist das rote Backsteingebäude an der Ecke Regensburger Straße und Lommer-straße, eine neue Lieferung Salz bekommen. Das 25-Tonnen-Häufchen, das gerade noch die Ladefläche eines großen Sattelzuges gefüllt hat, nimmt sich in der riesigen Salzhalle mit 1500 Tonnen gelagertem Salz fast winzig aus. Der Leiter des Kreisbauhofes, Al-fred Mühlbauer, zeigt auf den gerade angelieferten Salzhaufen und sagt: „An einem schwierigen Einsatztag verbrauchen wir fast diesen Haufen.“ Mit schwierig meint Mühlbauer zum Beispiel starke Schneefälle.

Gerade bei Schneefall bittet der Leiter des hiesigen Kreisbauhofes um Verständnis und die Geduld der Bürger. Den meisten Straßennutzern sei nämlich nicht bewusst, das Schneefall für die Räumdienste die doppelte Arbeit bedeute. Meist müssten die Strecken nämlich zweimal befahren werden, einmal zum Räumen und einmal zum Streuen. Bei normaler Glätte dagegen genüge meist eine einfache Fahrt , bei der gestreut werde.

Da für die Tage auf Weihnachten in den Höhenlagen Schneefall prognostiziert werde, vermutet Mühlbauer, dass insbesondere auf der Panoramastraße geräumt und gestreut werden muss. Unter den Kreisstraßen im Gebiet des Altlandkreises sei dies die „ex-tremste Straße“, die am meisten Aufmerksamkeit des Winterdienstes verdiene. Auch Steilstücke bei Steinlohe und bei Machtesberg müssten öfter als andere Straßenstücke befahren werden.

Insgesamt betreut der Kreisbauhof mit drei Fahrzeugen und sechs Mann auf zwei Schichten verteilt knapp 100 Kilometer Straßen.

Mit steilen Straßen im Winter, die besondere Beachtung verdienen, kennt sich auch der Leiter des städtischen Bauhofes aus. Mario Hallermeier nennt ohne Zögern de Steilstücke zum Gibacht, in Arnstein und in Untergrafenried als Beispiele. In einer historischen Stadt wie Waldmünchen kennt der Räumdienst aber auch ein anderes Problem: enge und manchmal auch zugeparkte Straße. Hallermeier nennt die Schießanger- und die Pechhansenstraße als Beispiele. Hier könne man nur an die Parkdisziplin der Anwohner appellieren.

Normalerweise sind die Arbeiter des Bauhofes in zwei Schichten unterwegs, um die Straßen im großflächigen Gemeindegebiet von Waldmünchen freizuhalten. Etwa fünf Stunden dauert eine der Touren. An Wochenenden und wie jetzt über Weihnachten ist nur eine Gruppe unterwegs, die andere hat frei. In der Silvesterwoche wird getauscht.

„Das reicht für den Winter“

Etwa 500 Tonnen Salz lagern in der Halle des städtischen Bauhofs. „Das reicht für den Winter“, sagt Hallermeier. Maschinell ist der städtische Bauhof mit zwei Kleintraktoren, zwei großen Traktoren, einem Unimog und einen Lastwagen unterwegs.

Bei den Bundes- und Staatsstraßen ist Lengau der höchste Punkt im Betreuungsbereich von Waldmünchen. Hier sei in den nächsten Tagen Schnee zu erwarten, sagt der Leiter der Straßenmeisterei Bad Kötzting, Herbert Egner, zu der der Waldmünchner Posten gehört. Vom Salzverbrauch her sei es aber egal, ob Schnee oder nur eine feuchte Nässe um null Grad. Im Übrigen arbeiten die Straßenmeistereien ausschließlich mit Feuchtsalz, während die anderen Winterdienste meist Streusalz nutzen.

In Waldmünchen habe man etwa 500 Tonen Salz im Vorrat, sagt Egner. Für den Winter reiche das sicher nicht. Man habe stattdessen Dauerlieferverträge mit Salzherstellern, die kontinuierlich nachlieferten. Um einen ganzen Winter zu überbrücken, hätten die Straßenmeistereien gar nicht die Lagekapazitäten für so viel Salz, sagt Egner.