Bad Gögging will Arbeitgeber von Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter überzeugen

Von Jochen Dannenberg · 26. Dezember 2024 um 05:00

Frohe Botschaft aus Bad Gögging: Der Tourismus bewegt sich auch 2024 wieder auf einem hohen Niveau und knüpft eng an die Höchstwerte aus der Zeit vor der Corona-Pandemie an, die zu starken Einbrüchen bei den Besucherzahlen geführt hatte. Um die Zahlen weiter zu steigern, setzen die Touristiker auf ein neues Angebot.

„Die Zahl der touristischen Ankünfte und Übernachtungen sind 2024 nach wie vor auf sehr hohem Niveau, wenn auch im Vergleich zum Jahr 2023 leicht gesunken“, stellt Andrea Holzapfel, Abteilungsleiterin Tourismus, Kultur und Bildung im Neustädter Rathaus, fest.

Ein leichter Zuwachs sei in beiden Segmenten dagegen im Bereich der Kliniken zu verzeichnen, ergänzte sie und sagte: „Sowohl im touristischen als auch im Klinik-Bereich liegen Ankünfte und Übernachtungen über den Werten von 2019, wobei im touristischen Bereich eine Zunahme vor allem ab dem zweiten Quartal ersichtlich ist.“ Genaue Zahlen sind noch nicht bekannt, sie dürften erst nach Jahresende vorliegen.

Es geht um die Mitarbeiter

Bei der künftigen Auslastung des Kurortes, berichtet Andrea Holzapfel, setzt man auch auf das Projekt „Regionales Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der Niederbayerische Thermengemeinschaft“. Damit will die Niederbayerische Thermengemeinschaft ein Netzwerk mit regionalen Gesundheitsanbietern aus Niederbayern für lokale kleine und mittlere Unternehmen aufbauen. Beteiligt sind Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach und Bad Gögging sowie die zugehörigen kommunalen Thermen.

Ziel des Projektes ist die Verbesserung des Gesundheitsverhaltens der Beschäftigten. Dazu hat jeder Kurort zusammen mit der jeweiligen Therme ein gesundheitsförderliches Programm entwickelt, das sich mit einem Präventionsschwerpunkt befasst und gemeinsam in und mit den Unternehmen bedarfsgerechte gesundheitsförderliche Maßnahmen durchführen soll.

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen, so die Fachfrau aus dem Rathaus in Neustadt a.d. Donau, hätten einen erheblichen Unterstützungsbedarf, was die Einführung und Umsetzung von BGF betrifft und nicht selten werde Umsetzungs-Bestrebungen durch knappe personelle Ressourcen, dem Vorrang des Tagesgeschäfts und Defiziten im Know-how erschwert. Bürgermeister Thomas Memmel ergänzte: „Es geht um die Attraktivität von Arbeitsplätzen und die Unterstützung der Arbeitgeber beim Thema Gesundheit.“

Die gesundheitsfördernden Programme, die spezifisch auf die durch die Niederbayerische Thermengemeinschaft forcierten Kernkompetenzen der jeweiligen Kurorte und Thermen ausgerichtet sind, verfolgen verhaltenspräventive Ziele. Das bedeutet, dass das individuelle Gesundheitsverhalten der Beschäftigten der am Projekt beteiligten Unternehmen im jeweiligen Präventionsschwerpunkt (z.B. Bewegung, Ernährung) nachhaltig verbessert werden soll.

2025 soll das Vorhaben, das auf zwei Jahre angelegt ist, beginnen. Das Projekt wird hinsichtlich gesundheits- und arbeitsspezifischer Parameter wie beispielsweise Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit wissenschaftlich untersucht.

Fördermittel vom Freistaat

Partner in diesem Projekt sind die BGF-Koordinierungsstelle der Krankenkassen in Bayern sowie die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, die über ihre Betriebsberater bei der Rekrutierung der teilnehmenden Betriebe helfen wird sowie der Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt mit rund 470.000 Euro an Fördermitteln. Nach der Vorbereitungsphase, dem Aufbau einer digitalen Netzwerkplattform und Entwicklung der Programminhalte in den Kurorten soll in den kommenden Monaten BGF in den Unternehmen etabliert werden.

Um Wellness und Gesundheit geht es in der Limes-Therme in Bad Gögging. Foto: Gerhard Illig