Ausweisung eines Industriegebiets in Roding-Oberkreith sorgt für Diskussionen im Stadtrat

Von Oliver Hausladen · 22. Dezember 2024 um 10:15

Auch auf der anderen Straßenseite des Industriegebiets Oberkreith ist eine Erweiterung der gewerblich genutzten Flächen geplant. Die Aufstellung des Bebauungsplans „Am Bahnhof − Alaunweg 14“ sorgte dabei für eine durchaus kontroverse Diskussion im Stadtrat. Mit 15:6 Stimmen votierten die Gremiumsmitglieder letztlich dafür, mit den Plänen in die Ausschreibung zu gehen.

Mit der Änderung des Flächennutzungsplans sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ansiedlung einer gewerblichen Nutzung, die nur in einem Industriegebiet zulässig ist, geschaffen werden.

15 Meter maximale Höhe

Da umliegend bereits Industrieflächen und Gewerbeflächen bestehen, sei dies dem Grunde nach möglich, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Geplant seien Gebäude mit einer Länge von bis zu 150 und einer Höhe von 15 Metern. Das Unternehmen benötige auch einen Brecher (Maschine zur Zerkleinerung von stückigem Aufgabematerial zu kleineren Korngrößen im groben bis mittleren Größenbereich), informierte Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Das nächste Wohnhaus ist etwa 150 Meter entfernt, dies werde schalltechnisch noch untersucht.

Mit der Erstellung und Ausarbeitung des Bebauungsplans wurde das Ingenieurbüro Altmann aus Cham beauftragt. Für die notwendigen Fachgutachten (Eingriffsregelung in der Bauleitplanung, spezielle Artenschutzprüfung, Umweltbericht, schalltechnische Untersuchung) seien weitere geeignete Büros zu beauftragen.

Riedl schlug vor, in die Auslegung zu gehen, um zu sehen, welche Einwände von Fachstellen und der Bevölkerung kommen. Danach lande das Projekt ohnehin noch einmal im Stadtrat.

2. Bürgermeister Dr. Reinhold Schoierer (Freie Wähler) sah in dem Vorhaben den „falschen Weg.“

„Große Bedenken“

Auch 3. Bürgermeister Alfred Stuiber (FDP) zeigte sich skeptisch, ihm missfiel vor allem Einfahrtssituation von der Kreisstraße aus. Diese sei aber nicht wie eigentlich geplant von Norden her möglich, wie ursprünglich angedacht, weil der Grundstückseigentümer dort nichts abgebe, informierte Riedl. Stuiber monierte auch, dass „alles schon mit dem Landratsamt ausgemacht“ und der Antragsteller nicht schon früher auf die Stadt zugekommen sei. Ebenso äußerten Freie Wähler-Fraktionssprecher Josef Messerer und sein Fraktionskollege Josef Pfeffer große Bedenken.

Es gab aber auch Stimmen, die der Ausweisung grundsätzlich positiv gegenüberstanden, um den Wirtschafts-Standort Roding zu stärken. So kam es letztlich auch zur Mehrheit, mit den Plänen in die Auslegung zu gehen.

Stadtrat in Kürze

Satzung für Spannaglstraße in Obertrübenbach: Als Satzung einstimmig festgestellt wurde die 34. Änderung des Flächennutzungsplans mit paralleler Aufstellung des Bebauungsplans „Obertrübenbach – An der Spannaglstraße“.

Starkes Gefälle bei der Zufahrt: Aus der Befragung der Fachstellen und der Bevölkerung sei nur der wesentliche Einwand gekommen, dass die Zufahrt so gestaltet werden müsse, dass es fahrtechnisch wegen des starken Gefälles keine Probleme gäbe, erläuterte Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Dies sei aber technisch machbar und mit dem zuständigen Architekturbüro bereits abgestimmt. Eine erneute Auslegung sei daher nicht nötig.

Werbung für Beteiligung an ISEK-Fortschreibung: 3. Bürgermeister Alfred Stuiber warb dafür, sich an der Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Konzeptes (ISEK) zu beteiligen. „Im Internet gibt es da beispielsweise eine tolle interaktive Karte von Roding“, sagte er. Zudem sei es wichtig, seine Vorschläge einzubringen, „sonst braucht man sich danach auch nicht zu beschweren“.

Teilnahmefrist endet am 6. Januar: Die Teilnahme ist noch bis zum 6. Januar im Internet unter www.jetzt-mitmachen.de/roding möglich. Der Fragebogen kann aber auch zu den normalen Öffnungszeiten im Rodinger Rathaus abgeholt werden.