Jetzt also doch: Burglengenfelds Altstadt verliert mit Metzgerei Schmidt weiteren Nahversorger

Für Liebhaber saftiger Braten, duftenden Leberkäses, würziger Rosswürste und geräucherter Forellen ist es eine schlechte Nachricht: Die Metzgerei Peter Schmidt hat nun doch zugemacht. Nach „reichlicher Überlegung“, so heißt es auf einem DIN 4-Blatt, das an der Schaufensterscheibe in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) klebt, habe man sich entschlossen, das Geschäft aufzugeben.
Das ist überraschend und auch wieder nicht. Vor Monaten schon hatten die Redaktion entsprechende Gerüchte erreicht. Auf Nachfrage erklärte Peter Schmidt (57) damals aber, die Spekulationen entsprächen nicht der Wahrheit. Die Verkürzung der Ladenöffnungszeiten erklärte er mit Personalmangel und einem veränderten Verbraucherverhalten. Die Leute würden weniger Fleisch- und Wurstwaren verzehren. Dem wolle er sich anpassen, sagte Schmid – und machte weiter.
Vor wenigen Wochen aber mussten Stammkunden zur Kenntnis nehmen, dass beispielsweise keine Rosswürste mehr im Angebot waren, und auch sonst lichtete sich die sonst gut bestückte Auslage. Anfang dieser Woche hieß es plötzlich „15 Prozent auf alles“. Und am Mittwoch wurde nicht mehr aufgesperrt. Telefonisch war niemand erreichbar.
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Peter Schmidt hatte vor Jahren den Betrieb von Metzgermeister Josef Koller übernommen, dem das Anwesen gehört. Was daraus werden wird, ist offen. Theoretisch könnte ein anderer Fleischer umgehend einsteigen, hieß es. Doch es sind Zweifel angebracht, ob sich für das Objekt im aktuellen Zustand jemand interessiert. Zumindest in den Verkaufsraum wurde länger nicht mehr investiert.
Das Angebot ist kleiner geworden
Unterm Strich müssen die Burglengenfelder, die sich zu den Fleischgenießern zählen, zur Kenntnis nehmen, dass der Kreis der Anbieter immer kleiner wird. Die Metzgerei Wolf hat ihre Filiale am Marktplatz schon vor vielen Jahren geschlossen, Metzger Siegfried Schneider musste nach dem Tod seiner Frau die Öffnungszeiten in der Rathausstraße drastisch reduzieren. Nur in der Phase zwischen den Feiertagen hat er aktuell wieder öfter auf.
Bleibt, von der Theke des Bioladens abgesehen, in der Innenstadt nur noch die Filiale der Metzgerei Biller. Die Metzgerei Meindl, ebenfalls ein beliebter Traditionsbetrieb, der in den letzten Jahren kräftig modernisiert hat, liegt bereits deutlich vor den Toren der Altstadt.
Citymanager und Bürgermeister drücken Bedauern aus
Citymanager Wolfgang Dantl zeigte sich gestern überrascht, als er von der neuesten Schließung erfuhr. Sie sei „schade für die Nahversorgung“, sagte er. Und: Mit jedem Laden, der aufgegeben werde, sinke die Attraktivität der Innenstadt etwas.
„Die Schließung dieser Metzgerei ist für ein großer Verlust“, sagte Bürgermeister Thomas Gesche. Man müsse jedoch sehen, dass diese Entwicklung ein allgemeiner Trend sei, der nicht nur in Burglengenfeld festzustellen sei. Letztlich sei er auf die gesamte Gesellschaft zurückzuführen und vom Konsumenten selbst ausgelöst worden, meint Gesche. Großeinkäufe würden heute an der Peripherie der Stadt, wo ebenfalls Metzgerei-Filialen angesiedelt seien, erledigt. Somit sei die Entwicklung noch nicht zu Ende, bedauert er. Umso mehr sei die Stadt bestrebt, bei Schließungen attraktive Nachfolger ins Zentrum zu locken.