Schlammteiche in Regensburg: Naturschützer mobilisieren mit Petition gegen Industriegebiet

Eine weitere Hürde bei der geplanten Erweiterung des Industriegebiets Lago A3 ist überwunden: Die Auslegungsfrist des Bebauungsplans ist Ende November abgelaufen. Jetzt entscheidet der Stadtrat über die Genehmigung des Satzungsbeschlusses für das umstrittene Projekt im Regensburger Osten. Der Bund Naturschutz mobilisiert mithilfe einer Petition – und behält sich rechtliche Schritte vor.
„Wir wollen Natur und Umwelt eine Stimme geben“, sagt Raimund Schoberer, Vorsitzender des Kreisverbands Regensburg. Auf 21 Seiten bezogen die Naturschützer Stellung zum Vorhaben des Bauunternehmers Ferdinand Schmack, der das Logistikzentrum in der Nähe des Stadtteils Irl um zwei weitere „Megahallen“ erweitern möchte. „Das Areal ist nach wie vor ein Artenhotspot in der Stadt Regensburg“, ergänzt Schoberer.
Im Biotop an der Kremser Straße seien viele Vogelarten und Amphibien in sogenannten CEF-Flächen beheimatet, die als besonders schützenswert gelten. Mithilfe einer Petition soll nun erneut an die Stadt herangetreten werden. In dieser fordert der Bund Naturschutz den Stopp des Vorhabens sowie einen dauerhaften Schutz des Areals vor Bebauung. Ziel sei es, den Stadtrat umzustimmen und die Genehmigung des Satzungsbeschlusses „mit demokratischen Mitteln“ zu verhindern. Die Kampagne läuft seit knapp zwei Wochen. Laut Schoberer konnten innerhalb kürzester Zeit über 800 Unterschriften gesammelt werden. Der Großteil stamme aus einem Online-Formular, so der Vorsitzende des Kreisverbands. Bis Ende Januar laufe die Petition noch, bevor sie dem Stadtrat präsentiert wird.
Erweiterung des Industriegebiets Lago A3: Hätte Klage Erfolg?
Auch im Falle, dass der Satzungsbeschluss trotz Petition und Stellungnahme genehmigt werde, seien die Naturschützer vorbereitet. „Zur Not gehen wir den Rechtsweg“, meint Schoberer. Laut ihm sei es durchaus wahrscheinlich, dass eine Klage Erfolg hätte. Im Bebauungsplan fehle beispielsweise die Prüfung alternativer Bauplätze, zudem seien nur unzureichende Ausgleichsmaßnahmen für das versiegelte Gebiet aufgelistet. Allem voran seien Verstöße gegen den Artenschutz zu erkennen, die als öffentliches Schutzgut bewahrt werden müssen.
Von Seiten der Stadt heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung, das nach der öffentlichen Auslegung derzeit die Sichtung und Bewertung der eingegangenen Stellungnahmen erfolge. „Im Rahmen dessen wird geprüft, ob aufgrund gewichtiger Einwände noch Anpassungen notwendig werden oder ob die Einwände ‚abgewogen' werden können“, teilt eine Sprecherin mit.
Um sein Ziel zu erreichen, kann der Bund Naturschutz kann auf die Unterstützung von Gleichgesinnten bauen. Mit der Regensburger Kreisgruppe vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), Greenpeace Regensburg und dem Verein NaturFreunde Regensburg wird die Aktion gemeinsam vorangetrieben. „Alle in unserer Region relevanten Umweltverbände ziehen an einem Strang“, lobt Schoberer die Kooperation.